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Totò diabolicus

Italien, 1962

Originaltitel:

Totò diabolicus

Alternativtitel:

Toto diabolique (FRA)

Totó Diabólico (PRT)

Regisseur:

Steno

Kamera:

Enzo Barboni

Inhalt

Der Marquis Galeazzo di Torrealta (Totò) wird von seiner Geliebten Diana (Béatrice Altariba) ermordet aufgefunden. Der Täter hinterließ zusammen mit einem Dolch im Herzen des Opfers eine Notiz mit seinem Namen: Diabolicus. Kurz zuvor bekam der Marquis einen mysteriösen Film geschickt, der seine Ermordung durch einen schwarzmaskierten Täter vorauszeigt. Auf der Brust des Mörders im Film findet sich wieder dieser Name: Diabolicus.

 

Als Täter naheliegend scheinen die Erben des Marquis. Doch seine Geliebte Diana ist im aktuellen Testament nicht bedacht, und die Geschwister des Marquis scheinen über jeden Verdacht erhabene Persönlichkeiten: eine Wohltäterin, ein verdienter (Faschisten-) General, ein brillanter Chirurg und ein Priester. Nach Befragung der Verdächtigen durch die Polizei ergibt sich allerdings ein ganz anderes Bild, denn ganz richtig sind sie alle nicht.

 

Diabolicus schlägt jedoch erneut zu, und mit Ausnahme des Monsignores werden alle Geschwister ermordet. Der Monsignore will das Erbe aber spenden, einem bisher unbekannten unehelichen Sohn der di Torrealtas. Dieser, Pasquale Bonocore, ist ein Kleinkrimineller, der nun zum Lire-Milliardär wird – und zum nächsten Ziel des geheimnisvollen Diabolicus.

Review

Auch wenn der Name des Films und die Kostümierung des Mörders auf den ersten Blick eine Referenz an das bekannte Comic „Diabolik“ zu sein scheint, könnte es tatsächlich umgekehrt sein. Denn TOTÒ DIABOLICUS wurde im Februar 1962 gedreht, während die erste Ausgabe des Comics im April 1962 erschien. Außer dem Namen des Schurken gibt es aber kaum Ähnlichkeiten.

 

Der Film scheint den Namen des Schurken eher einem Verbrecher entlehnt zu haben, der 1958 in Turin sein Unwesen trieb. Und inhaltlich ist TOTÒ DIABOLICUS natürlich eine Hommage an Robert Hamers ADEL VERPFLICHTET (Kind Hearts and Coronets, 1949), in dem Alec Guinness die Rollen aller 8 Mitglieder der D’Ascoyne-Familie spielte.

 

Ebenso wie Alec Guinness in ADEL VERPFLICHTET spielt Totò die Rollen aller Geschwister der di Torrealta-Familie, fünf an der Zahl. Deren Auftritte sind wie einzelne Kabinettstückchen. Auffällig ist hierbei, dass Totò von unterschiedlichen Synchronsprechern vertont wird, zu hören ist mal er selbst, Renato Turi (der Monsignore) oder Carlo Croccolo (Lady Laudomia).

 

Totò hat sichtlich Spaß an diesen Inszenierungen, ob nun als Lebemann, als Lady, deren Ehemänner ein seltsames Ende fanden, als Faschistengeneral, der in der Vergangenheit lebt, als kurzsichtiger Chirurg oder als über jeden Verdacht erhabenen Monsignore, von dem wir spätestens, wenn er sich an Diana ranmacht, ahnen, dass mit ihm auch etwas nicht stimmt. Und die Rolle des Kleinkriminellen beherrscht er ja bereits im Schlaf.

 

Die atemberaubend schöne Béatrice Altariba (DAS SCHRECKENSHAUS DES DR. RASANOFF, 1960), welche die Rolle der Diana spielt, scheint ebenfalls ein Totò-Fan zu sein. Während sie in ihren übrigen Szenen kein Problem hat, in ihrer Rolle zu bleiben, ist sie in ihren Szenen mit dem Komiker permanent am Schmunzeln. Als Zuschauer bemerkt man mühelos, wie schwer es ihr gefallen ist, ernst zu bleiben.

 

Einen amüsanten Kurzauftritt hat Regisseur Stefano Vanzina alias Steno als skurriler Gärtner von Lady Laudomia. Zu einem der amüsantesten Szenen des Films gehört Verhör und Folterung eines unschuldigen Postboten, der von Mimmo Poli dargestellt wird. Hinter der Kamera stand oder saß Enzo Barboni mit Stelvio Massi als Operator. Für Tango- und Cha Cha Cha-Klänge sorgte Piero Piccioni. Als Donna Fiore, der Ehefrau des Chirurgen, ist Nadia Sanders zu sehen, die im selben Jahr noch in zwei weiteren Totò-Filmen spielte: TOTÒ CONTRE MACISTE (1962) und TOTO AND PEPPINO DIVIDED IN BERLIN (Totò e Peppino divisi a Berlino, 1962). Außerdem übernahm sie 1963 noch einen kleinen uncredited-Part in TOTÒ E CLEOPATRA.

 

Auch die Rollen der Polizei-Inspektoren, die Diabolicus zur Strecke bringen wollen, gingen an bekannte Gesichter, nicht nur aus Totò-Filmen: Mario Castellano und Luigi Pavese. Doch zu wem gehört denn nun das diabolische Gelächter von Diabolicus? Das erfährt der Zuschauer am Ende.

 

 

Fazit: TOTÒ DIABOLICUS ist ein äußerst amüsanter Film des Komikers, der hier einer Vielzahl von Charakteren seinen einmaligen Stil verleiht. Mancher Zuschauer mag diese Performances allerdings als zu exzentrisch und somit schwer zugänglich empfinden. Ich gehöre nicht dazu und hatte sehr viel Spaß.

 

Links

OFDb

IMDb

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