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Höllenkommando zur Ewigkeit

Italien, 1982

Originaltitel:

Fuga dall'arcipelago maledetto

Alternativtitel:

Tiger Joe

Enemy Connection

Jäger der Apokalypse 2

Deutsche Erstaufführung:

12. August 1982

Inhalt

Der Pilot Tiger Joe (David Warbeck) transportiert für den Waffenhändler Bronski regelmäßig Waffen für die Rebellen von Vietnam nach Kambodscha. Während einer Lieferung wird sein Flugzeug zerstört, und er muss so seinen Weg zurück nach Vietnam allein durch den Dschungel bestreiten. Er begegnet dabei der Rebellin Kia (Annie Belle), deren Freund Datu Tiger Joe während eines Angriffs das Leben rettet. Gemeinsam setzen sie den Weg fort, verfolgt von den Roten Khmer. Währenddessen suchen Tigers Joes Freunde Washington (Tony King), Lenny (Luciano Pigozzi) und sogar Bronski nach ihm.

Review

Nach dem Erfolg von „Asphalt-Kannibalen“ (Apocalypse domani, 1980) begann Antonio Margheriti für den Produzenten Gianfranco Couyoumdjian (Flora Film & Gico Cinematografica S.r.L.) zu arbeiten, wobei die Dreharbeiten häufig auf den Philippinen stattfanden. Grund dafür das Revival des Kriegs- und Abenteuerfilms durch eine Reihe von amerikanischen Produktionen. Margheriti vermischte mitunter beide Genres.

 

Es begann mit dem sichtlich von Coppolas „Apocalypse Now“ und mehr noch Michael Ciminos „...die durch die Hölle gehen“ inspirierten „Jäger der Apokalypse“ (L'ultimo cacciatore, 1980), der auch die erste Zusammenarbeit Margheritis mit Hauptdarsteller David Warbeck darstellte. Es folgte „Fluch des verborgenen Schatzes“ (I cacciatori del cobra d'oro, 1982), der eher an Spielbergs „Jäger des verlorenen Schatzes“ anknüpfte. Dritter im Bunde war der hier besprochene „Höllenkommando zur Ewigkeit“ (Fuga dall'arcipelago maledetto, 1982). Dieser ist in Kambodscha angesiedelt, gedreht wurde auf den Philippinen. Die Basis des Filmteams wurde hierbei in Palawan errichtet, unweit von der Hauptstadt Manila. Da Antonio und Edoardo Margheriti wie gesagt noch weitere Filme dort drehen würden, war man schnell eingespielt, was die möglichen Locations betrifft, die sich größtenteils auf der Insel Luzon fanden. Hinzu kam, dass Antonio Margheritis technische Bewandtheit was Kameraarbeit, die Auswahl der passenden Kameralinsen und die Arbeit mit Miniaturen und Explosivstoffen für die Special Effects betrifft, für eine schnelle und gleichsam professionell wirkende Arbeitsweise sorgten.

 

In „Höllenkommando zur Ewigkeit“ muss sich der Hauptprotagonist Tiger Joe durch den Dschungel von Kambodscha kämpfen. Typisch nicht nur für diesen, sondern auch andere folgende Kriegs- oder Söldnerfilme von Margheriti ist, dass er seine „Helden“ nicht klar definiert. Sie sind keine eindeutig guten oder schlechten Menschen, und sie interessieren sich nicht – ebenso wie Margheriti als Privatmensch – für politische Zusammenhänge oder die Motivationen der Kriege, in denen sie kämpfen oder zufällig hineingeraten. Freilich könnte man das sogar als politisches Statement werten, denn was interessiert sich das Fußvolk für die Interessen ihrer Kriegstreiber? Aber Margheriti war an keinerlei politischen Statements interessiert.

 

Zu einem tragischen Ereignis kam es am letzten Drehtag, dem 11. Januar 1982. Während Riccardo Pallottini von einem Kleinflugzeug den Dschungel von Oben filmen wollte, blieb dieses mit einem Flügel an einem Baum hängen und stürzte ab, alle drei Insassen kamen ums Leben. Margheriti verlor nicht nur einen langjährigen Kameramann, sondern vor allem einen guten Freund.

 

Während ich persönlich schon immer eine Schwäche für „Höllenkommando zur Ewigkeit“ habe, ist er jetzt nicht so das dicke Highlight unter Margheritis Dschungelfilmen. Die Story ist recht dünn, und die Musik (das soll Carlo Savina sein?) fürchterlich. Ich frage mich, ob man die Musik nicht für eine Internationale Version ausgetauscht hat, denn dieses Geklimper ist Savinas nicht würdig. Eine Liebesgeschichte zwischen Tiger Joe und der von Annie Belle gespielten Kia wurde eingebaut, und dieses Mal darf man sich sogar auf ein Happy End freuen, zumindest für diese Beiden. Andere Protagonisten haben da weniger Glück.

 

„Höllenkommando zur Ewigkeit“ ist unterhaltsam inszeniert, ein paar Längen gibt es geschenkt. Nach grenzwertigen Bootleg-DVDs hat X-Rated den Film unter dem Titel „Jäger der Apokalypse 2“ als Mediabook veröffentlicht, und hier möchte ich lobend die Farbgebung der Abtastung erwähnen, die einer Kinopräsentation schon recht nahe kommt. Im Bonusmaterial findet sich ein neues Interview mit Edoardo Margheriti (ca. 25 Minuten). Neben der deutschen Tonspur gibt es einen englischsprachigen Audiokommentar mit Troy Howarth, sowie einen Fanaudiokommentar mit Kevin Zindler, Florian Wurfbaum und Christoph N. Kellerbach. Letzterer steuerte auch den Booklet-Text bei.

Filmplakate

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OFDb
IMDb

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