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Act of Revenge

Italien, 1989

Originaltitel:

La puritana

Alternativtitel:

La maison des fantasmes (FRA)

Scorpion's Kiss

Regisseur:

Ninì Grassia

Drehbuch:

Ninì Grassia

Inhalt

Anwältin Annabella Allori (Margie Newton) zieht in eine kleine apulische Stadt, um den Tod ihres Bruders und ihrer Mutter zu rächen, die von lokalen Größen des Ortes zur Prostitution gezwungen wurden. Ihre Ziele sind dabei der Bürgermeister, ein konservativer vorgeblich moralischer Graf, ein mit Drogen handelnder Apotheker, ein schwuler Priester sowie der Chefarzt des örtlichen Krankenhauses – Leichen pflastern ihren Weg.

Review

LA PURITANA gilt als bester Film Ninì Grassias, wenn auch sicher nicht als erfolgreichster. Grassia ist ein Independent-Tausendsassa, der mit Filmen des Sängers Nino D’Angelo begann, selbst als Musiker und Agent tätig war, Drehbücher schrieb, produzierte und Regie führte. Kommerzieller und künstlerischer Erfolg blieben dabei durchwachsen, und nur wenige seiner Regiearbeiten waren außerhalb Italiens zu sehen. LA PURITANA gehört dabei zu den Ausnahmen, was er wohl seiner Starbesetzung Helmut Berger verdankt. In Deutschland wurde diese in der Kleinstadt Putignano in der Provinz Bari, Apulien gedrehte Produktion zumindest in gekürzter Form auf VHS unter dem internationalen Titel ACT OF REVENGE veröffentlicht.

 

Dass man es mit keinem Meisterwerk zu tun hat, bemerkt man schon in der Eröffnungsszene. Am Sterbebett ihres kleinen Bruders (der vom Typ her Sänger Nino D’Angelo nicht unähnlich sieht) sitzt Margie Newton (die wir aus Bruno Matteis HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN kennen) unbeteiligt, während der seine letzten, unfreiwillig komischen, Zuckungen kriegt. Dann kommt Helmut Berger rein und muss erst angestupst werden, bevor er bemerkt, dass sein Patient den Löffel abgegeben hat. Professionell erkennt er aber sofort, dass Margie nun Trost braucht und so führt er sie in die Krankenhaus-Bar. War ja klar, dass Berger nur in einem Krankenhaus mit eigener Cocktail-Bar arbeiten würde. So, der Grundstein für das folgende cineastische Niveau scheint damit gelegt.

 

Dennoch, trotz der nun folgenden hanebüchenen Rachegeschichte und bemerkenswert unerotischen Erotik-Szenen (Margie hat sich seit HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN Silikon-Möpse zugelegt) hat LA PURITANA seine Momente. Bürgermeister Vito, gespielt von Mattia Sbragia, ist ein herausragender Drecksack, ebenso wie der schmierige Apotheker, welcher von Gabriele Tinti dargestellt wird. Francesca Giudata, welche fünf Jahre später Helmut Berger heiratete und hier in ihrer zweiten und letzten Filmrolle (nach Luigi Rossos DER SEXBOMBER, 1979) zu sehen ist, wird ordentlich misshandelt, ebenso wie ihr Film-Sohn, der von den zuvor Genannten drogenabhängig gemacht und von einem Priesteranwärter vergewaltigt wird. Heftig ist auch die Schlüsselszene, die zum Tod der Geschändeten führt.

 

Untermalt wird das Ganze mit billig klingender und meist unpassender Musik von Ninì Grassia selbst, und die Kameraarbeit von Luigi Ciccarese könnte uninspirierter nicht sein. Der Gesamtlook des Films ist trist, und alle Protagonisten leiden an diversen sexuellen Obsessionen. Einzige Ausnahme scheint Kommissar Marsili (Carlo Mucari), doch wer weiß. Er bekommt einfach keine Gelegenheit, dem Zuschauer seine Obsessionen zu offenbaren, da das Objekt seiner Begierde (Margie) noch anderweitig beschäftigt ist, von wegen Rache und so.

 

Sleaze gibt es jedenfalls reichlich. Herztod durch Blow-Job, das haben wir noch nicht so oft gesehen.

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