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The Man Who Didn't Want to Die

Italien, 1989

Originaltitel:

L'uomo che non voleva morire

Alternativtitel:

Alta tensione - L'uomo che non voleva morire (ITA)

Regisseur:

Lamberto Bava

Inhalt

Im Auftrag der zweifelhaften Kunsthändlerin Madama Jacaud (Martine Brochard) bricht eine Gruppe von Kriminellen unter Führung von Fabrizio (Keith Van Hoven) in eine genovesische Villa ein. Während des Überfalls stiehlt Giannetto (Gino Concari) einen Renoir, den er für sich selbst behalten will. Außerdem vergewaltigt er die Hausangestellte, woraufhin deren gefesselter Ehemann ihm seine Stiefel ins Genick rammt.

 

Giannetto ist schwer verletzt, bewegungs- und sprechunfähig. Nachdem die übrigen Gangster die Hausangestellten getötet haben, legen sie Giannetto nackt in ein Gebüsch am Straßenrand zum Sterben. Doch den Gefallen tut Giannetto ihnen nicht, und bald werden die Gangster von einem Unbekannten dezimiert.

Review

L’UOMO CHE NON VOLEVA MORIRE ist ein weiterer von vier TV-Filmen, die Lamberto Bava für die geplante Reihe „Alta Tensione“ drehte. Schließlich wurde der Serie jedoch wegen des hohen Gewaltanteils die Ausstrahlung zunächst verweigert. Während die übrigen drei Episoden THE PRINCE OF TERROR (Il maestro del terrore, 1988), SCHOOL OF FEAR (Il Gioko, 1989) und EYEWITNESS (Testimone Oculare, 1989) 10 Jahre später (im Sommer 1999) von Mediaset/Italia 1 gesendet wurden, wurde L’UOMO CHE NON VOLEVA MORIRE noch übergangen. Erst im Dezember 2007 erfolgte die Weltpremiere auf dem TV-Sender Sky Fantasy. Eine legale DVD-Veröffentlichung blieb aus.

 

Vorlage für L’UOMO CHE NON VOLEVA MORIRE war eine Story von Giorgio Scerbanenco. Der in Kiew geborene Sohn eines ukrainischen Lehrers und einer Italienerin ist ein durchaus bedeutender Vertreter des italienischen Pulp-Romans. Durch Western, Science Fiction, Liebesromane, Krimis und nicht zuletzt seine Arbeit für die Giallo-Serie von Mondadori gelangte er zu großer Popularität. Auch Verfilmungen blieben nicht aus. Neben dem hier besprochenen Film dienten seine Stories und Romane etwa als Vorlage für Fernando Di Leos NOTE 7 – DIE JUNGEN DER GEWALT (I ragazzi del massacro, 1969) und MILANO KALIBER 9 (Milano calibro 9, 1972), Duccio Tessaris DAS GRAUEN KAM AUS DEM NEBEL (La morte risale a ieri sera, 1970), Romolo Guerreris BEWAFFNET UND GEFÄHRLICH (Liberi armati pericolosi, 1973) und Carlos Sauras ¡DISPARA! (1993).

 

Stilistisch ist die Story von L’UOMO CHE NON VOLEVA MORIRE gar nicht so leicht in ein bestimmtes Genre einzuordnen, jedenfalls nicht in filmischer Hinsicht. Ansonsten ist es eindeutig ein Giallo. Gangster, Vergewaltigung, Sadismus, skrupellose Arschlöcher, die sich gegenseitig meucheln, das ist in literarischer Hinsicht Giallo pur. In der zweiten Hälfte des Films baut Lamberto Bava auch ein cineastisches Giallo-Element ein, indem er aus dem Killer, der seine Komplizen dezimiert, ein schwarz behandschuhtes, maskiertes Geheimnis macht. So groß ist das Geheimnis denn aber doch nicht, wenn man sein Gehirn einschaltet. Denn wäre der Killer der naheliegende Giannetto, dann hätte es keine Maskierung gebraucht. Und so bleibt, wie leider oft, nur eine weitere Alternative.

 

Das macht aber rein gar nichts. L’UOMO CHE NON VOLEVA MORIRE ist sehr spannend erzählt, die Darsteller machen ihre Sache gut, und die Musik von Simon Boswell sorgt für die geeignete Stimmung. Tatsächlich würde ich L’UOMO CHE NON VOLEVA MORIRE zu den gelungeneren Filmen Lamberto Bavas zählen. Dabei gelingt ihm auch die Gratwanderung, ohne ausufernde Splattereffekte eine böse Gewalttätigkeit in das Szenario zu legen. Was fehlt, nicht zwangsläufig ein Manko, ist Identifikationspotenzial bei den Charakteren. Wir bekommen es hier nicht mit netten Menschen zu tun.

Links

OFDb

IMDb

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