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So ein Windhund

Ägypten | Frankreich | Italien, 1965

Originaltitel:

Slalom

Alternativtitel:

El octavo hombre (ESP)

Snow Job (USA)

Das Geheimnis am Nil

Deutsche Erstaufführung:

19. Februar 1970

Regisseur:

Luciano Salce

Inhalt

Lucio Ridolfi (Vittorio Gassman) will mit seinem Freund Riccardo (Adolfo Celi) und ihren beiden Ehefrauen Hilde (Emma Danieli) und Simonetta (Isabella Biagini) einen Skiurlaub verbringen, doch beide sind von ihren Ehefrauen genervt und suchen Gelegenheit sie loszuwerden, um sich anderweitig ein wenig umzuschauen. Als Lucio schon auf der Zugfahrt die schöne Helen (Beba Loncar) trifft und diese ihm nachreist, ersinnt er einen Plan, wie er sich die Eigenheiten der Ehefrauen zunutze macht, um sie für drei Tage wegzuschicken. Sein Plan geht auf, doch glücklich wird Lucio damit nicht. Nachdem er bei einem Treffen mit Helen Zeuge eines Mordes wird, findet er sich kurz darauf von Weihnachtsmännern – und -frauen entführt und erwacht in einem Flugzeug nach Kairo. In seinem Pass steht, er sei Amerikaner und seine „neue Ehefrau“ Nadia (Daniela Bianchi) versichert ihm, dass das völlig korrekt sei und er nur ein wenig gestresst. In Kairo entflieht er Nadia und findet vorübergehend Unterschlupf bei der Stewardess Fahra (Lobna Abdel Aziz), verfolgt von einer Gruppe von Killern. Schließlich rettet Lucio die Welt, besinnt sich auf alte Kriegsheldentaten, kehrt rechtzeitig zu seiner Frau zurück, doch die wichtigste Frage bleibt: wird ihn all das künftig davon abhalten, seiner Ehefrau untreu zu werden?

Review

Luciano Salce (Das gewisse Etwas der Frauen, 1966) inszenierte diese turbulente Spionage-Komödie nach einem Drehbuch von Franco Castellano und Giuseppe Moccia (Castellano & Pipolo) und zeigt dabei deutlich seine eigene Handschrift. Denn anstatt wie so viele andere Komödien dieser Art auf James Bond-Pfaden zu wandeln – wie insbesondere durch das Vorhandensein von Adolfo Celi und Daniela Bianchi nahezuliegen scheint - wandelt er stattdessen auf den Stufen der Commedia all’Italiana und präsentiert zudem zahlreiche Frauenfiguren, die selbst in kleineren Rollen sorgfältig ausgesucht zu faszinieren wissen. Abgesehen davon entstand „So ein Windhund“ in zwei Teilen, gedreht wurde im Januar 1965 in Sestriere und dann erst im Juli 1965 in Ägypten. Celi war somit vor „Thunderball“ in „So ein Windhund“.

 

Und so beginnt „So ein Windhund“ auch wie eine Commedia all’Italiana. Zwei Ehepaare werden in aller Kürze recht prägnant charakterisiert. Lucio ist Geschäftsmann, ein ehemaliger Kriegsheld, aber er wirkt hypochondrisch und gestresst. Er hasst es, wenn seine Frau ihm die Haare verwuschelt, doch insgesamt hat er sie sehr im Griff, sie liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab und scheint leicht zu manipulieren. Das befreundete Ehepaar ist anders. Simonetta macht immer das Gegenteil von dem, was ihr Mann sagt, doch er weiß das natürlich und weiß es zu nutzen.

 

Zuerst ist es eher Riccardo (Adolfo Celi), der den Skiurlaub in Sestriere zum außerehelichen Flirten nutzen will, doch Lucio begegnet im Zug der bildschönen Helen, die ihn dazu verleiten wird, die Ehefrauen heimzuschicken, um seine Schwiegermutter zu holen. Die drei Tage, die diese dafür benötigen, will er für Treffen mit Helen nutzen. Und schon sitzt er bis zum Hals im Schlamassel. Killer, Kairo, Kaos.

 

„So ein Windhund“ ist ein herrlicher Film, voller Spaß, mit viel Tempo und amüsanten Dialogen. Vittorio Gassman ist perfekt für die Rolle, denn mit seiner langen Theater- und Filmerfahrung kann er hier spielend einen Charakter verkörpern, der widersprüchlicher nicht sein könnte: langweiliger Geschäftsmann aber gutaussehend, hypochondrisch aber sportlich, egoistisch und menschlich zugleich. Amüsant ist zudem, wie er jede Gelegenheit zum Verführen einer Frau nutzen will, so tief er auch in Schwierigkeiten steckt. Er ist halt Italiener und kann nicht anders.

 

Die Außenaufnahmen für „So ein Windhund“ wurden 1965 weitgehend in Sestriere und in Ägypten gedreht (IMDb benennt zudem die Schweiz), mit Emilio P. Miraglia als Regie-Assistenz, mit DOP Alfio Contini hinter der Kamera und musikalisch untermalt von Ennio Morricone. Der im 2,35:1-Format gezeigte Film hat sehr schöne Farben, falls man eine gute Kopie zu sehen bekommt. Die deutsche Kinofassung von Schneider war leider um etwa 13 Minuten gestrafft, ebenso wie die Videokassette von VPS, die unter dem Titel „Das Geheimnis vom Nil“ erschien. Dafür sollen Farben und Synchro dieser Kinofassung aber recht ansprechend gewesen sein.

Links

OFDb
IMDb

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