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For all the Gold in the World

Italien, 1968

Originaltitel:

L'oro del mondo

Alternativtitel:

För allt guld i världen (SWE)

Regisseur:

Aldo Grimaldi

Inhalt

Physikstudent Carlo (Al Bano) steht noch immer unter dem Support der Ex-Chauffeure Franco & Ciccio, die inzwischen ein Lebensmittelgeschäft nicht ganz ehrlich erworben haben. Zwei Jahre muss er noch warten, bis er die hübsche Lorena (Romina Power) heiraten kann. Sein Erzfeind Giorgio (Carlo Giordana) wird vom Vater testweise zum Vizepräsidenten von dessen Firma ernannt, während er auf Geschäftsreise ist. Giorgio nutzt die Gelegenheit, um Lorenas wohlhabenden Vater in arge finanzielle Bedrängnis zu bringen, um diese zum Sex mit ihm zu zwingen. Doch die Nummer misslingt, und Giorgio bekommt ordentlich die Visage poliert.

Review

Für Mondial Televisione Film inszenierte Aldo Grimaldi diese Fortsetzung des ein Jahr zuvor entstandenen NEL SOLE (1967), welcher das erste gemeinsame Musicarello mit Al Bano und Romina Power war. Der Musikanteil fiel in diesem Sequel geringer aus, ebenso wie die Qualität bei der Umsetzung.

 

Bevor die Story uns in die Problemchen des Liebespaares Carlo und Lorena führt, gibt es zunächst ein längeres Intro mit Franco & Ciccio. Die haben ein Lebensmittelgeschäft erworben und den armen Vorbesitzer böse ausgetrickst, indem sie den Ablösebetrag ein Jahrzehnt in die Zukunft datiert haben. Nun muss der Mann bei ihnen um Essen betteln, was auch für den Zuschauer nur bedingt lustig ist. Gleich nebenan hat Carlos Ex-Lehrer Filippo (Nino Taranto) ein Elektrogeschäft erworben, und damit ist der Grundstein für weitere mal mehr mal weniger komische Intermezzos gelegt.

 

Carlo selbst kellnert nicht mehr, um sein Studium zu finanzieren, sondern tritt mit einer talentfreien Jugendband auf. Hier kommt es dann auch zu einer ersten, eher mies choreographierten Gesangs- und Tanzszene, und dem Kostümbildner gehören ein paar kräftige Ohrfeigen geballert, denn er hat es geschafft, mit einem weinroten Hosenanzug und einer überaus scheußlichen Perücke die süße Romina Power in Norman Bates Mutter zu verwandeln.

 

Da ich Claudio Ragona nicht für einen untalentierten Kameramann halte, muss man Folgendes wohl der Regie zuschreiben. Alle regen sich immer darüber aus, wenn Jess Franco mitten im Film Motive heranzoomt, weil er keine Zeit und keinen Kamerakran hat. In L’ORO DEL MONDO sehen wir eine ähnliche Nummer. Zwar wird nicht sichtbar für den Zuschauer hin- und her gezoomt, dafür werden Personen oder Objekte erst off-screen ganz nah herangeholt, dann die Kamera laufen gelassen. Das Ergebnis sind seltsam unfertig wirkende Bildausschnitte, die den Eindruck hinterlassen, der Kameramann wäre nicht fähig zu einer ansehnlichen Bildkomposition. Oder hat man das nachträglich gemacht? Sieht jedenfalls amateurhaft aus.

 

Pluspunkt gibt es dennoch. Drecksack Giorgio ist noch dreckiger als im Vorgänger und hat sich was richtig Fieses ausgedacht, um Lorena zu…ja was eigentlich? Lorena glaubt, Giorgio will sie zu einer Heirat zwingen, trennt sich von Carlo, nur um ihrem Vater zu helfen und bietet Giorgio während eines Dates im Autokino (es läuft DJANGO) die Ehe mit ihr an. Doch der hat nur eine schnelle Nummer geplant.

 

Doch schließlich findet Carlo heraus, was hinter all dem steckt, und angesichts des komödiantischen Tons des Films (inklusive animiertem Vorspann, der so ziemlich den ganzen kommenden Film spoilert), darf man sich nun über die blutige Gewalttätigkeit der Abreibung wundern, die Carlo dem schwächlichen Giorgio verpasst. Und damit wir sicher sein können, dass keine weiter Fortsetzung lauert, wird endlich geheiratet, inklusive diesbezüglichem Schlusswitz von Franco & Ciccio.

 

Seichte Unterhaltung, noch seichter als der Vorgänger.

Links

OFDb

IMDb

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