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Juke box - Urli d'amore

Italien, 1959

Originaltitel:

Juke box - Urli d'amore

Alternativtitel:

Rythme, amour et twist (CAN)

Pousse pas grand-père dans les orties (FRA)

Regisseur:

Mauro Morassi

Musik:

Ezio Leoni

Inhalt

Paolo Valente (Mario Carotenuto) ist ein kleiner Betrüger, der gerade 15 Monate im Regina Coeli-Gefängnis hinter sich hat. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen sucht er seine Beziehung zu der wohlhabenden Marisa Loreto (Marisa Merlini) auszunutzen, die einen Musikverlag besitzt. Doch Marisa ist nicht auf den Kopf gefallen und wittert ihre Chance, Paolo endlich unter die Haube zu bekommen.

 

Währenddessen hat der junge Automechaniker Othello (Terence Hill) ganz andere Probleme, denn seine Angebetete (Karin Baal) ist ein ziemlich wildes Früchtchen, welches die Männer für sich auszunutzen weiß. Aber Othellos Sanftmütigkeit hat Grenzen, und als er das Mädchen verlässt, sucht diese sich einen richtigen Job – als Model für Schallplattencover in Marisas Musikverlag. Davon ahnt Othello nichts, und als er sie im Hochzeitskleid vor einer Kirche mit Bräutigam posieren sieht, platzt ihm der Kragen.

 

Im Café von Franchina (Dori Dorika) steht eine Juke Box mit Singles von Marisas Musikverlag, die als Signal für das heimliche Liebespaar Calogero (Tiberio Murgia) und Domenica (Mara Berni) dient. Der Südländer ist Domenicas Nachbar und längst vom Vater einer anderen versprochen, doch seine Gefühle für Domenica brennen schließlich mit ihm durch. Die üppige Franchina wiederum hat es auf ihren schüchternen Angestellten Orlando (Raffaele Pisu) abgesehen.

 

Gauner Paolo hat indessen einen Dreh gefunden, um zu Geld zu kommen. Gegen das falsche Versprechen von Studioaufnahmen lässt er sich von angehenden Musikern Geld schicken. Doch der Schwindel fliegt auf, der Arm des Gesetzes (Fedele Gentile) legt sich auf seine Schulter und hat sämtliche jungen Musiker im Gepäck, die Paolo ihr Geld gesandt haben. Valente sieht nur einen Ausweg – Marisa auf Knien darum zu bitten, dass sie ihm aus der Bredouille hilft.

 

Paolo hat Glück im Unglück, denn rein zufällig haben ihm nur wirklich talentierte Künstler geschrieben. Der Plattenvertrag bei Marisa ist diesen sicher, so wie Paolo die stets von ihm abgelehnte Hochzeit mit Marisa.

 

Review

JUKE BOX – URLI D’AMORE (übersetzt in etwa Juke Box – Schreie der Liebe) ist ein Musicarello von 1959 unter der Regie von Mauro Morasssi, der insgesamt nur vier Spielfilme drehte. Morassi war hauptsächlich Dokumentarfilmer, sein letzter Spielfilm IL SUCCESSO (1963), wurde von Dino Risi beendet. Morassi starb im Alter von nur 41 Jahren im Jahr 1966 bei einem Autounfall zwischen Sambia und Tansania.

 

Das Drehbuch von Ottavio Alessi, Ugo Guerra und Fabio De Agostini weist eine episodenartige Erzählstruktur auf, alles kreist um die Hits eines bekannten Musikverlags. Zentrum dieser Episoden ist die Gaunerei von Paolo, der schließlich unabsichtlich ein paar Hit-Garanten an Land zieht. Bei Letzteren handelt es sich etwa um Adriano Celentano, Mina, Giorgio Garber und Colin Hicks. Die Musik im Film ist somit eher Rock ‚n‘ Roll-lastig.

 

Für deutsche Zuschauer interessant ist natürlich der amüsante Erzählstrang um Terence Hill und Karin Baal. Dies ist tatsächlich ein großes Highlight im Film. Karin Baal hat man selten so verführerisch und sexy gesehen, und es sind nicht zuletzt ihre Szenen, die dem Film damals in Italien eine Freigabe nicht unter 16 Jahren bescherte. Ihre Masche ist es, sich als Dessous-Vertreterin auszugeben, wobei Othello sie dann rechtzeitig aus den Klauen der angeheizten Kunden befreien soll, die sich dann stets als großzügig erweisen, um einen Skandal zu vermeiden. Zusätzlichen Zündstoff bot eine Striptease-Szene im Tutu-Club, ausgeführt von Gordana Miletic.

 

Ein weiteres Thema des Films ist ein Paragraph, der es den Angestellten des Musikverlags verbietet zu heiraten. Eifrigster Kämpfer gegen diese Regelung ist Marisas Buchhalter Anzilotto (Aroldo Tieri), der in eine Angestellte verliebt ist, welche ihrerseits längst heimlich mit einem anderen Kollegen verheiratet ist. Tatsächlich hat es einen solchen Paragraphen in den 50er und 60er Jahren in Italien gegeben. In einigen Firmen war es untersagt, dass Angestellte untereinander heiraten, die meisten Firmen wiederum stellten verheiratete Frauen gar nicht ein.

 

JUKE BOX – URLI D’AMORE ist ein sehr amüsantes Musicarello und für Karin Baal-Fans ein absolutes Muss. Und der junge Terence Hill als eifersüchtiger Othello ist schlicht zum Knuddeln.

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