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Kommando Panther

Belgien | Frankreich | Spanien, 1984

  • Originaltitel: The Panther Squad
  • Alternativtitel:

    Escuadron pantera (ESP)

    L' Escadron des Panthères (FRA)

    Female Mercenaries II (USA)

    Panther Squad (USA)

  • Regisseur: Pierre Chevalier
  • Kamera: Phil Uyuer
  • Musik: Douglas Cooper Getschal, Jeffrey G. Gusman
  • Drehbuch: Georges Friedland
  • Inhalt:

    Die „New Organisation of Nations“, kurz N.O.O.N., ist mit der Eroberung des Weltraums beschäftigt, hat gerade ein schickes Raumschiff in die Tiefen des Alls geschickt. Doch halt – Sabotage! Die paramilitärische Gruppe „Clean Space“ hat das Raumschiff per Fernsteuerung unter seine Kontrolle gebracht. Eine Ersatzpilotin wird von „Clean Space“ gekidnappt und auf dem Boot der Agentin Barbara (Karin Schubert) festgehalten. Die Terroristen fordern die sofortige Einstellung des Weltraumprogramms. Was tun? N.O.O.N schickt seinen besten Mann: Superspionin „The Panther“ Ilona (Sybil Danning). Diese stellt eine Truppe aus schlagkräftigen Frauen zusammen. Mithilfe des verkaterten Vorort-Agenten Frank Bramble (Jack Taylor) kommt man auf die Spur des Kopfes der Terroristenbande, einem karibischen Diktator (Antonio Mayans), der die Welt erobern will.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Gleich drei Produktionsfirmen plus Hauptdarstellerin Sybil Danning kratzen ihre letzten Cents zusammen, um diesen unglaublich billigen Eurociné-Actioner ins Halbleben zu rufen. Ihr denkt, „Sumpf der lebenden Toten“ (Le lac des morts vivants/Zombie Lake, 1981) war schlecht? Nein, verdammt, der ist (fast) ein Meisterwerk im Vergleich zu „Kommando Panther.“

     

    An diesem Film stimmt nichts. Abgesehen von der absurden Story aus der Feder von Ilona Kunesova, Georges Friedland (Existenz zweifelhaft) und Olivier Mathot ist die Dramaturgie dieses Werkes ein absolutes Desaster. Archivszenen, jede Menge Leute beim Telefonieren mit vorsintflutlichen Apparaten oder riesigen Funktelefonen (Donald O’Brien ist ein paar Sekunden beim Telefonieren im Eurociné-Büro zu sehen, bevor er sich schleunigst wieder aus diesem Machwerk verpfriemelt), ein wirrer Handlungsablauf. Doch halt, beginnen wir beim Vorspann. Der geht aufgrund eines 80er Rocksongs („She’s tough and noch irgendwas“) 5 Minuten, und das bei einer Filmgesamtlänge von ca. 73 Minuten. Natürlich gibt es im Titelvorspann auch einige Pseudonyme, aber irgendjemand hat auch das gründlich verkackt, denn einige Beteiligte werden sowohl mit Realnamen als auch nochmals mit Pseudonym benannt – aber so bekommt man diese 5 Minuten halt voll.

     

    Abgesehen vom bereits erwähnten Song ist das Geklimper, dass sich Soundtrack schimpft, lächerlich. Der Schnitt ist eine mittlere Katastrophe. Keinen Vorwurf hingegen kann man den Kameraleuten machen, die einfach nur schlechte Regieanweisungen befolgten. Diese kamen von Pierre Chevalier alias „Peter Knight“ („In den Krallen eines Unsichtbaren“, 1970/“Das Schiff der gefangenen Frauen“, 1974), der hier wieder einmal unter Beweis stellt, wie wenig Talent ihm zur Verfügung steht. Die Actionszenen sind lachhaft, auch das ist nicht neu bei Eurociné-Produktionen. Da werden uns eine Handvoll Frauen als die besten und toughesten Agentinnen der Welt angekündigt, stolpern aber über ihre eigenen Füße. In einigen Szenen wird auch sehr deutlich, dass man Einstellungen nicht wiederholte, wenn etwas nicht gut aussah. Z. B. wirft Sybil Danning einer ihrer Agentinnen eine Waffe zu, die diese dann gerade noch so mit den Fingerspitzen zu fassen bekommt und irgendwie verkrepelt dann zu sich heranzieht.

     

    Und so wird für uns Zuschauer sehr schnell der einzige männliche N.O.O.N-Agent zur Identifikationsfigur. Frank Bramble – gespielt von Jack Taylor – ist fürchterlich verkatert als er den Auftrag bekommt, und so hangelt er sich den Film über von Szene zu Szene auf der Suche nach einer vollen Flasche, von der wir Zuschauer uns bei Ansicht dieses filmischen Kleinods wünschen, auch noch eine im Haus zu haben. Und doch ist es wie bei einem schrecklichen Unfall: wir wollen wegsehen, aber wir können es nicht, starren ungläubig auf dieses cineastische Desaster und wissen nicht ob wir weinen oder hysterisch lachen sollen.

     

    „Kommando Panther“ scheint weltweit ausschließlich auf VHS erhältlich, in multiplen Sprachen. In Deutschland gab es zusätzlich zur Uncut-Fassung eine gekürzte FSK-16 Kassette, und ich habe keine Ahnung, warum man aus diesem harmlosen Streifen überhaupt was rausschneiden musste für eine niedrigere Freigabe. Der könnte problemlos im Vormittagsprogamm laufen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

    Kommentare (2)

    • Stephen

      Stephen

      30 August 2018 um 14:35 |
      Hallo Gerald,

      erstmal ein allgemeines Lob von mir: Du bist z.Zt. mein Lieblings-Reviewer! Immer amüsant zu lesen und trotzdem in der Regel auch sehr informativ. Besonders Deine Jess Franco-Bespechungen lese ist mit großem Interesse.

      Täusch ich mich (vermutlich), aber die Lady auf Bild 2 sieht aus wie Katja Bienert, aber die spielt doch gar nicht mit, oder? Oder hat Eurocine da mal wieder Fremdmaterial auf einem anderen Film reingeschippelt?

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    • Gerald Kuklinski

      Gerald Kuklinski

      31 August 2018 um 12:11 |
      Stimmt, die sieht wirklich aus wie Katja Bienert. Da ich nichts über eine mögliche Beteiligung finden konnte, habe ich auch genau diesen Screenshot mit reingenommen. Es scheint aber kein Fremdmaterial zu sein, die Szene geht genau in diesem Zimmer weiter, wo die Dame auf der Couch sitzt. Aber ich weiß echt nicht, wer das ist, man kann so lange hinschauen, wie man will, es sieht tatsächlich wie Katja Bienert aus.

      Und danke für das Lob, das hört man mal gerne :-)

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