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Roboman

Italien, 1988

  • Originaltitel: Robowar - Robot da guerra
  • Alternativtitel:

    Robowar - A Caminho do Inferno (BRA)

    Robowar - Robot da guerra (FRA)

    Robowar - A Máquina da Morte (POR)

    Robowar

  • Regisseur: Bruno Mattei
  • Kamera: Riccardo Grassetti
  • Musik: Al Festa
  • Drehbuch: Rossella Drudi, Claudio Fragasso
  • Inhalt:

    Eine Söldnertruppe unter dem Befehl von Major Murphy Black (Reb Brown) wird gemeinsam mit dem sich bedeckt haltenden Mascher (Mel Davidson) ausgeschickt, um sich mit einem von ebendiesem Mascher entwickelten Kampfroboter zu messen. Freilich ahnen die uniformierten Versuchskaninchen nicht, worauf sie sich da eingelassen haben…

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Schon lange wollte ich ein Review zu diesem Film schreiben, und nun, nachdem ich ihn noch mal gesehen habe, weiß ich nicht was ich schreiben soll. Vorausschickend möchte ich bemerken, wie schmerzhaft unterhaltsam dieses Mattei-Filmchen mit Reb Brown („Strike Commando“/“Einer gegen das Imperium“) ist.

     

    Beginnen wir am Anfang. Ein Hubschrauber kreist über einem verpixelten (wir sollen offenbar nicht merken, dass die Explosionen aus einem anderen Film oder späteren Szenen dieses Films stammen) Inferno, beobachtet von einer entfernt Robocop-ähnlichen Kampfmaschine, die während des gesamten Films abgehackte Rückwärts-Selbstgespräche führt. Der Hubschrauber stürzt ab, die Leichenteile dieser und ein paar anderer Soldaten tauchen später noch auf.

     

    Szenenwechsel. Der militärische Entwickler Mascher und ein nicht näher benannter uniformierter Oberputz schauen sich die Dias einer Gruppe von Söldnern an, alles ehemalige Vietnam-Veteranen mit lustigen Spitznamen. Aber den besten Spitznamen haben sie sich selbst gegeben: sie nennen ihr Team B.A.M. Das könnte natürlich Bad Ass Motherfuckers heißen, tut es aber nicht. Es heißt BIG ASS MOTHERFUCKERS, obwohl, so fett finde ich ihre Ärsche gar nicht, sieht man mal von dem Doktor ab. Als Nächstes sehen wir jene fettärschigen Motherfucker auf einem Boot, unterwegs zu ihrem Einsatz. Und damit wären wir schon beim Thema abartige schauspielerische Leistungen angelangt. Romano Puppo und Massimo Vanni ziehen eine unglaublich schlechte Kiffernummer ab, Vanni zappelt zu Rockmusik als hätte er einen spastischen Anfall. Das findet sein dunkelhäutiger Teamkollege auch. Habe ich schon Reb Browns niedliches hellblaues Aerobic-Outfit erwähnt? Das tauscht er glücklicherweise schon bald gegen eine Phantasieuniform.

     

    Man erreicht schließlich per Schlauchboot den Einsatzort, und nun verheddert sich Bruno Mattei auch schon komplett in Claudio Fragassos und Rosella Drudis Drehbuch-Geschreibsel. Der Einsatzort ist irgendwo in Südamerika, die Söldner sind Vietnam-Veteranen und gedreht wurde auf den Philippinen – und Mattei würfelt alles bunt durcheinander. Die ersten fremden Soldaten die man sieht, hetzen gerade die blonde Virginia (Catherine Hickland) und deren Helfer aus einer nahegelegenen Mission (die auch einen spanischen Namen hat) in Südamerika. Mascher meint, das ginge die Truppe nichts an, man solle sich raushalten. Doch Murphys Truppe findet, „we‘ve got some accounts to settle.“ Wieso? Wir sind nicht in Vietnam. Oder doch? Denn beim späteren Angriff auf die Soldaten, die die Mission besetzt halten, sind die meisten von ihnen deutlich sichtbar Asiaten, in der deutschen Synchro liebevoll als „Schlitzaugen“ bezeichnet. Was für ein Durcheinander.

     

    Aber egal, wir gucken ja keinen Mattei-Film wegen der Inhalte oder wegen eines logischen Ablaufs. Den Rest schenke ich mir und gehe gleich zum Spoilern des Finales über. Denn der Roboman – im Film mal als Omega 1, mal als Hunter, mal als Jaeger bezeichnet – ist ein alter Kumpel von Murphy, einst von diesem auf dem Schlachtfeld in Vietnam (aha!) zurückgelassen. Nach ein paar Rückblenden mit homoerotischen Kontext, erfüllt Murphy endlich seine Pflicht und erlöst seinen Kumpel endlich von seinem traurigen Los. Verwirrung gibt es wieder beim Abspann, den so in dieser Form keiner gebraucht hätte, dafür sind viele lustige Fehler drin. Aus Murphy wurde Marphy, aus Virginia wurde kurz Virgin, Massimo Vanni und Jim Gaines hat man komplett verwechselt. Der Roboman selbst wird übrigens von „Clyde Anderson“ alias Claudio Fragasso verkörpert.

     

    Fazit: wie jeder weiß, ist „Roboman“ ein billiges Predator-RipOff, teils wurden ganze Szenen nachgestellt. Und in eine so simpel angelegte Story so viele Fehler einzubauen, das macht Mattei keiner so schnell nach. Das Beste ist wohl der Synthie-Rock Soundtrack von Al Festa, der nicht zuletzt darüber hinwegtrösten muss, dass in zahlreichen Szenen nicht viel mehr zu sehen ist als Männer, die unheilvoll dreinschauend durchs Gestrüpp wandeln. Eines von Festas Stücken findet sich auch in dem ein Jahr später entstandenen Fragasso-Film „Zombie IV – After Death“ wieder. Unerträgliche Großaufnahmen von zur Schau gestelltem Machismo muss der Zuschauer ebenfalls über sich ergehen lassen. Ein Riesenspaß, einer von Matteis unterhaltsamsten Filmen.

     

    Vorsicht vor der DVD von „Best Buy Movies“, stolze 20 Minuten fehlen hier gegenüber der neunzigminütigen Originalfassung, welche es wiederum nur als grenzwertige VHS-Rips zu finden gibt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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    IMDb

    Kommentare (1)

    • Thomas Hortian

      Thomas Hortian

      10 August 2018 um 00:19 |
      Ich hab den gerade eingeschmissen, Erstsichtung. Echt grenzdebiler Shit, da weiß man, warum man Brunos Filme mag. Als der Rebell die Frau als Geisel nimmt, dachte ich zuerst, der sagt "Ich seh Titten" und nicht "Ich sie töten"...

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