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Radhapura - Endstation der Verdammten

Deutschland | Italien, 1968

Alternativtitel:

Der Fluch der Diamanten (BRD)

Ti darò un posto all'inferno (ITA)

Deutsche Erstaufführung:

26. Juli 1968

Regisseur:

Hans Albin

Inhalt

Der Diamantenschürfer Steve Weston (George Nader) wird in einer Bar um seinen Besitz betrogen. Er beschließt, sich an dem Verantwortlichen namens Alfredo (Gordon Mitchell) zu rächen, und lässt sich als Arbeiter in einer von Alfredos berüchtigten Minen anheuern, die auf einer Insel weit vor der Küste zu finden ist. Wer dort arbeiten muss, gilt so gut wie verloren, da der Alltag von brutaler Härte und Unmenschlichkeit geprägt ist. Als Steve auffliegt, wird die tropische Luft sehr dünn für ihn und einige seiner Kameraden. So wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass sie sich aus dieser Hölle befreien können, da Alfredo zu seinen üblichen, meist tödlichen Methoden ansetzt...

Autor

Prisma

Review

Hans Albins RADHAPURA - ENDSTATION DER VERDAMMTEN reiht sich in die Riege typischer und seinerzeit zahlreich entstandener Abenteuerfilme mit Krimi-Einschlag ein, die meistens einem bestimmten Muster folgen. Zunächst ist lobend zu erwähnen, dass diese Produktion, die seinerzeit im Großverleih Constantin in die Kinos gebracht wurde, über besonders schöne Außenaufnahmen an Originalschauplätzen verfügt, was eigentlich immer nur dann an erster Stelle betont wird, wenn der entsprechende Film nicht über die gewünschte inszenatorische Substanz oder überwiegend interessante Phasen verfügt. Unter dem bekannten Berliner Regisseur Hans Albin kommt es leider sehr schnell zu derartigen Eindrücken, denn das Szenario wirkt zumindest im ersten Drittel abenteuerlich lang gestreckt, bis das Ganze ein wenig an Fahrt aufnehmen darf. Hierfür verantwortlich zeigt sich hauptsächlich und erfreulicherweise ein skrupellos agierender und beängstigend wirkender Gordon Mitchell, der alleine wegen seiner markanten Physiognomie für Aufsehen sorgen kann. In der Rolle des sadistischen Aufsehers einer obskuren Edelsteinmine darf sich der amerikanische Bodybuilder nach Herzenslust austoben, was für die nötigen Zustände der Spannung und Unterhaltung sorgt, die man aufgrund der Thematik hier im Vorfeld erwartet hat. Wie erwähnt plätschert das Ganze zuvor, danach und auch währenddessen immer wieder vor sich hin, sodass man sich nach visuellen Genüssen umsehen muss.

 

In diesem Zusammenhang ist selbstverständlich die schöne Italienerin Femi Benussi zu erwähnen, deren Erscheinung wie ein Segen innerhalb dieser Tempoarmut wirkt, wenngleich ihre Rolle unterm Strich etwas zu stiefmütterlich ausgeleuchtet bleibt, da Albin vor allem einen echten Männerfilm präsentieren möchte, was allerdings nur leidlich gelingt. Plötzlich versucht sich die Geschichte mit brutalen Tendenzen und unmenschlichen Untertönen interessant zu machen, was tatsächlich für Aufmerksamkeit sorgen kann, wenngleich man sich von Anfang an eine bessere Dosierung gewünscht hätte. Gut eingefangen bleibt die Atmosphäre und Gefahr des Dschungels, die gleichzeitig Gesetz über Leben und Tod darstellt, wobei es natürlich eine Person gibt, die sich über all das stellt. Es kann nicht oft genug betont werden, wie bemerkenswert die Leistung von Gordon Mitchell hier wirkt, von dem die erwartete Spannung beinahe alleine auszugehen scheint. Bewaffnet mit einem Schlagstock, der die Vehemenz seiner Befehle unterstreicht, empfiehlt er sich als Richter und Henker in einer Person, wenngleich er natürlich über eine Gefolgschaft von willenlosen Vollstreckern verfügt. Neben seiner Intensität wirkt die groß angekündigte Hauptrolle von George Nader sehr blass, der zu jener Zeit längst als Jerry Cotton bekannt war. Naders Präsenz kann sich aufgrund seiner eigenartig untergeordneten Rolle schwer entfalten, sodass es im Umkehrschluss zu bedrohlicher wirkenden Situationen für ihn kommt, da man als Zuschauer gerne einmal vergisst, dass es sich um die männliche Hauptrolle handelt.

 

Neben ihm agieren gute alte Bekannte, wie die stets gerne gesehenen Darsteller Rik Battaglia und Carl Möhner, deren Potenzial, auf gleich mehreren Seiten zu stehen, leider nicht abgerufen wird. Schlussendlich sind vielmehr launische Darbietungen zu beobachten, weil die Dramaturgie launisch sein möchte. Am Ende kommt es auf die geballte Ladung an, denn hier können die mit zu wenig Konturen versehenen Charaktere noch einigermaßen Punkten. Zwischenzeitlich kommt es immer wieder zu Gewalt und Brutalität, was des Einfallsreichtums letzter Schluss darstellt. So bleibt es kein Geheimnis, und noch vielmehr kein Wunder, dass der Film beim damaligen Publikum kein besonderes Interesse hervorrufen konnte, und man mit Nader als Zugpferd offenbar auf das falsche gesetzt hatte, obwohl man ihm hier nicht den größten Vorwurf machen sollte, denn aus der Geschichte ist nicht besonders viel für ihn herauszuholen gewesen. Die besten Szenen bleiben somit auf der Seite von Kollege Mitchell, der das Anschauen alleine wegen seiner unbändigen Performance fast sehenswert macht. RADHAPURA - ENDSTATION DER VERDAMMTEN hat unterm Strich mehrere Gründe zu bieten, sich dieses Spektakel ohne wirkliches Spektakel anzusehen, allerdings sollte man sich bereits im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass Offenbarungen hier weitgehend ausbleiben werden. Also bleibt ein weiterer Film für Fans des Dargebotenen zurück, die möglicherweise nachsichtig mit Albins abenteuerlichem Gebräu umzugehen wissen.

Autor

Prisma

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