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Zum Teufel mit der Jungfernschaft

Italien, 1976

Originaltitel:

La segretaria privata di mio padre

Alternativtitel:

A Secretária Particular do Meu Pai (PRT)

La secrétaire privée de mon père (FRA)

La secretaria privada de mi padre (ESP)

Min pappas sekreterare (SWE)

My father's private secretary (NOR)

Tatil Kızı (TUR)

Deutsche Erstaufführung:

20. April 1979

Regisseur:

Mariano Laurenti

Inhalt

Kosmetikfabrikant Armando Ponziani (Renzo Montagnani) träumt von einer hübschen Privatsekretärin, doch zu seinem Leidwesen gestattet ihm seine Frau Ersilia (Giuliana Calandri) nur die hässlichsten Frauen der Gegend in seiner Firma einzustellen. Nach einem Autounfall ist seine Frau jedoch vorübergehend bettlägerig, und Armando sieht seine Chance gekommen als ihm sein Angestellter Dottore Mingozzi (Aldo Massasso) seine charmante Verlobte Luisa (Maria Rosaria Omaggio) als Sekretärin anbietet. Doch das Ganze ist nur ein Trick, mit dem Mingozzi seinen Arbeitgeber kompromittieren will, denn er möchte selbst die Firma übernehmen.

Review

ZUM TEUFEL MIT DER JUNGFERNSCHAFT ist eine weitere Commedia sexy all'italiana aus der Produktion von Luciano Martinos Dania Film, gedreht in Como am Comer See in der Lombardei, von Mariano Laurenti. Der deutsche Verleihtitel von Avis Film (aus der Schmiede von Uwe Schier) könnte inhaltlich kaum unpassender sein, denn niemand ist hier Jungfrau. Wesentlich passender ist der Originaltitel LA SEGRETARIA PRIVATA DI MIO PADRE, was für sich selbst spricht und hier wohl keiner Übersetzung bedarf.

 

Renzo Montagnani steht als Kosmetikfabrikant unter der Fuchtel seiner Frau Ersilia, die ihm lediglich die hässliche Amalia (Sofia Lombardo) als Sekretärin zugebilligt hat, kein Wunder, denn bevor Ersilia Armando Ponzianis Frau wurde, war sie seine Sekretärin. Sie weiß also, wie es läuft. Armando hat wiederum eine heimliche Affäre mit der Schwedin Ingrid (Anita Strindberg), die im weiteren Verlauf der Handlung an Bedeutung gewinnt.

 

Nach einem Autounfall auf dem Weg in die Oper ist Ersilia bettlägerig aber weiterhin im Haus. Armando hat Arm und Bein in Gips, und die hässliche Sekretärin Amalia ist im Krankenhaus gelandet. So sieht der Unternehmer seine Chance gekommen und engagiert die hübsche Luisa. Für die Komik der weiteren Geschehnisse ist die Konstellation in Armandos Villa wichtig. Nach Eintreffen von Luisa versucht nicht nur Armando sie zu verführen. Auch sein Sohn Franco (Stefano Patrizi) hat es auf sie abgesehen, ebenso der Hausdiener Giuseppe (Enzo Cannavale). Und natürlich darf Ehefrau Ersilia die hübsche Privatsekretärin nie zu Gesicht bekommen, da sie diese sofort feuern würde. Hierfür bemüht Sohn Franco seinen Freund Oscar (Alvaro Vitali), der als Frau verkleidet Luisas Part einnehmen muss, wann immer Ersilia diese zu sehen verlangt. Für Situationskomik ist also gesorgt.

 

Doch es kommt, wie es kommen muss, Luisa verliebt sich in Franco und entdeckt ihre Ehrlichkeit. Es gibt einen Teil des Films, der nicht so recht funktioniert. Maria Rosaria Omaggia ist zweifellos eine ansehnliche Frau, doch eben auf eine sehr natürliche und durchschnittliche Weise. Sie ist nicht die Wow-Bombe, die sie laut Drehbuch sein soll, eine nach der sich alle umdrehen, wenn sie den Raum betritt. Diesen Effekt erzielt sie nicht. Dafür gelingt es ihr, die Wandlung vom Objekt des Betrugs (wie in der Inhaltsangabe beschrieben, soll sie ja eigentlich nur Ponziani kompromittieren) zur ehrlichen Frau, die sich nach ihrer Selbsterkenntnis mit Nachdruck verschafft, was sie eigentlich will, nachdem sie sich von Dottore Mingozzi gelöst hat. Dabei bedarf es auch eines gewissen Durchsetzungsvermögens, denn noch hat sie allerlei geile Männer auszutricksen. Vor allem beim Hausherrn ist dabei Druck vonnöten, hierbei kann ihr die Schwedin Ingrid helfen.

 

ZUM TEUFEL MIT DER JUNGFERNSCHAFT ist sehr amüsant, aber kein Überflieger. Ein schöner, entspannter und milde sexistischer Film (da gibt es schlimmere) für einen Wochenendnachmittag ist er jedoch allemal. Und gottseidank ist Alvaro Vitalis Part moderat gehalten. Die deutsche Kinofassung war leider gekürzt. Uncut gibt es ihn derzeit auf Netflix im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen.

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