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Axolution - Tödliche Begegnung

Spanien | Vereinigte Staaten, 1988

Originaltitel:

Al filo del hacha

Alternativtitel:

Edge of the Axe

Kamera:

Tote Trenas

Inhalt

In einer kalifornischen Kleinstadt treibt ein irrer Axtmörder sein Unwesen. Der Sheriff versucht zunächst, die Existenz der Morde zu vertuschen, doch als diese sich häufen, gelingt ihm dies nicht mehr. Erst dem Computerfreak Gerald Martin (Barton Faulks) gelingt es, eine Verbindung zwischen den Opfern zu finden, und diese scheint zu seiner Freundin Lillian (Christina Marie Lane) und letztendlich ihm selbst zu führen.

Review

Ende der Achtziger kehrte José Ramón Larraz mit einer Trilogie noch einmal in den Bereich des Horrorfilms zurück. „Ruhe in Frieden“ (Descanse en piezas, 1987), „Axolution“ (Al filo del hacha , 1988) und „Deadly Manor“ (1990) teilen sich dabei die Gemeinsamkeit, dass sie amerikanisch-spanische Co-Produktionen sind und einen gewissen Slasher-Touch haben, auch wenn diese drei Filme thematisch recht unterschiedlich sind. Der hier besprochene „Axolution“ ist dabei als einziger der genannten wirklich ein reiner Slasher. Trotz allem gelingt es Larraz, sich trotz zeitgemäßer Anpassungen stilistisch einigermaßen treu zu bleiben.

 

Faszinierend ist auf jeden Fall eines, was den Gesamtrahmen betrifft. „Axolution“ wirkt mit seinen Locations und US-Hauptdarstellern wie aus einem Guss in den USA gedreht, doch der Eindruck täuscht. Nicht in einer Sekunde, selbst wenn man es vorher weiß, dürfte dem Zuschauer auffallen, dass der Großteil des Films nahe Madrid entstand. Die Darsteller bestätigen dies in Interviews. Die Dreharbeiten begannen im Spät-Juni 1987 in Kalifornien (anscheinend durch ein 2nd Unit-Team), während die Hauptdarsteller wie Barton Faulks und Page Mosely direkt nach Spanien flogen. Wenig bekannt ist über die weibliche Hauptdarstellerin Christina Marie Lane. Eigentlich gar nichts. Für Genrefans älterer Generation (ähem) treten in kleineren Rollen zudem „Altstars“ wie Patty Shepard, Jack Taylor und Conrado San Martín auf. Für die Special Effects der äußerst brachialen Axtmorde zeichnet sich Colin Arthur verantwortlich, welcher in Spanien vor allem während seiner dortigen Arbeit an John Milius‘ „Conan, der Barbar“ (Conan the Barbarian, 1982) Kontakte geknüpft hatte.

 

Doch was ist damit gemeint, Larraz wäre sich treu geblieben, obwohl wir hier einen nordamerikanisch orientierten Slasher zu sehen bekommen? Nun, Larraz schaute von Beginn seiner Regiekarriere an über den lokalen Tellerrand hinaus. Die meisten seiner Frühwerke kombinieren britisch anmutenden Thriller mit wenig britischem Sleaze oder Gewaltausbrüchen. Eine weitere Stärke Larraz‘ ist sein Touch für Drama und Hintergründe. Auch davon findet sich in „Axolution“ einiges, allerdings bringt nur wenig davon die Story voran. Hier wird der Zuschauer ein bisschen hingehalten bis verladen. Der ganze Nebenstrang um Geralds Kumpel Richard, der eine ältere Frau nur des Geldes wegen geheiratet hat, führt absolut nirgendwohin. Das Finale ist typisch Larraz. Wir ahnen zwar, dass die Figur des Gerald, die zunehmend zum naheliegendsten Verdächtigen aufgebaut wird, zu offensichtlich ist, und dennoch gelingt es der Story uns am Ende zu überraschen. Mit Larraz‘ gemächlichem Spannungsaufbau werden wohl vor allem die Zuschauer Probleme haben, die sich den Film in der Erwartungshaltung als Slasher zugelegt haben.

 

Die Morde im Film sind wie gesagt brachial, und zu Colin Arthurs Leidwesen, schafften sie es nur bedingt in die Exportversion der Overseas Filmgroup. Alle Tötungsszenen waren verkürzt, so wie in der deutschen VHS-Fassung von UFA Video. In den USA kursierten zwei Fassungen, eine uncut, die andere mit denselben Schnitten. Die im Januar 2020 erschienene Blu-ray von Arrow Films ist ungekürzt.

Links

OFDb
IMDb

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