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Iron Warrior

Italien | Niederlande pl., 1987

Originaltitel

Iron Warrior

Alternativtitel

O Guerreiro de Aço (BRA)

Ator il guerriero di ferro (ITA)

Ator: el guerrero de hierro (ESP)

Ator the Iron Warrior

Regisseur

Alfonso Brescia

Inhalt

Die gute Hexe Deeva (Iris Peynado) liegt in einem ewigen Clinch mit ihrer bösen Schwester Phaedra (Elisabeth Kaza). Phaedra will den derzeitigen König des Landes stürzen, doch Deeva hat vorgesorgt. Sie hat den Zwillingen Ator und Trogar bestimmt, einst die Beschützer der Königstochter Janna zu werden. Phaedra hat Wind davon bekommen und den kleinen Trogar entführt, Deeva verbannt sie dafür für 18 Jahre in die Unterwelt.

 

Die 18 Jahre sind nun vergangen und Phaedra kehrt auf die Erde zurück. Aus dem kleinen Trogar ist ein willfähriger Sklave ohne Gedächtnis geworden, der der Hexe als Vollstrecker zu Diensten ist. Als sie den Hofstaat verzaubert, gelingt Janna (Savina Gersak) die Flucht und sie begegnet Ator (Miles O’Keefe). Die beiden haben gemeinsam einige Abenteuer zu bestehen, bevor sie Phaedra und den mit einem silbernen Totenschädel maskierten Trogar zur Strecke bringen können.

Review

Mit 51 Filmen und einer Regiekarriere, die im Jahr 1964 begann, gehört Alfonso Brescia eigentlich zur alten Garde, und doch macht „Iron Warrior“ ein wenig den Eindruck von Learning by Doing. Man muss freilich würdigen, dass das Budget dieses Films ein schlechter Witz gewesen sein muss. Brescia gelingt es dennoch einiges herauszuholen.

 

„Iron Warrior“ beginnt mit ein paar unerträglichen Zurschaustellungen von pathetischem Overacting, insbesondere von Seiten Elisabeth Kazas. Mit Fortschreiten des Films bekommt man das aber weitgehend in den Griff. Insbesondere die Hauptdarsteller Miles O’Keefe und Savina Gersak sind im Gegenzug mit minimalstem Dialog ausgestattet, und das ist angenehm. Sein Kleinstbudget kann „Iron Warrior“ mit einer Vielzahl sehenswerter Locations kompensieren, größtenteils wurde auf Malta gedreht. Selbst das inzwischen etwas verfallene Fischerdorf aus Robert Altmans „Popeye - Der Seemann mit dem harten Schlag“ (Popeye, 1980) findet Wiederverwendung.

 

Neben eher phantasielos gefilmten Actionszenen erteilt uns Brescia zwischendurch immer mal wieder eine Lektion in Sachen guter Kameraarbeit, Beleuchtung und der Auswahl surrealer Bilder. Das ist zwar ein wenig inkohärent, da man es nicht durchhält, macht den Film aber insgesamt sehenswert. Damit wir nicht einschlafen, hat man Savina Gersak zudem mit äußert durchsichtiger Bekleidung ausgestattet, die ihr bei Bewegung auch wiederholt runterzurutschen droht, ständig versucht sie die Träger vom Aufgeben abzuhalten. Zur Inkohärenz der Kameraarbeit sei noch zu erwähnen, dass neben sorgfältigen Bildern eben auch das Gegenteil existiert, Brescia macht sich keinerlei Mühe, während Szenen in Ruinen irgendwelche Begrenzungszäune aus dem Bild zu halten. Bei einer Kampfszene zwischen Ator und Trogar sieht man im Hintergrund deutlich ein paar Fahrzeuge (siehe Screenshots).

 

An einer Stelle, als Ator von ein paar Reitern angegriffen wird, hat man sich wohl gedacht, es würde den Spannungseffekt erhöhen, wenn man die Szene schneller ablaufen lässt. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß lachhaft, den Zeitverlust macht man später durch zahlreiche Zeitlupenaufnahmen wett. Ein großes Manko ist die Musik von Carlo Maria Cordio, die leider schnell zu nerven beginnt. Das Ende von „Iron Warrior“ ist seltsam, und ich bin mir nicht sicher, ob ich es überhaupt richtig verstanden habe.

 

Ist „Iron Warrior“ ein guter Film? Nun, er vermag durchaus zu unterhalten, im Guten wie im Schlechten. Gerüchten zufolge soll Ators Schwert – leicht umgearbeitet - später in der Conan TV-Serie als Schwert von Atlantis gedient haben. „Iron Warrior“ erschien im Mai 2019 von Scorpion Releasing auf Blu-ray und wird seitdem auch nach Europa ausgeliefert. Aus vertraglichen Gründen können US-Kunden die Disc aber erst ab Juni erhalten. An der Bildqualität gibt es nicht auszusetzen, die Musik scheint allerdings etwas zu gurgeln. Ich würde allerdings nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, ob sie nicht genau so klingen soll.

Links

OFDb
IMDb

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