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Lover of the Monster

Italien, 1974

  • Originaltitel: Le amanti del mostro
  • Alternativtitel:

    Evil Face

  • Regisseur: Sergio Garrone
  • Kamera: Emore Galeassi
  • Musik: Stefano Liberati, Elio Maestosi
  • Drehbuch: Sergio Garrone
  • Inhalt:

    Dr. Alex und Anijeska Nijinski (Klaus Kinski und Katia Christine) haben sich nach Eheproblemen auf den Landsitz von Anijeskas verstorbenem Vater zurückgezogen. Das Paar kann jedoch nicht so recht wieder zusammenfinden, da Alex‘ vergangene Eifersuchtsanfälle zu tiefe Gräben gerissen haben. Während Anijeska sich mit dem Arzt Dr. Igor Walensky (Ayhan Isik) anfreundet, findet Alex im Keller das Laboratorium von ihrem Vater Ivan Rassimov. Der beschäftigte sich mit der Wiedererweckung von Toten mithilfe von Bluttransfusionen und Elektrizität. Ein Unfall hat zur Folge, dass Alex sich immer wieder in einen blutrünstigen Berserker verwandelt, doch zunächst hat er Glück. Einheimische und Polizei suchen stets Vagabunden für die Morde und Vergewaltigungen verantwortlich zu machen. Doch Anijeska schöpft Verdacht.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Le amanti del mostro“ wurde 1973 zeitgleich mit „The Hand That Feeds the Dead“ (La mano che nutre la morte) von Sergio Garrone gedreht Beide Filme kann man als Spätwerke des Gothic Horror klassifizieren, und beide Filme haben vieles gemeinsam. Neben einem dünnen Drehbuch, teilen sie sich die Filmnamen der Hauptprotagonisten, den größten Teil der Darsteller, Kameracrew und Musiker sind ebenfalls identisch. Auch ein paar Szenen sind in beiden Filmen vorhanden, hierbei sticht am meisten die Ermordung eines Liebespaars (Carla Mancini und Stecher) ins Auge. Die Special-Effects stammen ebenso wie bei „The Hand that feeds the Dead“ von Carlo Rambaldi. Grundsätzlich wirkt aber „Lover of the Monster“ wie das Main-Feature des Doppel-Pakets, ist inhaltlich etwas dichter und auch unterhaltsamer. Für eine Firma namens „Cinequipe“ produziert, scheinen die Gelder aus Italienischer und türkischer Quelle zu stammen.

     

    Am Anfang passiert etwas sehr Interessantes. Das Ehepaar Nijinski wird von Klaus Kinski und Katia Christine verkörpert. Die wollen nach einer Ehekrise – die auf der Eifersucht des Mannes basierte – wieder zueinander finden, auf dem Kindheitslandsitz von Ehefrau Anijeska. Katia Christine macht eigentlich gar nicht so viel Herausragendes in diesem Film, aber sie ist eine schöne Frau mit einem sehr lebendigen Gesicht. Und so passiert das Unglaubliche: in gemeinsamen Szenen verkommt Kinski zum Statisten. Er verblasst. Natürlich ist das auch ein wenig Teil seiner Rolle im gemeinsamen Verhältnis zwischen dem Ehepaar Nijinski, doch das allein erklärt es nicht. Der alte Spruch von, wenn Kinski in einer Szene dabei ist, könne sich der Zuschauer nicht mehr an die übrigen Darsteller erinnern, scheint hier Geschichte. Erst in seinen Soloauftritten zeigt Kinski vollen Einsatz, doch auch hier ein Manko. In vielen Szenen – etwa im Labor oder bei den Morden – scheint Kinski gedoubelt. Man sieht nur von Hinten einen Fremddarsteller mit ähnlich gestruwelten Haaren.

     

    Die Namensgebung der Charaktere im Film ist irgendwie lustig, Nijinski, Polanski, Ivan Rassimov, Boris, all das ruft Fremderinnerungen wach. Lustig ist auch das nahegelegene Örtchen, in dem die Polizei residiert, und – wie man schon an den Namen im Film erkennen kann – soll dieser Film wohl in Russland spielen. Für den nahegelegenen Ort jedoch hat man sehr deutlich erkennbar eine Italo-Westernstadt verwendet. Was ist also sehenswert an diesem Film? Der Dramaanteil ist wirklich gut gemacht, die pseudowissenschaftlichen Experimente im Keller dagegen nahezu unnachvollziehbar. Es gibt ein paar sehenswerte Gewaltausbrüche, und Carlo Rambaldi darf sich am Gekröse eines (hoffentlich nachgebildeten) Pudelkadavers versuchen. Mitreißend sind die Szenen, in denen Dorfbewohner und/oder Polizei unschuldige Vagabunden piesacken. Klaus Kinski dagegen leidet an einem unspektakulären italienischen Dubbing-Sprecher, der wohl auch dazu beiträgt, dass trotz aller schon sichtbarer Kinski-typischer Merkmale dessen Bemühungen nur bedingt von Erfolg gekrönt sind. Das Finale bietet ein durchaus mitreißendes Szenario, das ich hier an dieser Stelle spoilern möchte. Mache ich aber nicht.

     

    Bisher gab es von „Le amanti del mostro“ nur ein paar italienischsprachige und gelegentlich englisch untertitelte DVD-Veröffentlichungen im Ausland, deren Legalität man mitunter auch mal anzweifeln darf. Weder „La mano che nutre la morte“ noch „Le amanti del mostro“ – welche in Italien mit nur einem Monat Abstand im April und Mai 1974 in die Kinos kamen – sind bisher in Deutschland veröffentlicht worden.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

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