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War of the Zombies

Italien, 1964

  • Originaltitel: Roma contro Roma
  • Alternativtitel:

    Rome contre Rome (FRA)

    Night Star: Goddess of Electra

    Rome Against Rome

  • Regisseur: Giuseppe Vari
  • Kamera: Gábor Pogány
  • Musik: Roberto Nicolosi
  • Drehbuch: Massimo De Rita, Piero Pierotti, Marcello Sartarelli
  • Inhalt:

    Die Römer haben Sarmatien besetzt und erfreuen sich dort einiger Schwierigkeiten. Das Volk hasst die Römer und die Stammesfürsten von Sarmatien haben sich um den mächtigen Magier Aderbad (John Drew Barrymore) geschart. Nur einer, Fürst Azer (Philippe Hersent), tanzt aus der Reihe. Der Statthalter Lutetius (Mino Doro) lässt sich zudem anscheinend den Schatz mit sämtlichen Steuereinnahmen und allem in Sarmatien erbeuteten Gold stehlen.

     

    Längst haben die römischen Truppen den Senat um Verstärkung gebeten, doch alle fürchten die schwarze Magie von Aderbad. Und so entsendet man als Hilfe lediglich den entbehrlichen Centurio Gaius (Ettore Manni), um wenigstens den gestohlenen Schatz wiederzufinden. In Sarmatien angekommen, macht Gaius gleich ein paar wichtige Bekanntschaften: er lernt Azer kennen, welcher ihn nach seiner Gefangenname umgehend freilässt und zu seinem Verbündeten wird. Er begegnet der unter Aderbads Bann stehenden Rhama (Ida Galli aka Evelyn Stewart) und verliebt sich in sie. Zudem begibt er sich zum Statthalter Lutetius, dessen Ehefrau Tullia (Susy Andersen) Gaius begehrt.

     

    Mithilfe von Rhama findet Gaius den Unterschlupf Aderbads und macht dort ein paar folgenschwere Entdeckungen. Der Magier ist im Begriff eine Zombiearmee aus gefallenen römischen Soldaten zu erwecken, die er gegen die römischen Truppen einsetzen will, Römer gegen Römer. Zudem steckt der Statthalter mit dem Magier unter einer Decke und hat den Schatz selbst gestohlen. Und Tullia schwört Rache an Gaius, weil dieser sie zugunsten der Sklavin Rhama verschmäht. Tullia tötet ihren Mann und belastet Gaius mit dem Mord.

     

    Schließlich lässt Aderbad seine Armee aus Toten gegen die Römer kämpfen, und Gaius scheint die Katastrophe nicht mehr verhindern zu können. Oder doch?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    1964, also schon kurz vor dem drohenden Ende der Peplum-Welle, dreht Giuseppe Vari diesen wirklich außergewöhnlichen Vertreter dieses Genres. Allerdings werde ich mich aufgrund der schwierigen Fassungslage eher kurz fassen.

     

    Die italienische Originalversion wird mit einer lauflänge von 98 Minuten angegeben, erhältlich ist allerdings derzeit nur ein VHS-Rip der US-Fassung, welche kümmerliche 82 Minuten läuft. Es fehlt also einiges. Was macht diesen Film so besonders? Es ist ein Horror/Fantasy-Film, der in der Römerzeit angesiedelt ist. Ein nicht unerheblicher Teil der Laufzeit dreht sich um die Magie des Zauberers Aderbad, welcher ganz hervorragend von John Drew Barrymore dargestellt wird. In seinem unterirdischen Gewölbe treffen wir – getaucht in bavaeske Farben und wallende Nebelschwaden – auf die düstere Magie Sarmatiens, den diabolischen Aderbad, eine einäugige Göttin, deren hypnotischer Strahl lebende und Tote gleichermaßen unter ihre Kontrolle bringen kann, schöne Sklavinnen und degenerierte Helfershelfer. Und auf Ivano Staccioli, welcher mit gewohnt sinistrem Antlitz Aderbads rechte Hand spielt.

     

    Überhaupt ist die Besetzung großartig. Ettore Manni spielt den edlen Helden wider Willen und verblasst dabei nahezu neben den zwei blendenden Schönheiten des Films. Ida Galli und Erstere als Sklavin Rhama, welche den Helden liebt aber gegen den Bann des Magiers ankämpfen muss, um ihm zu helfen. Susy Andersen dagegen spielt die kalte Schönheit, deren späteres Motiv für Mord und Verrat allein aus der Tatsache resultiert, verschmäht worden zu sein. Aber was ist mit der Zombie-Armee? In Aderbads Unterschlupf erweckt er mithilfe der einäugigen Göttin gefallene Soldaten zu zombieartigen Kreaturen. Später, in den Massenszenen, wäre das allerdings schwierig geworden und so bedient sich Giuseppe Vari ein paar Tricks. Geisterhaft durchscheinend lässt er die Totenarmee gegen die römischen Truppen kämpfen, alles verschleiert durch einen nebelhaften Farbfilter aus Blau und Rot. Und so ist es schwer zu sagen, ob es sich bei diesen Kampfszenen wirklich um neu gedrehtes Material handelt.

     

    Bei größeren Szenen sind Kulissen aus Giuseppe Varis „Kampf um Rom“ (La vendetta dei barbari, 1960) und „Die Normannen“ (I normanni, 1962) zu sehen. An beiden Filmen scheint Mario Bava beteiligt gewesen zu sein, und beide Filme kenne ich leider nicht. Dennoch vermute ich, dass Szenen aus diesen in „Roma contro Roma“ wiederverwendet wurden, und wenn ich mir so die unheimlichen Szenen von Aderbads Höhle anschaue, halte ich auch hier eine Beteiligung von Bava für möglich – oder Vari hat aus seiner Zusammenarbeit mit ihm was gelernt. Wer weiß.

     

    Zur US-Fassung sei besonders eine Stelle erwähnt. Erst sieht man, wie die Senatoren Gaius nach Sarmatien schicken wollen. Dann folgt eine Szene in Aderbads Unterschlupf. Gleich als nächstes befindet sich Gaius in der Gefangenschaft von Azer in Sarmatien. Dazwischen scheint also einiges zu fehlen, zu abrupt ist der Sprung. Wie ein Vergleich der Lauflängen in den Datenbanken zeigt, könnten der US-Fassung etwa 15 Minuten fehlen, leider gelang es mir nicht, eine bessere Fassung zu finden. Wäre ein toller Fall fürs Terza Visione, denn dieser Peplum ist wirklich sehenswert weil außergewöhnlich.

     

    Zur professionellen Umsetzung sei noch die Kameraarbeit von Gábor Pogány und der hervorragend-düstere Soundtrack von Roberto Nicolosi erwähnt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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