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Die Saat des Teufels

Italien, 1988

  • Originaltitel: Hansel e Gretel
  • Alternativtitel:

    Non si seviziano i bambini

    Never hurt children!

    Hansel and Gretel

  • Regisseur: Giovanni Simonelli, Lucio Fulci
  • Kamera: Silvano Tessicini
  • Musik: Lanfranco Perini
  • Drehbuch: Giovanni Simonelli
  • Inhalt:

    Polizeikommissar Roy (Maurice Poli) hat es auf einen Kinderhändlerring unter Führung der skrupellosen Solange (Brigitte Christensen) abgesehen, die in so ziemlich jeder schmutzigen Weise mit Kindern handelt: für Diebstähle, Prostitution und gar Organhandel. Von ihrem Stiefvater hat Solange die Geschwister Hansel und Gretl gekauft, beide sterben bei der Entnahme ihrer Organe. Doch sie kehren von den Toten zurück und nehmen Rache an all jenen, die an ihrem Tod mitgewirkt haben. Als einer nach dem anderen das Zeitliche segnet, sendet Roy die junge Polizistin Silvia (Elisabete Pimenta Boaretto) auf das Landgut von Solange, wo sie Zeuge des Spuks durch die Geister der ermordeten Geschwister wird – doch natürlich will ihr niemand glauben, schon gar nicht der zuständige Staatsanwalt (Paul Muller). Und so geht das Töten weiter.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Die Saat des Teufels“ ist ein weiterer Film aus der „Lucio Fulci presents“-Reihe, welche fürs italienische Fernsehen produziert aber nie ausgestrahlt wurde. Die Regie überließ man diesmal Drehbuchautor Giovanni Simonelli, keine gute Idee, wie sich zeigen sollte. Simonelli kann zwar auf ein paar Nennungen als Regieassistent in den frühen Sechziger Jahren zurückblicken, hatte aber wohl keinerlei wirkliches Interesse an vorliegendem Projekt, und so zog er die Zabalza-Nummer ab: trank viel, arbeitete wenig. Vieles blieb dem Production-Supervisor Michele de Angelis überlassen. Nach „Fertigstellung“ hatte der film nur eine Lauflänge von 55 Minuten.

     

    Fulci übernahm – widerwillig – die Regie für ca. eine Woche Nachdrehs, wobei die meisten der zahlreichen Todesszenen zustande kamen. Aber schon so ziemlich zu Anfang des Films kommt es zu einer ersten Inkonsistenz. Die Geschwister Hansel und Gretel werden von zwei Gangstern betäubt und in den Kofferraum einer schwarzen Limousine verfrachtet. In der Anschlussszene erreichen sie das illegale Hospital, wo sie schließlich sterben werden – in Begleitung der zwei Gangster, aber auf dem Rücksitz einer weißen Limousine und keineswegs betäubt.

     

    Dennoch kann ich mich den extrem schlechten Bewertungen, die der Film zumeist erhält, nicht so ganz anschließen. Klar, beim ersten Ansehen so um 2002 herum, war ich auch erst mal geschockt, wie billig das alles aussah. Es ist aber nun mal eine TV-Produktion mit Minimalbudget. Viel gruselige Atmosphäre erwartet einen nicht, dafür aber eine wirklich böse Story. Die Morde sind zahlreich, jede Todesart ist anders, alle sind schmuddelig-gruesome umgesetzt. Um die Zahl der Todesfälle zu erhöhen, werden einem auch mindestens drei Charaktere (unter ihnen Zora Kerova) irgendwann während des Films einfach vor den Latz geknallt, ja, die gehören auch zu den Gangstern, nehmt es hin, und schaut wie sie sterben.

     

    Die Hauptrolle in diesem Film hat eigentlich die Halbbbrasilianerin Elisabete Pimenta Boaretto, diese hinterlässt keinen bleibenden Eindruck, und so bleib es ihr einziger Auftritt vor einer Filmkamera. Gedreht wurde „Die Saat des Teufels“ auf demselben Grundstück wie Mario Bianchis „The Murder Secret“ (Non aver paura della zia Marta, 1988), welcher ebenfalls zur „Lucio Fulci presents“-Reihe gehört, die von Antonio Lucidi und Luigi Nannerini produziert wurde. Kameraführung und Musik sind unauffällig. Auf IMDb wird Paul Mullers Rolle fälschlich als die eines Mädchenhändlers gelistet (er ist entweder Staatsanwalt oder Kommissar Roys Chef), außerdem tauchen KEINE Szenen aus „Die Saat des Teufels“ in Fulcis „Nightmare Concert“ (Un gatto nel cervello, 1990) auf. Entstanden ist der Film 1988, die Angabe 1990 auf IMDb und OFDb ist somit falsch.

     

    Fazit: eine böse Geschichte, die mit schmalem Budget keineswegs ideal umgesetzt wurde. Kann man gesehen haben. Ganz so übel wie sein Ruf ist er jedenfalls nicht, wenn auch nahe dran.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

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