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Elf Tage und elf Nächte

Italien, 1987

Originaltitel

Eleven Days, Eleven Nights: 11 giorni, 11 notti

Alternativtitel

Onze Dias, Onze Noites (POR)

Fantasy Becomes Reality

Eleven Days, Eleven Nights

Deutsche Erstaufführung

27. August 1987

Regisseur

Joe D'Amato

Inhalt

Noch 12 Tage dauert es bis Yuppie Michael Terenzi (Joshua MacDonald) die schüchterne Helen (Mary Sellers), Tochter aus reichem Hause, heiraten wird. Da trifft er auf einer Fähre die schöne und leidenschaftliche Sarah Asproon (Jessica Moore), die ihm nach einem Quickie die Brieftasche klaut. Es entsteht eine 11-tägige heftige Affäre zwischen Michael und Sarah, die seine baldige Heirat in Gefahr bringt und es gibt etwas, dass er nicht weiß: Sarah schreibt ein Buch mit dem Titel „My Hundred Men“ und er ist Studienobjekt Nr. 100!

Review

Ich steh ja auf Jessica Moore, die Frau ist wirklich ein Hingucker. Aber da ist der Rollenname Sarah Asproon, den ich mittlerweile als Pseudonym für Drehbuchautorin Rossella Drudi kenne, und immer, wenn im Film dieser Name fällt, habe ich dann unweigerlich die Drudi vor Augen. Das ist nicht hilfreich bei einem Erotikfilm. Egal.

 

Ab 1987 gelang es Joe D’Amato mit dem Eleven Days, Eleven Nights-Franchise und weiteren Produktionen die sterbende italienische Genrefilm-Industrie noch mal zu beleben. Tatsächlich gilt „Elf Tage und elf Nächte“ als D’Amatos größter finanzieller Erfolg, eben weil es eine Eigenproduktion war. Auslöser für diese Erotikwelle aus Italien war Adrian Lynes Kassenschlager „ 9 1/2 Wochen“ (1986), den ich nie gesehen habe und auch nicht sehen will. Zu D’Amatos Franchise und den „Fortsetzungen“ will ich es kurz machen und zähle nur die tatsächlichen inhaltlichen Fortsetzungen kurz auf. In „Top Model“ (1988) wird die Rolle der Schriftstellerin Sarah Asproon erneut von Jessica Moore verkörpert, im Folgenden „Das Testament der Begierde“ (kurioserweise als „Undici giorni, undici notti 2“ vermarktet, als habe der Vorgänger nie existiert), wird Sarah Asproon von der Amerikanerin Kristine Rose gespielt.

 

Was den Zuschauer bei „Elf Tage und elf Nächte“ erwartet, ist einfach zu beschreiben. Es ist ein vergleichsweise zahmer D’Amato-Streifen, bei dem weder sexuelle Handlungen noch deren situationsbezogener Rahmen sonderlich explizit sind. Es ist auch kein Erotik-Thriller, sondern umgibt seine erotischen Darstellungen mit einer eher dramatischen Story. Diese funktioniert sogar, obwohl die Charakterisierungen eher flach gehalten sind. Ein Beispiel. Als Zuschauer ist es schwer nachzuvollziehen, was Michael zu der geplanten Ehe mit Helen trieb. Die ist zwar süß, aber Michael macht zu keiner Sekunde den Eindruck, als ob er je in sie verliebt gewesen wäre. Es könnte ihm natürlich um Geld gehen, denn Helen scheint aus einem wohlhabenderen Umfeld als er selbst. Hier lässt uns die Story aber völlig im Dunkeln tappen.

 

„Elf Tage und elf Nächte“ wurde in New Orleans gedreht, das Budget scheint aber sehr begrenzt gewesen zu sein. Hier zeigt sich D’Amato aber wie gewohnt als Profi, der auch mit wenig Geld ansprechende Bilder zu erzeugen weiß. Innenaufnahmen mögen durchaus in Italien entstanden sein, denn es gibt einige kleine Gastauftritte von Darstellern aus dem Filmirage-Umfeld, die teils so kurz sind, dass sich ein Einfliegen in die USA kaum gelohnt hätte. Man muss die Prominenten hier im wahrsten Sinne des Wortes mit der Lupe suchen. Eine etwas größere Rolle fiel Laura Gemser zu (Sarah Asproons Verlegerin), die nicht gecredited wurde. Andere, wie David Brandon oder Barbara Cupisti habe ich gar nicht erkannt. Giovanni Lombardi Radice muss wohl der homosexuelle Hippie gewesen sein. Valentine Demy fiel mir dagegen sofort ins Auge, sie wird allerdings weder im Vorspann noch in Filmdatenbanken genannt.

 

Die Musik von Piero Montanari wird durch ein paar durchwachsene Popsongs von Michael Copson und Leonie Gaine ergänzt. Ein amüsanter Moment ergibt sich, wenn Mary Sellers mit Joshua MacDonald im Kino ist und ihre Performance in „Aquarius - Theater des Todes“ (Deliria, 1987) bewundert, während ihr Begleiter am Pennen ist, weil Sarah ihn so ausgelaugt hat. Apropos – den männlichen Hauptdarsteller fand ich einfach nur schrecklich, außer wenn er Frauenklamotten trägt. Das steht ihm.

 

Gesichtet habe ich die Blu-ray von 88 Films (UK), welche im Gegensatz zu früheren deutschen DVD-Veröffentlichungen uncut ist und auch „Fehler“ beim Bildausschnitt  – wie sie auf älteren britischen Veröffentlichungen vorhanden waren (durch höheres Ansetzen des Bildausschnitts wurden damals Mumus und Klöten unterschlagen) – wurden nicht wiederholt. 88 Films präsentiert den Film in einer 2K-Abtastung eines 16mm Negativs in 1.66:1 Aspect Ratio. Im Bonusmaterial findet sich ein Interview mit Piero Montanari sowie ein Audiokommentar mit Troy Howarth. Als Tonspuren sind wahlweise Englisch oder Italienisch mit englischen Untertiteln vorhanden.

Links

OFDb
IMDb

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