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Fists, Pirate & Karate

Italien, 1973

Originaltitel:

Pugni, pirati e karatè

Alternativtitel:

Puños, piratas y karate (ESP)

Regisseur:

Joe D'Amato

Kamera:

Joe D'Amato

Drehbuch:

Joe D'Amato

Inhalt

Die Piraten Gargantua (Richard Harrison) und Samtpfötchen (Roberto Dell’Aqua) wurden von ihrer Mannschaft am Strand ausgesetzt. Auf dem Weg in die nächste Stadt geraten sie in Konflikt mit einer Gruppe von Karate-Mönchen. Doch damit endet der Ärger für sie nicht, denn schon bald werden sie in einen größeren Konflikt hineingezogen. Eine geheimnisvolle Piratin mit einer roten Maske (Olga Janowski) will ihren Vater aus dem Gefängnis des Gouverneurs befreien.

Review

Im Jahr 1973 drehte Joe D’Amato zwei Filme für eine geheimnisvolle Produktionsfirma namens 1 Aprile Cinematografica: DIARIO DI UNA VERGINE ROMANA (1973) und PUGNI, PIRATI E KARATÈ (übers. Hiebe, Piraten und Karate). Der Name der Produktionsfirma scheint dabei nicht zufällig, denn im Grunde sind beide Werke cineastische Aprilscherze, Komödien, zusammengepuzzelt aus einigen neuen Szenen und bereits existierendem Material - Bastelfilme also, wie man es hauptsächlich von Eurociné oder später von Godfrey Ho kennt.

 

Im Fall von PUGNI, PIRATI E KARATÈ bekommt der Zuschauer es zunächst mit 15 Minuten neuen Szenen zu tun, bevor die Handlung eine Wende Richtung Piratenfilm nimmt, so dass D’Amato zahlreiche Szenen aus Eugenio Martíns UNTER DER FLAGGE DER FREIBEUTER (Il conquistatore di Maracaibo, 1961) verwenden kann. Hauptdarsteller Richard Harrison gab an, etwa drei Tage an PUGNI, PIRATI E KARATÈ gedreht zu haben, für die Rolle der Roten Maske brachte er seine damalige Freundin Olga Janowski mit.

 

Doch auch darüber hinaus wurde getrickst, wie man schön an Harrisons Schnurrbart erkennen kann. Mal ist er dran, dann ist er wieder ab, dann dick und buschig, plötzlich Drei-Tage-Bart. Ein besonders peinlicher Moment droht bei der Karateszene. Erst bekommt Samtpfötchen (Roberto Dell’Aqua) die Hucke voll, doch dann übernimmt Meister Gargantua. Doch nein, es ist nicht Richard Harrison selbst, der den Kampf mit den verlausten Mönchen (vermutlich Dell’Aquas Stuntteam, also seine Brüder) aufnimmt, sondern wiederum Roberto Dell’Aqua, dem man lediglich eine Wuschelperücke aufgesetzt hat. Hektisch wackelt die Kamera hin und her, denn der Zuschauer soll das ja nicht bemerken, doch es hilft nichts, denn um Gottes Willen, der echte Richard Harrison ist locker 30cm größer, außerdem sieht man wiederholt Robertos Gesicht von der Seite.

 

Natürlich hat man, um den Ganzen Kontinuität zu verleihen, alle Szenen inklusive Archivmaterial einheitlich gedubbt und mit neuer Filmmusik versehen, und es passiert etwas Erstaunliches. Es funktioniert! Als Komödie geht PUGNI, PIRATI E KARATÈ durch, selbst wenn man dem UNTER DER FLAGGE DER FREIBEUTER-Material von Eugenio Martín die deutlich hochwertigere Produktion und die schönere Farbgebung ansieht.

 

PUGNI, PIRATI E KARATÈ galt bis 2020 als einer der seltensten Filme von Joe D’Amato, man mutmaßte sogar, er sei verschollen. Doch dann tauchte als erstes eine etwa 20-minütige Super 8-Fassung auf, und schließlich haute der Pay-TV-Sender Premium Cinema 3 im Jahr 2020 das Ding komplett (80 Minuten) raus, inzwischen gar in HD. Leider existieren noch keine Untertitel, weshalb ich mich in Sachen Handlung sehr zurückgehalten habe. Diesbezüglich musste ich raten.

 

Im Abspann wird Lamberto Bava als Regie-Assistent genannt.

Links

OFDb

IMDb

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