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Der Stärkste unter der Sonne

Italien, 1963

Originaltitel

Maciste, l'eroe più grande del mondo

Alternativtitel

Le retour des titans (FRA)

Los tres invencibles (ESP)

Goliath and the Sins of Babylon (USA)

Maciste, the World's Greatest Hero

Deutsche Erstaufführung

03. April 1964

Regisseur

Michele Lupo

Inhalt

Als Maciste (Mark Forest) im Reich Udor eintrifft, muss er sogleich eine Jungfrau vor der Opferung retten, denn seit der ehemalige König von Udor von König Rukus (Paul Müller) von Cafaus besiegt und getötet wurde, verlangen diese als Tribut Opferfrauen für ihre Götter. In Udor regiert indessen der Königsbruder Pergasos (Piero Lulli), welcher vor dem Gesandten Morakeb (Erno Crisa) von Cafaus kriecht, bis die Königstochter Rezia (José Greci) verheiratet ist. Nach der Befreiung der Jungfrau sind Pergasos‘ Soldaten hinter Maciste her, doch der findet schnell Unterstützer in den zwei Gladiatoren Xandros (Giuliano Gemma) und Alceas (Mimmo Palmara), sowie deren Ausbilder Evandro (Livio Lorenzon) und dem Kleinwüchsigen Goliath (Arnaldo Fabrizio). Gemeinsam sagen sie dem König von Cafaus den Kampf an.

Review

Obwohl Miche Lupos „Der Stärkste unter der Sonne“ im Grunde eine einfache Geschichte erzählt, habe ich in der Inhaltsangabe zahlreiche Auslassungen getätigt, denn Lupos Beiträge zum Peplum-Genre haben die Neigung, recht komplexe Nebenstränge einzubauen. Hier wäre als Beispiel die Liebesgeschichte um Rezia und Xandros (Gemma), die recht verzwickt ist. Königin Rezia ist Wagenlenkerin und will nur den Mann heiraten, der sie im Wagenrennen besiegen kann. Gleichzeitig gibt sie sich als ihre eigene Sklavin Kerima aus, um so Xandros näher zu kommen, denn sie will um ihrer selbst geliebt werden und nicht nur, weil sie die Thronerbin ist.

 

Von Salvatore Billitteri und Elio Scardamaglia solide für Leone Film produziert, bietet „Der Stärkste unter der Sonne“ immerhin ein Wagenrennen und eine Seeschlacht. Man kann hinschauen, so viel man will, nichts davon sieht nach Archivmaterial aus. Solches findet sich erst im Finale, bei der Zerstörung der Hauptstadt von Cafaus. Verwirrend ist die Vielzahl von Charakteren, aber auch das ist typisch Lupo. „Der Stärkste unter der Sonne“ ist ein Buddy-Film und ein Team-up von Helden. Lupo würde einige der Darsteller und sogar ein paar Rollennamen in „Sieben gegen Alle“ (Sette contro tutti, 1965) wiederverwenden. Paul Müllers Rolle als König Rukus ist eher klein, und doch gelingt es ihm spielend, nur auf seinem Königsthron sitzen, alle mit sinisterem Gesichtsausdruck an die Wand zu spielen.

 

Fassungschaos gefällig? Wie der Originaltitel „Maciste, l'eroe più grande del mondo“ schon sagt, befinden wir uns in einem Maciste-Film. Bereits in der deutschen Kinofassung wurde aus Maciste allerdings Marcellus und aus dem Königreich Udor wurde Nefer. Während jene Kinofassung noch ungeschnitten schien, wurden TV-Ausstrahlungen gekürzt und eine DVD-Veröffentlichung aus mehreren Quellen zusammengestückelt. Über die Legalität dieser DVD kann man durchaus spekulieren. In der US-Fassung im Vertrieb von American International Pictures „Goliath and the Sins of Babylon“ hat man aus Maciste Goliath gemacht. Der Kleinwüchsige, der im italienischen Original den Namen Goliath trägt, wurde einfach mit dem richtigen Vornamen des Darstellers – Arnaldo – umbenannt. Die Titelmusik von Francesco de Masi wurde in den USA von Les Baxter ersetzt, über 10 Minuten wurden entfernt und Archivmaterial mit Dan Vadis taucht auf. Aus Nefer/Udor wurde Babylon. Zusätzlich scheinen zwei Szenen mit Giuliano Gemma und José Greci nachträglich abgedunkelt als wären es Nachtszenen.

 

„Der Stärkste unter der Sonne“ ist temporeich und für italienische Verhältnisse aufwändig inszeniert. Für diese Spätphase des Peplum ist das recht ungewöhnlich, andere Produzenten hatten längst zum Sparstrumpf gegriffen. Wer genau hinschaut kann unter den Gladiatoren Nello Pazzafini und Jeff Cameron entdecken. Insgesamt mach dieser Abenteuerfilm viel Spaß.

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OFDb
IMDb

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