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Killing Birds

Italien, 1987

Originaltitel:

Killing Birds - Uccelli assassini

Alternativtitel:

L'attaque des morts-vivants (FRA)

Zombie Flesheaters 4 (GBR)

Zombie 5: Killing Birds (USA)

Dark Eyes of the Zombie

Raptors

Kamera:

Joe D'Amato

Inhalt

Eine Gruppe von Ornithologie-Studenten landet auf der Suche nach dem ausgestorben geglaubten Elfenbeinspecht in einer Zombiebude in den Sümpfen von Louisiana, und nur der Mann von U.N.C.L.E. kann sie retten.

Review

Joe D’Amatos „Killing Birds“ von 1987 ist ein hartes Brot. Claudio Lattanzi, ein Protegée von Michele Soavi und Joe D’Amato, schrieb schon ein paar Jahre zuvor das ursprüngliche Originalskript, von dem in der Filmfassung – nach Drehbuchbearbeitung durch Daniele Stroppa auf Anraten von D’Amato – nicht viel übrig blieb. In Lattanzis Skript ging es um eine Rockband, die in einem einsam gelegenen Haus auf Nazi-Zombies stößt und von diesen dezimiert wird. Den Film hätte ich gerne gesehen.

 

Joe D’Amatos Produktion von „Killing Birds“ ist hingegen ein Mix verschiedenster Elemente. Slasher, Die Vögel, Ghosthouse, Zombies. Doch wer hat eigentlich Regie geführt? Das ist nicht eindeutig zu beantworten. Roberto Curti schreibt, dass Claudio Lattanzi ein jüngerer Mann aus Michele Soavis Generation war, der kurz zuvor für diesen an „Aquarius - Theater des Todes“ (Deliria, 1987) als Regieassistent tätig war, ebenfalls eine Filmirage-Produktion von D’Amato. Für „Killing Birds“ erhielt er – unter dem Pseudonym „Claude Milliken“ - den Regie-Credit, während D’Amato selbst unter dem Pseudonym Fred Sloniscko Jr. als Kameramann genannt ist. Die Darsteller sehen das – in den wenigen bekannten Interviews - anders. Joe D’Amato hatte wohl eine Art Supervision über Lattanzis Arbeit inne, nahm dabei aber eine sehr dominante Rolle ein. Von den Darstellern wurde D’Amato als Regisseur des Films wahrgenommen. Als veraltet kann man frühere Informationen abhaken, nach denen Lattanzi den Film begonnen habe, gefeuert wurde, und D’Amato dann die Regie übernahm. Diese Info ist definitiv falsch.

 

Der Anfang von „Killing Birds“ ist vielversprechend. Ein Soldat – vermutlich frisch aus Vietnam zurück – kommt nach Hause. Als er seine Frau mit einem anderen Kerl vorfindet, meuchelt er diesen und den Rest der Familie, lediglich sein Sohn – noch ein Baby – bleibt verschont. Doch die Raubvögel, die er in seinem Haus gesammelt hat, sind mit seinen Taten nicht einverstanden und hacken ihm die Augen aus.

 

20 Jahre später erhält Steve Porter (Timothy W. Watts) eine Bewilligung für Forschungsgelder zwecks Suche nach dem als ausgestorben geltenden Elfenbeinspecht. Zusammen mit ein paar Mitstudenten – unter ihnen Lara Wendel (Das Parfüm der Dame in Schwarz, 1974), Leslie Cumming (Witchcraft - Das Böse lebt, 1988), Lin Gathright (Top Model, 1988) und ein paar von Steves Sauna-Kumpels – suchen sie den vermutlich letzten Mann auf, der den Elfenbeinspecht lebend gesehen hat. Dr. Fred Brown (Robert Vaughn), Ornithologe, Blind, und wie wir bereits ahnen, früher mal Mörder seiner Familie. Er gibt den Jungforschern eine Karte, die sie zum einstigen Mordhaus führt, wo Zombies und böse Vögel auf sie lauern. Obwohl man fairerweise erwähnen sollte, dass das Federvieh eigentlich keinem was antut.

 

Ebenfalls sollte man fairerweise erwähnen, dass der Film keinerlei Erklärung für das spätere Geschehen im Haus bietet. Woher kommen die verdammten Zombies? Ich weiß es nicht. Nicht verschweigen möchte ich außerdem die fast absurde Langweiligkeit der Protagonisten, doch was will man von Teenagern, die sich mit Vogelkunde beschäftigen schon erwarten? Amityville-gleich rast einer dieser Protagonisten in höchster Gefahr auch zurück ins Spukhaus – nicht, um einen Hund zu retten, sondern seinen vorsintflutlichen Computer, auf dem er seine Strichmännchen-Fickgrafiken gespeichert hat. Das kostet im Anschluss eine der Damen das Leben. Hätte er sich mal lieber um die bemüht, dann hätte er auf seine Grafiken verzichten können.

 

„Killing Birds“ ist ein absurder Film, der das Sterben des italienischen Genrefilms auf tragische Weise widerspiegelt. Er hat seine Momente, ist in seiner Widerspiegelung italienischer Vorstellungen von amerikanischen Vorbildern fast surreal, auch in seiner Ignoranz gegenüber Publikumserwartungen. Sollte man gesehen haben. Claudio Lattanzi tauchte recht unvermittelt mit dem im 2018 abgedrehten Horrorfilm „Everybloody's End“ wieder als Regisseur auf. In den Hauptrollen u. a. Giovanni Lombardi Radice, Marina Loi und Cinzia Monreale.

Links

OFDb
IMDb

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