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Blutweihe

Vereinigte Staaten, 1984

  • Originaltitel: The Initiation
  • Alternativtitel:

    La iniciación (ESP)

    L'incubo (ITA)

    Iniciación satánica (MEX)

  • Regisseur: Larry Stewart, Peter Crane
  • Kamera: George Tirl
  • Musik: Gabriel Black, Lance Ong
  • Drehbuch: Charles Pratt Jr.
  • Inhalt:

    Die Psyhologie-Studentin Kelly Fairchild (Daphne Zuniga) leidet seit ihrer Kindheit an einem immer wiederkehrenden Alptraum, in dem ihr Vater (Clu Culager) von einem Unbekannten angegriffen wird, welcher anschließend vom Feuer des Kamins erfasst wird. Da in all den Jahren offenbar niemand an der lückenlosen Klärung interessiert war, kümmert sich Kellys Dozent, der Doktorand Peter Adams (James Read), um die Ursachenforschung. Sehr zum Ärger von Kellys Mutter Frances (Vera Miles), die möglicherweise ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Um in eine Studentenverbindung aufgenommen zu werden, soll Kelly mit einigen ihrer Kolleginnen eine Prüfung ablegen, doch es kommt zu einem unerwarteten Blutbad, das offensichtlich mit ihrer eigenen Vergangenheit in Zusammenhang steht...

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Gerade in den 80er Jahren kam es zu einer Schwemme von Horror- und Slasherfilmen, zu denen auch Larry Stewarts "Blutweihe" gehört, dem eine Kino-Auswertung in der Bundesrepublik allerdings verwehrt blieb. Als Hybrid der eben genannten Marschrichtungen macht dieser sehr gut besetzte Streifen einen standesgemäßen Eindruck, da er sich recht drastischer Schauwerte bedient, das Kunstblut in Fontänen sprudeln darf und viele Katzen früh aus dem Sack lässt, zumindest was die diesbezügliche Veranschaulichung anbelangt. Ein immer wiederkehrender, schrecklicher Alptraum der Protagonistin Kelly wird unmittelbar zum Leitfaden für die nicht uninteressant wirkende Geschichte und die Regie verliert kaum Zeit alles Schlag auf Schlag gehen zu lassen. Schnell versucht sich der Verlauf über blutrünstige Morde zu etablieren und auch wenn hier sicherlich nicht der Gärtner der Mörder ist, bedient sich jener eines Gartenutensils, um die hilflosen Opfer abzuschlachten. Da der seit ihrer Kindheit von einem Alptraum gequälten Kelly weder Pontius noch Pilatus helfen konnte, dem Ursprung auf den Grund zu gehen, übernimmt der Dozent der jungen Psychologie-Studentin diese undankbare Aufgabe. Ein Geflecht aus fragwürdigen Diagnosen, Behauptungen und Praktiken gehört wohl untrennbar zum dramaturgischen Aufbau derartiger Storys, jedoch sollte man sich an derlei Inhalten nicht so sehr festbeißen, da sie einen Teil des Elixiers darstellen. Was interessant anfing, mündet im späteren Sphären in eine Art Teenie-Gesplattere, was die anfänglich dichte Atmosphäre zugunsten des Schockmoments verbannt.

     

    Die bestialischen Mordmethoden erweitern sich im Spektrum der Tatwaffen und die Spannung wird nicht nur über das umherschleichende Phantom definiert, sondern auch über die dazu gehörende Hetzjagd. Der geneigte Zuschauer bekommt in "Blutweihe" so gut wie alles angeboten, was er schlussendlich auch sehen möchte, sodass diesem Beitrag unterm Strich nicht nur eine relative Kurzweiligkeit bescheinigt werden kann. Larry Stewart gelingt es zwar im späteren Verlauf nur noch bedingt, seine parallel ablaufenden Handlungsstränge zu vereinen, oder weniger isoliert voneinander erscheinen zu lassen, jedoch lassen sich immer wieder Fixpunkte ausfindig machen, die für die nötige Aufmerksamkeit sorgen können. Permanent schwingt eine psychologische Schraubzwinge mit und das nicht zuletzt weil der erste Mord in einem Sanatorium für psychisch Erkrankte geschehen war, wenngleich alle diesbezüglichen Erklärungen eher schwammig bleiben, zumal sie in einem solchen Verlauf kaum interessieren. Ein Blick auf die Besetzungsliste lässt insbesondere bei einem bestimmten Namen hellhörig werden: Vera Miles. Die Amerikanerin zehrte auch in jenen Jahren noch von ihrem Großerfolg "Psycho" und dessen Fortsetzung, sodass sich ihre Partizipationen in derartigen Filmen schnell im Sinne eines Zugpferd-Charakters erklären lassen. Miles präsentierte sich stets als wandlungsfähige Interpretin, die es verstand, mit ihrer oft ins Negative gerichteten Ausstrahlung zu jonglieren, beziehungsweise eine solche erst fabrizieren zu können. Als Kellys Mutter sieht man alles andere als eine Sympathieträgerin; folglich als eine der möglichen Verdächtigen.

     

    Vera Miles' Fähigkeiten sind wie geschaffen für einen Charakter wie Mrs. Fairchild. Stets betonend, dass sie das Beste für ihr Kind wolle, aber lediglich an sich interessiert, wirkt sie beinahe betont kaltherzig und unerbittlich in ihrem Verhalten. Obendrein als gehörnte Ehefrau zu sehen, nimmt sie einen Drink nach dem anderen und das im beliebten Maß 24/7. Obwohl sie etwas spürbar Abweisendes umweht, wirkt die Darstellerin auf eine groteske Art und Weise ansprechend, vielleicht sogar doch sympathisch. Man muss es der gerne gesehenen Vera Miles daher einfach lassen, denn dieser Kniff, spürbare Ambivalenz zu kreieren und zu übertragen, wirkt wie eine ihrer Domänen. Neben ihr ist erstmalig Daphne Zuniga zu sehen, die Jahre Später in der Serie "Melrose Place" weltweit bekannt werden sollte. Trotz der von ihr gespielten Person, die es zu schützen gilt, wirkt sie sehr bestimmend und glaubwürdig. Ihr Weg wird gezeichnet sein von Blutlachen sowie schrecklich zugerichteten Leichen und bis zum Ende hofft man einfach, dass es diese charmante Person nicht erwischen wird. "Blutweihe" bedient sich eines interessanten Leitmotivs: des Spiegels. Bei ausreichender Wachsamkeit sind die Windungen des Versteckspiels eventuell leicht gelöst, allerdings kann man einen solide wirkenden Überraschungsmoment nicht leugnen. Dunkle Geheimnisse und unsentimentales Schweigen ruinieren das Leben der anderen, doch zum Schluss verspürt man keine unangebrachte Sentimentalität, da sich die Regie insgesamt für einen Slasher entschieden hatte. Nichtsdestotrotz tut "Blutweihe" seinem einfachen Auftrag Genüge und bietet schlussendlich genau das, worauf man schließlich aus war. Gut anzuschauen.

  • Autor: Prisma
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