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Toto and Cleopatra

Italien, 1963

Originaltitel:

Totò e Cleopatra

Regisseur:

Fernando Cerchio

Inhalt

Nach der Ermordung Caesars wird Rom vom 2. Triumvirat geführt, bestehend aus Lepidus (Pietro Carlone), Octavian (Gianni Agus) und Marc'Antonio (Totò). Letzterer hat mit Regierungsgeschäften aber nicht viel am Hut, sondern zieht stattdessen durch die Welt, um ein Land nach dem anderen zu unterwerfen.

 

Als Marc'Antonio Ägypten erreicht, gerät er nach anfänglicher Arroganz schnell in den Bann der schönen Cleopatra (Magali Noël). Octavian will den abtrünnig gewordenen Konsul zurückgewinnen, indem er ihn mit seiner Schwester Ottavia (Moira Orfei) verheiratet, doch Mark Antons Noch-Ehefrau Fulvia (Lea Zoppelli) hat eine andere Idee. Sie will ihren untreuen Gemahl lieber tot sehen.

 

Und so schickt sie Marc'Antonios aus Rom verbannten Zwillingsbruder Totonno (auch Totò) nach Alexandria, wo er gelegentlich seinen Platz einnehmen und Cleopatra ordentlich beleidigen und demütigen soll. Totonno, ein skrupelloser Sklavenhändler, hat kein Problem damit dem Charme Cleopatras zu widerstehen, und schon bald wird Marc’Antonio wegen seines wechselhaften Verhaltens für verrückt gehalten.

Review

Nach TOTÒ CONTRO MACISTE (1962) drehte Fernando Cerchio diese weitere Totò-Komödie nach einem Drehbuch von Bruno Corbucci und Giovanni Grimaldi, die es in Italien noch ein halbes Jahr vor Joseph L. Mankiewiczs CLEOPATRA (1963) in die italienischen Kinos schaffte.

 

TOTÒ E CLEOPATRA ist eine routinierte Komödie mit dem bekannten italienischen Komiker, schwerlich jedoch einer seiner besten Filme. Den Zuschauer erwartet Vaudeville-Humor, angereichert mit einer Verwechslungs-Farce und großzügigem Umgang mit historischen Begebenheiten. Als einfach gestrickte Komödie funktioniert das durchaus, erreicht aber nicht ganz den Spaßfaktor von Cerchios TOTÒ CONTRO MACISTE, aus dem einige Innenausstattung Wiederverwendung fand. Bei den opulenten Außenaufnahmen und Massenszenen handelt es sich ausnahmslos um Archivmaterial, aus anderen Pepla stibitzt.

 

In der Rolle der Cleopatra wurde Femme Fatale Magali Noël besetzt, die durchaus ein paar amüsante Momente für sich verbuchen kann. Ihre „Miau-Szene“ mit Totò ist köstlich, und insbesondere wenn Mark Antons Zwillingsbruder Totonno sie zu demütigen sucht, indem er sie wie eine Sklavin missachtet, kann sie zeigen, was in ihr steckt. An dieser Stelle dürfen natürlich auch Anspielungen auf Cleopatras Nase nicht fehlen. Noël weist eine interessante Filmographie auf, hat neben ein paar Komödien mit Regisseuren wie Melville, Fellini, Costa-Gavras und Zulawski gedreht.

 

Auffällig sind eine Reihe von Schwulenwitzen, was sich angesichts der römischen Thematik wohl anbot. Die oben geschilderte Handlung wird noch durch einen Nebenstrang ergänzt. Mark Antonius‘ Tribun Enobarbo (Franco Sportelli) ist selbst in Cleopatra verliebt und erpresst so den Zwilling Totonno die Farce weiterzuführen als der sich längst in Sicherheit bringen will. Und dann wäre da noch Julius Caesars bescheuerter Spross Cesarione (Carlo Delle Piane), der sich allerlei Ohrfeigen und Kopfnüsse einfängt.

 

Aber so flüssig alles auch von der Hand geht, ist TOTÒ E CLEOPATRA solider Durchschnitt im Repertoire des Komikers Totò, dessen Karriere als Vaudeville-Clown sich allmählich dem Ende neigte. Späte Kritiker-Erfolge feierte er kurz vor seinem Tod im April 1967 unter der Regie von Pasolini.

Links

OFDb

IMDb

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