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Die rechte und die linke Hand des Teufels

Italien, 1970

Originaltitel:

Lo chiamavano Trinità...

Alternativtitel:

Da ye liang diao lung (TWN)

De kalder mig Trinity (DNK)

Dom kallar mej Trinity - djävulens högra hand (SWE)

Eles Me Chamam Trinity (BRA)

Ime mi je Trinita (SVN)

Just Call Me Trinity (PHL)

Le llamaban Trinidad (ESP)

Me llaman Trinity (ARG)

Mi nombre es Trinity (CHL)

Mi se spune Trinity (ROU)

Moz po imenu Trinita (SVN)

Nazywam się Trinity (POL)

Nimeni on Trinity - paholaisen oikea käsi (FIN)

On l'appelle Trinita (FRA)

Pravá a levá ruka d'ábla (CZE)

They Call Me Trinity (USA)

Trinita (TUR)

Trinitá - Cowboy Insolente (PRT)

Trinity - Djevelens høyre hånd (NOR)

Trinity é o Meu Nome (BRA)

Deutsche Erstaufführung:

2. März 1971

Regisseur:

Enzo Barboni

Inhalt

Bambino (Bud Spencer), auch genannt „Die linke Hand des Teufels“, gibt sich in einer kleinen Grenzstadt als Sheriff aus, um auf seine Komplizen zu warten, mit denen er einen Pferdediebstahl geplant hat. Ungebeten bekommt er Besuch von seinem Bruder Trinità (Terence Hill), genannt „Die rechte Hand des Teufels“.

 

Bambino will seinen Bruder schnellstmöglich loswerden, doch der verguckt sich in zwei Mormonentöchter und will deren Siedlergruppe helfen, sich gegen den skrupellosen Pferdebaron Major Harriman (Farley Granger) zur Wehr zu setzen. Bambino will davon nichts wissen, doch schnell gelingt es Trinità, ihn die Sache reinzuziehen.

 

Zudem müssen sie sich gegen eine mexikanische Banditenbande behaupten, die ebenfalls die Siedler terrorisiert und mit denen Major Harriman sich schließlich verbündet. Doch am Ende bekommen alle die Visage poliert.

 

Review

Obwohl DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS nicht der erste gemeinsame Western mit Terence Hill und Bud Spencer ist, kann man ihn dennoch als den endgültigen Durchbruch des Duos bezeichnen. Sowohl in Italien als auch international hatte der Film großen Erfolg, allein in Deutschland erreichten die Erstaufführungen 5 Millionen Zuschauer.

 

Gerüchten zufolge hatte Enzo Barboni, der beide Hauptdarsteller bereits von seiner Tätigkeit als Kameramann her kannte, gar nicht vorgehabt aus diesem in den Abruzzen gedrehte Western eine solch reinblütige Komödie zu machen. Dies sei angeblich dem Einfluss von Bud Spencer und Terence Hill zu verdanken. Das wäre sogar eine perfekte Erklärung dafür, warum DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS eine so gelungene Western-Parodie geworden ist, denn zahlreiche typische Motive des „ernsten“ Italo-Westerns sind vorhanden und werden durch die Comedy nahtlos ergänzt.

 

Die Helden sind eigentlich Gauner, aber gutmütig. Lediglich Bambino braucht gelegentlich einen etwas kräftigeren Gewissens-Schubs, um das Richtige zu tun. Auch eine mexikanische Banditen-Gang gehört zu den klassischen Italowestern-Motiven. Dann haben wir den ständig betrunkenen Sidekick und den Major, der friedliche Siedler vertreiben will. Eine komödiantische Sequenz um einen coolen Revolverhelden, der von dem Duo ins Lächerliche gezogen wird, wurde zum künftigen Running Gag der Halleluja-Filme mit George Hilton.

 

Die Prügelszenen, nun das Markenzeichen der Filme des Duos Spencer/Hill, wurden choreographiert um das Stuntteam von Giorgio Ubaldi, welches in Zukunft eine Dauerbeschäftigung in den Spencer/Hill-Filmen haben würde. Markant ist hierbei natürlich das Gesicht von Riccardo Pizzuti, der hier seinen ersten Auftritt als Prügelknabe absolviert.

 

Mit Farley Granger als Bösewicht hatte man eine Hollywood-Legende an der Hand, und wenn denn die oben erwähnten Gerüchte stimmen, könnte sich seine Anwesenheit tatsächlich dadurch erklären, dass man ihm eben keine komödiantische Rolle angeboten hatte und erst vor Ort umdisponierte. In kleineren Rollen sieht man Gisela Hahn, das Charaktergesicht von Luciano Rossi, Barbarenschwertler Pietro Torrisi, drei Dell’Aquas, zwei Ukmars und Terence Hills damals grad einjährigen Sohn Jess. Produziert wurde DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS von Italo Zingarelli, der mit Bud Spencer bereits an DIE FÜNF GEFÜRCHTETEN (Un esercito di 5 uomini, 1969) gearbeitet hatte. Zingarelli würde auch die Fortsetzung VIER FÄUSTE FÜR EIN HALLELUJA (Continuavano a chiamarlo Trinità, 1971) finanzieren.

 

Nachdem Terence Hill und Bud Spencer zahlreiche weitere Filme mit Enzo Barboni als Regisseur gedreht hatten, wurde in den Neunzigern eine Fortsetzung geplant. Doch Barboni zeigte sich sehr enttäuscht als Hill selbst bei DIE TROUBLEMAKER (Botte di Natale, 1994) Regie führen wollte, hatte bereits fest mit einem Engagement gerechnet. Quasi als Retourkutsche inszenierte er eine eigene Fortsetzung mit den Fremddarstellern Heith Kizzier als Trinità und Keith Neubert als Bambino. Doch wie zu erwarten war wurde EIN BEGRÄBNIS UND DIE AUFERSTEHUNG DER VIER FÄUSTE (Trinità & Bambino... e adesso tocca a noi!, 1995) ein Flop, und es wurde Barbonis letzte Regiearbeit.

 

Doch zurück zu DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS. Zur Perfektion des Gesamtfilms gehört die Musik von Franco Micalizzi. Der komponierte auch das Titelstück „They call him Trinity“, mit dem Pfeifen von Alessandro Alessandoni und der Stimme von Annibale Giannarelli. Den Background bildete Alessandro Alessandroni’s Chor „I Cantori Moderni".

 

 

Fazit: DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS ist nicht nur der komödiantische Neubeginn (und gleichzeitig Todesstoß) für das Italowestern-Genre, sondern mein persönlicher Spencer/Hill-Favorit.

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