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Gesetz ist Gesetz

Frankreich | Italien, 1958

Originaltitel

La legge è legge

Alternativtitel

La loi c'est la loi (FRA)

La ley es la ley (ESP)

The Law Is the Law (USA)

Deutsche Erstaufführung

03. April 1959

Regisseur

Christian-Jaque

Musik

Nino Rota

Inhalt

Das beschauliche Dörfchen Assola liegt nicht nur zwischen den französischen und italienischen Alpen, sondern tatsächlich verlaufen die Landesgrenzen im Zickzack-Kurs mitten durch den Ort. Das „Hotel delle due frontiere“ wird durch den Verlauf der Grenze gar in zwei Hälften geteilt. Unter den Bewohnern finden sich zwei Erzrivalen, die sich eigentlich von Kindheit an kennen, aber verschiedener Nationalität sind.

 

Der französische Grenzpolizist Ferdinand Pastorelli (Fernandel) wurde einst im „Hotel delle due frontiere“ geboren, Mutter Italienerin, Vater unbekannt. Sein Rivale ist der Schmuggler Giuseppe Lapaglia (Totò), welcher zudem mit Ferdinands erster Frau verheiratet ist, von der dieser sich scheiden ließ. Ferdinand ist inzwischen wieder verheiratet und hat – ebenso wie Giuseppe – Kinder.

 

Als Giuseppe Ferdinand beim Alkoholschmuggel ertappt, will er ihn verhaften, doch als plötzlich zur Sprache kommt, dass Ferdinand in der Küche des Hotels geboren wurde, welche zum italienischen Teil Assolas gehört, wittert der gewiefte Giuseppe seine Chance. Denn damit wäre Ferdinand gar kein Franzose sondern Italiener und somit auch unberechtigt Polizist. Diese Neuigkeit verbreitet sich wie ein Lauffeuer im Dorf, und Stadträte, Carabinieri und die Verwaltung der Region wälzen Paragraphen, denn Gesetz ist nun mal Gesetz.

 

Als die Sache beginnt, Ferdinand Probleme zu bereiten, will Giuseppe ihm helfen. Mithilfe zweier gekaufter Zeugen verschafft er Ferdinand einen italienischen Pass, denn vorläufig war dieser staatenlos. Danach will er die französische Staatsbürgerschaft beantragen. Doch die Sache gestaltet sich komplizierter als gedacht. Denn als Italiener ist Ferdinands Scheidung von seiner ersten Frau ungültig und somit auch die Ehe mit seiner zweiten Frau. Plötzlich ist er also Bigamist und zudem nach italienischem Gesetz noch immer der Ehemann von Giuseppes Frau und gesetzlicher Vater von Giuseppes Kindern. Außerdem wirft man ihm Desertation vor, da er im Krieg auf der „falschen“ Seite gekämpft hat.

 

Ferdinand sitzt also mächtig in der Tinte und ist wütender auf Giuseppe denn je. Doch der lässt seinen Freund und Rivalen nicht im Stich.

Review

„Gesetz ist Gesetz“ ist eine französisch-italienische Komödie aus dem Jahr 1958, gedreht im Winter 1957 in der Ortschaft Venafro, Isernia in der Region Molise, denn der Ort Assola, wie er im Film beschrieben wird, existiert natürlich nicht. Regie führte der in Paris gebürtige Christian-Jacque alias Christian Maudet, der eine lange und interessante Filmographie aufweist. Filmfans sind wohl insbesondere Werke wie „Fanfan, der Husar“ (Fanfan la Tulipe, 1952), "Die schwarze Tulpe" (La tulipe noire, 1964) oder seine Bourvil-Episode aus „Spione unter sich“ (The Dirty Game, 1965) bekannt.

 

Die Geschichte von „Gesetz ist Gesetz“ stammt aus der Feder des Duos Age & Scarpelli. Diese orientierten sich dabei in Bezug auf die beiden Hauptfiguren an der Grundsituation aus Mario Monicellis und Stenos „Räuber und Gendarm“ (Guardie e ladri, 1951) mit Totò und Aldo Fabrizi und fügen hierzu die lustige Grenzsituation, eine seichte Kritik an Paragraphenreiterei und den für einen Franzosen schrecklichen Gedanken, was, wenn ich in Wirklichkeit Italiener wäre. Mit Totò und Fernandel hat man nicht nur zwei ideale Hauptdarsteller gefunden, vielmehr liegt der Gedanke nahe, dass das Drehbuch eigens auf die Beiden zugeschnitten wurde.

 

Was die übrigen Credits hinter der Kamera betrifft, so weichen diese in der französischen und italienischen Fassung stark voneinander ab. Gesichert sind jedoch Christian-Jacque als Regisseur, Age & Scarpelli als Drehbuchautoren und Nino Rota als Filmkomponist. Die jeweiligen Länderfassungen sind unterschiedliche Schnittfassungen, wobei die Französische, auf welcher auch die deutsche Kinofassung und die DVD von Pidax beruhen, etwa sieben Minuten länger ist als die Italienische.

 

Ich will gar nicht viel über den genauen Inhalt des Films verraten, denn die Komik lebt von den Steigerungen, die Ferdinands Odyssee durch seinen Spießrutenlauf bei der Erlangung der „richtigen“ Staatsbürgerschaft mit sich bringt. Verraten kann ich aber, dass der Film in der deutschen Synchronisation zwar auch lustig ist aber kaum mit den Originaldialogen und Eigenheiten der beiden Komiker mithalten kann. Hat man Totò nicht in Italienisch gesehen, dann hat man ihn nicht gesehen.

 

In der deutschen Fassung wurde Fernandel von Peter Schiff gesprochen und Totò von Klaus Höhne. In der französischen Tonfassung musste Totò natürlich teilweise synchronisiert werden und dies geschah mit der Stimme des Italieners Carlo Croccolo. Das ist etwas unglücklich, da Totò zwei Stimmen in dieser Fassung hat, teils seine eigene, teils die von Croccolo. In der italienischen Fassung erhielt Fernandel einen anderen Synchronsprecher als in den Don Camillo-Filmen, wo er von Carlo Romano gesprochen wurde. In „La legge è legge“ lieh ihm Carlo Dapporto seine Stimme.

 

Der Film kam am 17. September 1958 in Frankreich in die Kinos und einen Monat später, am 28. Oktober 1958, in Italien. In Deutschland kam der Film offiziell am 3. April 1959 ins Kinoprogramm, nachdem er zuvor im Juli 1958 auf den Berliner Filmfestpielen als Weltpremiere gezeigt wurde.

Links

OFDb
IMDb

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