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Dämonen aus dem All

Italien, 1967

  • Originaltitel: La morte viene dal pianeta Aytin
  • Alternativtitel:

    Mort vient de la planète Aytin (FRA)

    Devil Men from Space (USA)

    Space Devils (USA)

    The Snow Devils

  • Regisseur: Antonio Margheriti
  • Kamera: Riccardo Pallottini
  • Musik: Angelo Francesco Lavagnino
  • Drehbuch: Charles Sinclair, Bill Finger, Ivan Reiner
  • Inhalt:

    Die Erde ist mal wieder in Not. Schmelzende Polkappen sorgen für verheerende Überschwemmungen, und die Ursache scheint keineswegs natürlich. Die Wissenschaftler um General Norton (Enzo Fiermonte) orten eine Strahlenquelle am Himalaya, wo kürzlich auch eine Station von Schneemenschen überfallen wurde. Ein Fall für Commander Rod Jackson (Giacomo Rossi Stuart) und seinen Captain Frank Pulasky (Goffredo Unger)...

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Eine Heidenarbeit lag hinter Antonio Margheriti als die Arbeit an der Gamma 1-Quadrilogie sich dem Ende neigte. Vier Filme zeitgleich gedreht in drei Monaten, mit einem Festbudget für das Gesamtpaket. Da kann es schon mal knapp werden mit der Knete. Und so ist der letzte Teil dieser Reihe, „Dämonen aus dem Weltall“ etwas anders angelegt. Ein Großteil der Handlung spielt nicht im Weltall sondern auf der Erde, welche von Schneemenschen terrorisiert wird, welche es naturgemäß gern etwas kälter mögen.

     

    Doch es kommt noch viel schlimmer. Denn diese Schneemenschen sind freilich keine tumben Gorillas – wie sie sich Jackson und Crew in ein paar rassistisch motivierten Yeti-feindlichen Dialogen zur vorstellen – sondern intelligente Außerirdische, die nicht nur eine Basis auf der Erde haben sondern eine zweite in der Nähe des Jupiters. Das erstaunt sogar Commander Jackson, der trotz seiner vielen Abenteuer im Weltraum nun guckt wie ein Auto, „was, Außerirdische?“ Menno, wie konnte denn das passieren? Macht nichts, denn schließlich darf er später die Lebenslichter aus ihnen rausbomben. Problem demokratisch gelöst.

     

    „Dämonen aus dem Weltall“ ist durchaus unterhaltsam, trotzdem kann er gewisse Übermüdungserscheinungen nicht leugnen. Commander Jackson – anfangs in Urlaub am Wasser – hat zwar am Kai dasselbe futuristische Fahrzeug zu stehen, das man aus anderen Teilen der Filmserie kennt, im Hintergrund fahren aber doch recht deutlich italienische Fiats über eine Brücke. Zudem häuft sich der Einsatz von Archivaufnahmen, Schiffe, Militärs, Lawinen. Lisa Nielsen – gespielt von Ombretta Colli – liebt ihren vermissten Peter so sehr, dass sie körperlich spüren kann, dass er keineswegs tot, sondern noch am Leben ist. So sehr, dass sie auf dem Weg zu seiner Rettung noch ein bisschen mit Commander Jackson rumknutscht. Aber es ist halt kalt am Himalaya, man muss sich ja irgendwie warmhalten.

     

    Fehl am Platze wirkt US-Amerikaner Wilbert Bradley als einheimischer Nepalese, denn er sieht nun mal nicht wie ein Nepalese aus, sondern wie ein Hippie auf LSD. Und so spielt er auch. Trotz weniger Acting-Credits kann Wilbert Bradley aber auf eine zeitlich recht lange Schauspielkarriere zurückblicken. So war er in den sechziger Jahren in den meisten Malaysia-Abenteuern von Umberto Lenzi dabei, ebenso wie 1985 in Andrew Davis‘ „Cusack – Der Schweigsame.“

     

    Anfangs – bei den Szenen auf der Erde – wirkt „Dämonen aus dem Weltall“ etwas gestreckt, im späteren Verlauf – wenn wir uns wieder im Weltall befinden – kehrt endlich gewohnte Routine ein. Interessant ist vielleicht noch, dass Margheriti selbst gar nicht so begeistert davon war, als man sich entschloss, die Gamma One-Filme ins Kino zu bringen. Er sah sie als Fernsehformat – dafür hatte man sie ja konzipiert – auf großer Leinwand befürchtete er, würden die Effekte schrecklich aussehen. Mehr dazu findet man im Booklet von Pelle Felsch der X-Rated Blu-ray.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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