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The Police Commissioner

Italien, 1962

Originaltitel:

Il commissario

Alternativtitel:

El comisario (ARG)

Le commissaire (FRA)

Regisseur:

Luigi Comencini

Inhalt

Kurz vor dem Osterfest wird ein christdemokratischer Abgeordneter tot aufgefunden, 30 km von seinem Hotel entfernt. Da der Mann ein Schürzenjäger war und seine Parteikollegen sich vor einem Skandal fürchten, ist man froh, den Fall schnell als Fahrerflucht aufgeklärt zu haben, die der bekannte Kriminelle Provetti (Alfredo Leggi) begangen haben soll.

 

Doch dann ist da noch Vize-Kommissar Dante Lombardozzi (Alberto Sordi). Während seine Kollegen sich in den Feiertagsurlaub begeben, entdeckt der ambitionierte junge Polizist Widersprüche in den Aussagen und geht dem nach. Damit macht er sich keine Freunde.

Review

Luigi Comencinis IL COMMISSARIO nach einem Drehbuch von Age & Scarpelli ist ganz auf seinen Hauptdarsteller Alberto Sordi zugeschnitten. Der ist fast immer im Bild, muss also den Film tragen, und natürlich kann er das mit Charakterisierung und Wortwitz. Dabei gelingt eine interessante Gratwanderung, denn trotz aller komödiantischen Untertöne und der kaum verhohlenen Kritik an vorgeblichen Saubermännern unter den Christdemokraten, wird die eigentliche Kriminalgeschichte durchaus ernst genommen und mit dramatischer Musik von Carlo Rustichelli unterlegt.

 

Und so ist IL COMMISSARIO dann auch eher Satire als Komödie. Einflüsse der Commedia all’italiana finden sich dennoch. Die Hauptfigur des Dante Lombardozzi könnte italienischer nicht sein, ebenso die Motive einzelner Zeugen für ihre Lügen. Jeder kocht sein eigenes Süppchen, und selbst Lombardozzi, der seinen Beruf und die damit einhergehende Verantwortung bitterernst nimmt, gerät gelegentlich auf Abwege. Dennoch riskiert er die Beziehung zu seiner Verlobten Marisa (Franca Tamantini), um die Wahrheit herauszufinden.

 

Die Tragik im Finale besteht darin, dass Wahrheit nicht zwangsläufig zu Gerechtigkeit führt. Um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, lügt Lombardozzi schließlich vor Gericht und zerstört damit seine Karriere. Doch zumindest seine Ehrlichkeit wird am Ende belohnt: seine Beziehung zu Marisa ist gerettet, er gewinnt eine Familie hinzu und wird wichtiges Mitglied in deren Pasta-Fabrikation. Italienischer geht nicht.

 

Unangenehm ist dagegen die Eröffnung des Films. Die Leiche des Christdemokraten wird von ein paar Jungen gefunden, die zuvor eine kleine Katze in eine Rakete stecken und diese abfeuern. Das hätte ich nicht sehen müssen. Kurz darauf verhört Lombardozzi den ansässigen Bahnwärter, der gerade eine (selbige?) Katze zubereitet.

 

IL COMMISARIO wird spannend erzählt, Hauptdarsteller Alberto Sordi spielt seine Rolle beharrlich bis charmant. Ohne Sordi bliebe am Ende aber nicht viel übrig, als Zuschauer muss man ihn also mögen. Produziert wurde IL COMMISSARIO von Dino de Laurentiis, für die Kameraarbeit waren Aldo Scavarda (DOP) und Camillo Bazzoni (Operator) zuständig.

 

In Alberto Sordis Filmographie gehört IL COMMISSARIO sicher zu seinen besten Figuren, nicht jedoch zu seinen besten Filmen. Dennoch ist das Ganze sehr unterhaltsam.

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