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The Island Monster

Italien, 1954

Originaltitel:

Il mostro dell'isola

Alternativtitel:

The Monster of the Island (USA)

Inhalt

Polizist Mario Andreani (Renato Vicario) wird undercover von Neapel nach Ischia geschickt, um gemeinsam mit der Küstenwache gegen eine Bande von Drogenschmugglern zu ermitteln. Seine Tarnung fliegt schnell auf, und so entführen die Gangster seine kleine Tochter Fiorella. Unerwartete Hilfe erhält er von der Nachtclubsängerin Gloria (Franca Marzi), die einst selbst ihr Kind verlor. Die Spur scheint schließlich zu dem netten Don Gaetano (Boris Karloff) zu führen, der auf der Insel als großer Gönner gilt, immerhin hat er den Bewohnern ein Kinderkrankenhaus spendiert – eine ideale Front für Drogenschmuggel.

Review

Roberto Bianchi Monteros „Il mostro dell'isola“ ist ein durchschnittlich ausgeführter Krimi, der immerhin mit Boris Karloff aufwarten kann, der anscheinend seine Urlaubskasse auffüllen wollte. Denn erst viel später wirkte er auch in anderen italienischen Produktionen mit, etwa Mario Bavas „Die drei Gesichter der Furcht“ (I tre volti della paura, 1963) oder Roberto Bianchi Monteros „Mondo Balordo“ (1964), auch wenn sein Kommentar zu letzterem wohl erst nachträglich entstand.

 

Interessant ist „Il mostro dell'isola“ zumindest in einer Hinsicht, nämlich als Prä-Mafiafilm. Freilich wird das Wort Mafia nie erwähnt, aber wer ist wohl dieser Don Gaetano, der auf der Insel von allen als großer Gönner angesehen ist? Er hat ein Kinderkrankenhaus gebaut, kümmert sich um die Witwen und Waisen, gibt jungen Männern Arbeit. Schon klar. Die Einheimischen wissen sicher mehr darüber als sie eingestehen. Schmuggel, seien es nun Zigaretten, Alkohol oder Drogen, waren schon damals Neapels größter Arbeitgeber.

 

Deshalb fand ich auch den Anfang des Films so amüsant. Der Polizist Mario Andreani soll unter falscher Identität ermitteln. Nun ist Neapel nicht so schrecklich weit von Ischia entfernt, man kennt sich, man sieht sich. So fährt er mit der Küstenwache umher, macht sich im Nachtclub „unauffällig“, indem er als einziger auf einheimischen Zigaretten und Sprit besteht, anstatt – wie alle anderen Gäste – auf ausländische Marken, die unter der Hand angeboten werden. Dann bekommt er noch Besuch von Frau und Tochter, wo er doch eigentlich mit seiner falschen Identität die Nachtclubsängerin Gloria aushorchen soll. Kurzum – es dauert kaum bis zum ersten Abend, bis er aufgeflogen ist.

 

Das macht eine Entwicklung der letzten 20 Minuten des Films auch so unglaubwürdig. Um seine Tochter zu finden und den Boss der Schmuggler ausfindig zu machen, schleust er sich schließlich in die Gang ein – und plötzlich erkennt ihn niemand mehr! Abgesehen von Gloria, aber die will ihm helfen, nachdem sie Besuch von Andreanis Frau hatte. Und dann gibt es da noch einen Rin-Tin-Tin-Verschnitt, der das kleine Mädchen aufspürt und schließlich im Finale weitere Bedeutung gewinnt.

 

Abgesehen von einigen Logiklöchern ist „Il mostro dell'isola“ aber solide inszeniert, die Musik und Kameraarbeit sind angemessen, Wunder darf man jedoch keine erwarten. Das englische Dubbing der US-Fassung (Public Domain) ist furchtbar, die italienische TV-Ausstrahlung von Mediaset 4 dafür leider stark gekürzt. Fazit: Durchschnitt.

Links

OFDb
IMDb

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