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Snake House

Italien, 1989

Originaltitel:

Bloody Psycho

Alternativtitel:

Pesadilla sangrienta (ESP)

Bloody Psycho - Lo specchio (ITA)

Nel nido del serpente (ITA)

Inhalt

Dr. Werner Vogler (Peter Hintz) wird ins Schloss der hüftabwärts gelähmten Mrs. Rezzori (Brigitte Christensen) gerufen, um ihre Chakren zu aktivieren, damit sie wieder geil werden kann. Doch im Schloss soll es spuken, und so klärt Vogler neben seinen sexuellen Abenteuern ein paar Morde auf und verliebt sich in eine alte Hexe.

Review

Leandro Lucchettis SNAKE HOUSE kann sich gerade im deutschsprachigen Raum mit ein paar bemerkenswert schlechten Reviews rühmen. Es bleibt nun also die Frage zu klären, ob wirklich dieser fürs italienische Fernsehen produzierte Kleinfilm verantwortlich für irreführende Vermarktung, eine abscheuliche Synchro oder verärgerte Käufer ist, die zu horrenden Preisen alte Red Edition-DVD’s gekauft haben, wo sie doch hätten zuschlagen sollen als diese noch für 1 Euro auf dem Grabbeltisch zu haben waren.

 

Auch wenn Lucchettis Film diese Bezeichnung wohlweislich vermeidet, Hauptprotagonist Dr. Vogler ist Pranotherapeut. Durch Handauflegen will er Magnetfelder im Körper von Erkrankten aktivieren, um diese zu heilen. Das ist eine interessante Wahl, denn zum Drehzeitpunkt lief in Italien gerade ein großer Prozess zu diesem Thema, der 1990 mit dem entsprechenden Urteil endete, dass das Heilen von Kranken in den Bereich von Ärzten gehört, und wer sich dennoch als „Dr.“ der Pranatherapie ausgibt, macht sich seitdem strafbar. Auf gut Deutsch: Dr. Vogler ist ein Scharlatan. Dazu passt auch die Tatsache, dass seine Patientin ihre Erkrankung nur vortäuscht.

 

Luchetti würzt die Story mit unverhohlener Erotik, ohne viel Nacktheit zu zeigen. Mrs. Rezzori geilt sich daran auf, dass sie ihre Bedienstete Scherben für sie aufkehren lässt, achtet sorgsam darauf, dass diese dabei auch ausreichend kriecht. Dr. Vogler wiederum steht auf seltsame Joghurt-Spielchen. Darsteller Peter Hintz ist ein wenig farblos, mogelt sich aber ausreichend durch die 90 Minuten.

 

Leandro Lucchetti kennt seinen Italian Gothic. Aus einer kurzen Szene aus Riccardo Fredas THE SPECTRE (Lo Spettro, 1963) – der Geist im Rollstuhl – bastelt er zahlreiche Momente. Ebenso ist eine deutliche Referenz an Mario Bavas DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT (La Maschera del Demonio, 1960) zu finden. Freilich ist Lucchetti weder ein Freda noch ein Bava, aber es gelingt ihm durchaus Stimmung zu erzeugen, wenn auch nicht über die ganze Lauflänge. Dennoch ist es ein kleines Wunder, dass er für das Zwei Mark Fuffzig Budget überhaupt diesen durchaus funktionierenden Film hinbekommen hat. Als ziemlichen Downer empfand ich lediglich das Ende.

 

Sehenswerte Auftritte bringen zumindest zwei Darsteller im Film: Paul Muller und Vassili Karis. In einem kurzen Cameo sieht man auch Regisseur Lucchetti (Halbglatze, moppelig, Rauschebart). Die Bilder von Kameramann Silvano Tessicini sind professionell, und die Musik von Lanfranco Perini holt einiges raus, was böse hätte enden können. Lediglich das Stück beim Reiterhof ruft leichtes Würgen hervor. Zu cheezy.

 

 

Fazit: wenn man endlich in den Schädel bekommen hat, dass dies kein Lucio Fulci-Film ist, durchaus unterhaltsam. Lebt damit. Zahlreiche Szenen aus SNAKE HOUSE wurden später von Lucio Fulci in NIGHTMARE CONCERT (Un gatto nel cervello, 1990) wiederverwendet.

Links

OFDb

IMDb

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