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Taxi Girl

Italien, 1977

Alternativtitel:

La toubib se recycle (FRA)

Taxisofőrnő (HUN)

Inhalt

Marcella (Edwige Fenech) ist Taxifahrerin in Rom und hat eine Schwäche für Fotoromanzen-Modell Ramon (George Hilton). Zu ihrem Pech ist der verheiratet und auch sonst ein untreuer Pantoffelheld. Ihre überaus attraktive Erscheinung lockt den Polizisten Walter (Michele Gammino) auf den Plan, der Marcella jedoch in ein Hausmütterchen verwandeln will, was keinesfalls ihrem Naturell entspricht. Lieber begibt sie sich für Commissario Angelini (Enzo Cannavale) auf geheime Mission, um den Mafiaboss Adone Adonis (Aldo Maccione) zur Strecke zu bringen.

Review

TAXI GIRL ist eine der unzähligen von Luciano Martino produzierten Commedia sexy all'italiana, und die große Riege bereits eingespielter Akteure dieses Genres macht ihn zu einem der amüsanteren Vertreter. Regie führte Michele Massimo Tarantini, dessen Hauptinteresse am Filmemachen darin bestand Mädels klarzumachen, und so ist er in diesem Genre auch goldrichtig.

 

Marcella ist Taxi Girl und wird gespielt von einer besonders hinreißenden Edwige Fenech, die nach einem amüsanten Intro mit George Hilton erst mal nackt durch Rom fährt, während die Titelcredits laufen. George Hilton spielt ein Modell für romantische Fotoromane, ist aber verheiratet mit der übergriffigen Ornella, dargestellt von der fülligen Rossana Di Lorenzo, der Schwester von Schauspieler Maurizio Arena. Die übrige Besetzung kann mit zahlreichen Gesichtern aufwarten, die sich (nicht nur) in mannigfaltigen italienischen Komödien stets immer wieder über den Weg liefen. Neben Aldo Maccione, der einen Mafiaboss zum Besten gibt, ist der unvergleichliche Enzo Cannavale dabei, deutschen Zuschauern vor allem bekannt aus den Plattfuß-Filmen mit Bud Spencer und ein paar Superbulle-Filmen mit Tomas Milian.

 

Unvermeidlich für eine Commedia sexy all'italiana ist freilich Alvaro Vitali, der hier durchaus gemäßigt einen Kollegen von Marcella spielt, der wie ein Bruder ein Auge auf die Dame hat, die immer wieder ihre Nase in polizeiliche Angelegenheiten steckt. Interessant sind die vielen Querverbindungen zu bekannten Poliziotteschis, denn Motorradpolizist Isidoro, dargestellt von Gianfranco D'Angelo, wäre gern wie Tomas Milian oder Franco Nero. Dickerchen Franco Diogene ist als Scheich Abdul Lala, der erst Marcellas Taxi und dann Marcella selbst kaufen will, was diese natürlich empört ausschlägt. Und auch das ist eines der schöneren Dinge an TAXI GIRL – Marcella ist trotz der Tatsache dass sie in einer sexy Comedy einiges an nackter Haut präsentieren muss, kein Dummchen, dass sich alles gefallen lässt. Ihre Schwärmerei für Ramon ist einfach eine menschliche Schwärmerei, die vorübergehend (und wiederholt) ihre knie weich werden lässt.

 

TAXI GIRL hat eine episodenhafte Struktur, deren Protagonisten im weiteren Verlauf stets wieder zusammengeführt werden, was im Finale ein Problem aufwirft, dass das Drehbuch auf eher exzentrische Weise löst. Am Ende des Films steht eine überlange Verfolgungsjagd, die unter anderem aufs Gelände der Elios Studios führt. Hier darf der geneigte Zuschauer einen Blick auf die Fassade von Mater Suspiriosums Villa aus Dario Argentos SUSPIRIA erhaschen. Genannte Verfolgungsjagd geht weiter und weiter, so lange, dass man sich fragt, wie man das wohl auflösen wird. Hinzu kommt, dass letztendlich keiner von Marcellas Verehrern wirklich zu ihr passt und ein Liebes-Happy End somit unwahrscheinlich wird. Und so fassen sich am Ende alle an den Händen und tanzen im Kreis. Ringelpiez mit Anfassen statt Auflösung.

 

Trotz des überlangen Finales ist TAXI GIRL amüsanter Klamauk, der sich angenehm in einem Rutsch goutieren lässt. Eine deutsche Synchro gibt es nicht, der Film kann aber bei Netflix mit deutschen Untertiteln gestreamt werden. Und davon sollte man unbedingt Gebrauch machen, denn Edwige Fenech ist wirklich hinreißend in diesem Film.

Links

OFDb

IMDb

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