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Theseus - Held von Hellas

Italien, 1960

  • Originaltitel: Teseo contro il minotauro
  • Alternativtitel:

    El monstruo de Creta (ESP)

    Thésée et le minotaure (FRA)

    Warlord of Crete (GBR)

    The Minotaur, the Wild Beast of Crete (USA)

    The Minotaur

  • Deutsche Erstaufführung: 23. Dezember 1960
  • Regisseur: Silvio Amadio
  • Kamera: Aldo Giordani
  • Musik: Carlo Rustichelli
  • Drehbuch: Gian Paolo Callegari, Sandro Continenza
  • Inhalt:

    Als Strafe der Götter wurde der Minotaurus nach Kreta geschickt und haust in einem Labyrinth, dessen einziger Zugang sich im Königspalast befindet. König Minos lässt regelmäßig Jungfrauen und Jünglinge opfern, um den Zorn des Ungetüms zu besänftigen. Er ahnt nicht, dass seine eigene Tochter Phaedra (Rosanna Schiaffino) eine Zwillingsschwester hatte, die seine Frau Pasiphae gleich nach der Geburt wegschaffen und von Fischern aufziehen ließ, um nicht selbst eine ihrer Töchter opfern zu müssen. Erst auf dem Totenbett Pasiphaes erfahren Minos und Phaedra von der Existenz jener Tochter namens Ariadne (Rosanna Schiaffino). Phaedra zeigt sich wenig begeistert über die Aussicht einer zweiten Thronanwärterin und schickt den Armeeführer des Königs Scirone (Alberto Lupo) aus, Ariadne zu töten. Die beiden Kriegshelden Theseus (Bob Mathias) von Athen und Demetrius (Rik Battaglia) von Kreta befinden sich gerade auf dem Heimweg von den Schlachtfeldern als sie Zeuge eines scheinbaren Banditenüberfalls auf ein kleines Dorf nahe Athens werden. Tatsächlich sind es Scirone und seine Männer, die auf der Suche nach Ariadne ein Massaker anrichten. Es gelingt Theseus und Demetrius, Ariadne zu retten, die bei dem Überfall beide Eltern verlor. Alle begeben sich nach Athen und Theseus verliebt sich in die schöne junge Frau. Doch Demetrius erwarten schlechte Nachrichten. Scirone lässt ihm mitteilen, dass Phaedra seinen Vater und seine Schwester in den Kerker werfen ließ und beide sterben müssten, wenn Demetrius nicht Ariadne tötet. Doch er kann es nicht und vertraut sich Theseus an. Gemeinsam begibt man sich nach Kreta, um die Schreckensherrschaft des Minotaurus und Phaedras zu beenden.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Silvio Amadios – manchmal wird fälschlich Mario Bonnard als Regisseur gecredited – „Theseus, Held von Hellas“ ist ein gelungener Peplum, fernab von Muskelprotz-Vertretern seines Genres. Selbst wenn einige Kritiker damals meinten, der Film sei von der Sage zu weit entfernt, muss man doch einräumen, dass wesentliche dem Laien (also mir) bekannte Elemente enthalten sind. Als wären griechische Sagen nicht schon kompliziert genug, haben die Drehbuchautoren Gian Paolo Pallegari und Sandro Continenza sogar noch Elemente hinzugefügt. Die offensichtlichste Ergänzung ist hierbei die Zwillingsgeschichte um Phaedra und Ariadne, wobei Letztere gar nicht weiß, dass sie eine Tochter des Königs Minos ist. Und dass Theseus an irgendeinem Punkt der Sage mit Phaedra verheiratet war, davon fange ich lieber gar nicht erst an.

     

    Wir haben also eine nette und eine böse Zwillingsschwester, beide gespielt von Rosanna Schiaffino, die man durchaus als eine der renommierteren Darstellerinnen ihrer Zeit bezeichnen kann. Aber sie ist erstaunlicherweise das größte Manko des Films. Die Rolle der bösen Phaedra bekommt sie gut hin, der Part der lieben, netten, unschuldigen Ariadne scheint ihr dagegen nicht zu liegen. Sie spricht, bewegt sich und schaut sehr gekünstelt drein. Der Held Theseus wird dargestellt von Zehnkämpfer Bob Mathias (drahtig aber kein Muskelprotz), und Mathias spielt diese Rolle angemessen, ohne allerdings sonderlich herauszuragen. Nicht gut meint es das Drehbuch mit seinem Sidekick Demetrius (Rik Battaglia) und dessen Familie, hier kommt etwas Tragik in die Story, und das wirklich bis zum letzten Mann.

     

    Die Technicolor-Optik von „Theseus, Held von Hellas“ ist herrlich, auch mit Statisten wurde nicht gegeizt. Insbesondere die Schlacht zwischen Kretern und Athenern kann mit zahlreichen Komparsen zu Fuß und zu Pferde aufwarten. Bekannte Namen begegnen einem während der Credits, so waren neben Kameramann Aldo Giordani („Seddok, Der Würger mit den Teufelskrallen“, 1960) die Bergamini-Brüder als Kamera-Operator dabei. Als 2nd Unit-Regieassistenten sind Alberto de Martino und Giorgio Capitani gelistet, für die sehr eingängige dramatische Musik war Carlo Rustichelli zuständig. Gegen Ende wird der Film zunehmend blutiger und Carlo Rambaldis Minotaurus kommt zum Einsatz.

     

    Ein interessantes Zwischenspiel bietet Theseus Aufenthalt im Unterwasserreich von Meerresgöttin Anfitrite (Susanne Loret), sowie der Anblick von Paul Muller mit Langhaarperücke und Bart als Minos‘ Hofarzt. Außerhalb der Muskelprotz-Epen um Herkules, Maciste oder Ursus ist „Theseus, Held von Hellas“ einer der sehenswertesten Pepla jener Zeit, und zahlreiche Actionszenen und schöne Frauen ziehen sich wie ein Ariadnefaden durch die gesamte Lauflänge des Films.  1962 inszenierte Silvio Amadio einen weiteren Peplum: „Le sette folgori di Assur“ (War Gods of Babylon).

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

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