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Eyewitness

Italien, 1989

Originaltitel:

Testimone oculare

Alternativtitel:

Alta tensione - Testimone oculare (ITA)

Regisseur:

Lamberto Bava

Inhalt

In einem Kaufhaus wird die Sekretärin Mara (Loredana Romito) ermordet, und es gibt nur eine Zeugin: die blinde Elisa (Barbara Cupisti). Obwohl Commissario Marra (Stefano Davanzati) sein Bestes gibt, um sie zu schützen, kommt der Killer ihr immer näher.

Review

EYEWITNESS (Testimone Oculare) wurde 1989 vom TV-Sender Mediaset für die vierteilige Serie ALTA TENSIONE produziert, damals wurde jedoch wegen des hohen Gewaltanteils keine der Episoden ausgestrahlt. Lamberto Bava inszenierte für diese Serie THE PRINCE OF TERROR (Il maestro del terrore, 1988), SCHOOL OF FEAR (Il gioko, 1989) und TESTIMONE OCULARE, alle drei Episoden wurden erstmals 1999 auf Italia 1 gesendet. Episode Nr. 4 – auch von Lamberto Bava – THE MAN WHO DIDN’T WANT TO DIE (L'uomo che non voleva morire, 1988) wurde gar erst im Dezember 2007 im TV gezeigt.

 

EYEWITNESS ist ein Spät-Giallo, der kein Geheimnis um die Identität des Killers macht. Der Manager eines Kaufhauses, gespielt von Alessio Orano (kennen wir mindestens aus Mario Bavas LISA UND DER TEUFEL, 1973), beobachtet seine Sekretärin beim Liebesspiel mit ihrem Freund im Büro. Zu ihrem Pech ist das genau sein Ding: seine Phantasie sexuell zu erregen, anschließend zu morden und die weiblichen Opfer dabei zu betatschen. So geschieht es dann auch, doch in unmittelbarer Nähe seiner Tat befindet sich die (fast) blinde Elisa, die sich im Kaufhaus hat einschließen lassen, um zu klauen. Ihr Helfer Karl (Giuseppe Pianviti) kommt erst später hinzu, und so gerät der entstellte Ex-Schlägertyp bald selbst unter Mordverdacht.

 

Da der Film uns die Identität des Mörders umgehend offenbart, bezieht EYEWITNESS aus diesem Umstand seine Spannung. Also daraus, wie der Killer sich der vermeintlichen Zeugin annähern kann und nur der Zuschauer weiß, dass er es ist. Lamberto Bava mixt die Mordszenen - den Vorlieben des Killers entsprechend - mit sexuell angehauchter Gewaltdarstellung. Dies ist beim zweiten Mord (der Killer verwechselt die Augenzeugin Elisa mit der Polizistin Tiziana, gespielt von Mary Sellers) ebenso deutlich wie beim ersten. Doch vergessen wir das.

 

EYEWITNESS hat mich auf gutem Fuße erwischt. Während ich THE PRINCE OF TERROR bemerkenswert schlecht umgesetzt fand und SCHOOL OF FEAR gerade mal solide, habe ich von EYEWITNESS jetzt nicht so viel erwartet. Umso überraschter war ich, hier auf einen der besten Lamberto Bava-Filmversuche überhaupt zu treffen. Die Geschichte wird spannend erzählt, die Gewaltdarstellungen sind zwar unblutig, aber dennoch brachial. Musikalisch war wieder einmal Simon Boswell am Werke, und auch da gibt es nichts auszusetzen. Bei den Hauptfiguren macht es Bava dem Zuschauer nicht leicht, indem er keine Schablonen entwirft, sondern diese nur anfangs schablonenhaften Charaktere wiederholt die Zuschauererwartungen durchbrechen lässt.

 

Originell ist das Finale, das, man mag es angesichts der politischen Unkorrektheit der Aussage kaum aussprechen, tatsächlich an Tod Brownings FREAKS gemahnt. Nach einem Cameo von Lamberto Bava selbst darf ebenfalls Ausschau gehalten werden.

Links

OFDb

IMDb

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