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Der Rächer von Golden Hill

Italien | Spanien, 1964

Originaltitel

Cuatro balazos

Alternativtitel

Quatre balles pour Joë (FRA)

Il vendicatore di Kansas City (ITA)

Four Bullets for Joe (USA)

Shots Ring Out! (USA)

Deutsche Erstaufführung

06. August 1965

Inhalt

Der Cowboy Joe ist im Begriff mit seiner Geliebten Katy Dalton (Liz Poitel) die Stadt zu verlassen als er ermordet wird. Joes frühere Verlobte und deren Vormann beschuldigen Katy, angeblich hätten sie diese auf Joe schießen sehen. Katy wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, doch bei Verkündung des Urteils rennt sie aus dem Gerichtssaal und wird von einer Kutsche überfahren. In der Stadt fürchtet man nun die Rache durchs Katys Bruder Frank Dalton (Paul Piaget), einem berüchtigten Revolverhelden. Als ein unbekannter Mörder mit schwarzen Handschuhen jedoch beginnt, die vermeintlichen Schuldigen an Katys Tod zu dezimieren, hat Sheriff Paul (Fernando Casanova) Zweifel an Franks Schuld. Denn würde ein Revolverheld seine Opfer hinterrücks erwürgen? Die Bewohner der Stadt drängen den Sheriff, Frank Dalton endlich aus dem Verkehr zu ziehen, doch Paul will der Sache auf den Grund gehen. Nach und nach findet er heraus, dass Katy zwar keine Mörderin aber doch ein ganz schönes Früchtchen war, in deren Schatten es von verzweifelten Männern wimmelte.

Review

Agustín Navarros „Der Rächer von Golden Hill“ ist ein ungewöhnlicher Euro-Western, der 1964 in Co-Produktion der spanischen Fénix Cooperativa Cinematográfica und der italienischen Cineproduzione Emo Bistolfi entstand. Der Regisseur ist wenig bekannt, ebenso wie die meisten der Darsteller. Einerseits ist „Der Rächer von Golden Hill“ deutlich eher von amerikanischen Western inspiriert, andererseits könnte man ihn als Prä-Giallo bezeichnen. Außerdem bietet er nicht die Italo/Paella-Westernfans bestens bekannten Landschaften von Almeria, sondern entstand in der Umgebung von Hoyo de Manzanares nahe Madrid und im heutigen Wandergebiet Barranco de la Hoz mit seinen markanten Felslandschaften.

 

Der Originaltitel „Cuatro balazos“ bezieht sich auf den mexikanischen Song „Sonaron cuatro balazos“ von José Alfredo Jiménez, welcher im Film von José Angel Espinosa 'Ferrusquilla' und den Los Tres sultanes de Colombia zum Besten gegeben wird. Völlig unbekannt sind die Hauptdarsteller in „Der Rächer von Golden Hill“ freilich nicht. Paul Piaget, welcher die Rolle des Frank Dalton spielt, war ein seltener, aufgrund seiner Größe und Erscheinung jedoch sehr markanter Gast im Eurowestern. So war er in einigen Western von Joaquín Luis Romero Marchent und in Alberto de Martinos „Vergeltung am Wichita-Pass“ (Gli eroi di Fort Worth, 1965) zu sehen. Hauptdarsteller Fernando Casanova erlangte wiederum durch Bunuels „Er“ (Él, 1953) Bekanntheit und war abgesehen von Mario Caianos „Mit Colt und Maske“ (Il segno del coyote, 1963) eher in spanischen Westernkomödien und Musicals zuhause. In der Rolle der Verlobten des Sheriffs, Margaret, sieht man Barbara Nelli, welche Genrefans vor allem durch Massimo Pupillos „Das Folterhaus der Lady Morgan" (La vendetta di Lady Morgan, 1965) und „Scarletto - Schloß des Blutes“ (Il boia scarlatto, 1965) bekannt ist.

 

Insgesamt sind die Darsteller von „Der Rächer von Golden Hill“ überzeugend, die Story einigermaßen spannend und die Landschaften überaus sehenswert. Ein großes Manko ist dagegen die Vorhersehbarkeit. Man braucht nicht mal alle 5 Sinne beisammen zu haben, um sehr schnell zu erraten, wer der Killer mit den schwarzen Handschuhen ist. Ich spoilere jetzt mal trotzdem nicht den Namen, aber da es offensichtlich nicht der Revolverheld sein kann, weil hinterhältige Würgeattacken eben nicht sein Ding sind, muss es wohl zwangsläufig der sein, der den ganzen Film über verzweifelt versucht, den Sheriff zu überreden, doch endlich den Revolverhelden für alles verantwortlich zu machen und vorzugsweise zu erschießen.

 

In Deutschland lief „Der Rächer von Golden Hill“ im August 1965 im Nora Filmverleih, spätere Heimveröffentlichungen scheint es nicht gegeben zu haben. Spanische und italienische TV-Ausstrahlungen, brachten es bei zahlreichen deutlich sichtbaren Rollenrissen und Sprüngen auf etwa 75 Minuten, die deutsche Kinofassung soll aber etwa 82 Minuten gelaufen sein.

Links

OFDb
IMDb

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