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Voices from Beyond

Italien, 1991

  • Originaltitel: Voci dal profondo
  • Alternativtitel:

    Voix profondes (FRA)

    Voces del mas allá (ESP)

    Voices from the Deep

    Stimmen aus dem Jenseits

  • Regisseur: Lucio Fulci
  • Kamera: Alessandro Grossi
  • Musik: Stelvio Cipriani
  • Drehbuch: Lucio Fulci, Daniele Stroppa, Piero Regnoli
  • Inhalt:

    Der wohlhabende und wenig sympathische Geschäftsmann Giorgio Mainardi (Dulio del Prete) stirbt unerwartet an inneren Blutungen, und sein Geist findet darüber keine Ruhe. Überzeugt getötet worden zu sein, will er die Wahrheit erfahren, bevor sein Körper so weit verwest, dass auch sein Geist erlischt. Fast allen in der Familie ist sein Tod allerdings herzlich egal, man freut sich lediglich auf das zu erwartende Erbe. Doch Mainardi macht allen einen Strich durch die Rechnung, denn einzige Erbin wird seine Tochter Rosy (Karina Huff), zu der er aus dem Jenseits Kontakt aufnimmt. Sie beginnt nachzuforschen, wie ihr ansonsten gesunder Vater so plötzlich versterben konnte.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Die späten Achtziger waren für Fulci ein unbefriedigendes Zeitalter der Filmpakete, Gesamtbudgets für eine Anzahl von Filmen, die er mit diesem Geld fertigzustellen hatte. Am Ende stand er nicht nur dieses eine Mal mit „Filmschulden“ da. Für Luigi Nannerini und Antonio Lucidi musste er noch einen Film drehen, und da diese bereits auf dem letzten Loch pfiffen, holten sie noch Augusto Caminito mit ins Boot, der gerade einen Prozess gegen Kinski wegen „Paganini“ hinter sich hatte. Caminito hatte zudem gerade einen finanziellen Erfolg als Co-Produzent von Abel Ferraras „King of New York“ zu verbuchen und so ließ er sich nicht lumpen, und Fulcis „Voices from Beyond“ würde finanziell solider produziert als etwa „Sodomas tödliche Rache“ (Il fantasma di Sodoma, 1988) oder „When Alice Broke the Mirror“ (Quando Alice ruppe lo specchio, 1988), zwei weitere Filme dieses Nannerini/Lucidi-Pakets.

     

    Die solidere Produktion merkt man „Voci dal profondo“ an, doch Fulci macht es uns nicht leicht. Er erzählt uns eine Mordgeschichte, und der Geist des Opfers – gefangen in seinem verwesenden Körper – will mithilfe seiner Tochter herausfinden, wer für seinen Tod verantwortlich ist. Ähnlich wie der kurz darauf für D’Amatos Filmirage gedrehte „Door into Silence“ (Le porte del silenzio, 1991) erinnert die Umsetzung an unheimliche TV-Episoden wie etwa aus „Twilight Zone“ oder „Tales of the Unexpected.“ Augenzwinkernd (und selbstreflektierend?) präsentiert uns Fulci aber ein unsympathisches Opfer, einen nur für den Erfolg lebenden Machtmenschen, den niemand in seiner Umgebung leiden kann. Nicht zuletzt sind alle auch finanziell von ihm abhängig. Einzige Ausnahme scheint seine Tochter Rosy, die neben einigen durchaus enttäuschenden Erinnerungen an ihren Vater eben auch ein paar schöne Momente in ihrem Herzen bewahrt hat.

     

    Die Mordmethode ist, wie wir später herausfinden, ebenso teuflisch und perfide, wie die Geldgier von Mainardis Verwandten. Fulci soll stolz auf diesen Film gewesen sein, Defizite schrieb er den Darstellern zu. Karina Huff (Rosy) sei „unangenehm“, Dulio del Prete (Giorgio Mainardi) habe seine Rolle maßlos übertrieben, und Frances Nacman (Mainardis Schwester) habe ihre Rolle zu gehässig gespielt, was Teile des Endes weggegeben hätte. Nun, mindestens Letzteres muss sich aber eher die Regie auf die Fahne schreiben. Fulci selbst spielt eine kleine Rolle als Pathologe und in der Rolle der Haushälterin der Familie Mainardi sieht man Sacha Darwin, die verrückte (und bedauernswerte) Tante Martha aus Mario Bianchis „The Murder Secret“ (Non aver paura della zia Marta, 1988), ebenfalls eine Nannerini/Lucidi-Produktion.

     

    „Voices from Beyond“ ist ein reifer Fulci-Film, allerdings auch holprig. Ansehbar, aber keine Offenbarung.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

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