Ein Zombie hing am Glockenseil

  • Komponist: Fabio Frizzi
  • Label: Death Waltz Recording Company
  • Erscheinungsart: Vinyl
  • Erscheinungsjahr: 2014
    • Tracklist:

      A1 Introduzione
      A2 Fatti Misteriosi
      A3 Toward Dawn
      A4 Apoteosi Del Mistero
      A5 Occhi Di Brace
      A6 Verso L'Alba
      A7 Irrealtà Di Suoni
      A8 Toward Dawn
      A9 Paura Vivente
      A10 Paura E Liberazione


      B1 Toward Dawn
      B2 Suoni Dissonanti
      B3 Apoteosi Del Mistero
      B4 Embers Eyes
      B5 Tenebre Viventi
      B6 Dissonant Sounds
      B7 Toward Dawn
      B8 Paura Nella Citta Dei Morti
      B9 Viventi Live Suite

  • "It's Her...Mrs Holden. This Morning She Was Inside A Coffin At The Funeral Home, And Now She's Here In My Kitchen!"

    ...verrät uns der Spine!

     

    Gleich vorweg muss ich anmerken, das dies eine meiner liebsten italienischen Filmvertonungen aller Zeiten ist. Schon bei der "Glockenseil"-Erstsichtung vor zig Jahren, blieben mir Fabio Frizzi's mysteriöse Klänge zum Fulci-Klassiker im Kopf hängen, was sich auch bis heute nicht änderte - zu prägnant gestaltete der gebürtige Bologneser bspw. das Titletheme, welches immer wieder im weiteren Verlauf des Films untergebracht wurde und die schaurigsten Szenen absolut treffend untermalte.

     

    Auf der 2014er-Pressung aus dem Hause Death Waltz gibt es die volle "Glockenseil"-Packung in einer sauberen Abmischung, sogar ein 7-minütiger Live-Mitschnitt eines Frizzi-Medleys zum Film ist mit enthalten und so wird man mit Applaus in die Endlosrille geleitet - aber starten wir die Platte mal von vorn!

     

    Mit "Introduzione" gibt es gleich den besten Track des Soundtracks zu Beginn, einfach faszinierend wie Frizzi es mit minimalen Mitteln schafft, diese unheimliche Stimmung zu erzeugen - Piano, Synthie, Bass und Drumming scheinen ihm dafür auszureichen, einen Mördergroove zu etablieren, welcher sich im Gehörgang manifestieren wird. "Fatti Misteriosi" macht genau da weiter und schraubt die Spannung in schwindelerregende Höhen. "Toward Dawn" groovt da schon etwas entspannter daher, während "Apoteosi Del Mistero" nur eine kurze Synth-Choir-Sequenz bereithält, bevor "Occhi Di Brace" das Main-Theme ohne Beat-Gerüst wiedergibt und den düsteren Synth-Pads mehr Raum zum Entfalten bietet. "Verso L'Alba" nutzt eine ähnliche Soundstruktur wie das zuvor gehörte "Toward Dawn", bevor es mit "Irrealtà Di Suoni" wieder etwas beunruhigender zugeht. Mit einer weiteren Variation von "Toward Dawn" und dem gespenstischen "Paura Vivente" wird die A-Side abgeschlossen.

     

    Auf der B-Side werden anfangs mit "Paura E Liberazione" noch ruhige Töne angeschnitten, welche melodiös und geheimnisvoll zugleich in den Gehörgang schweben und mit hochtönigen Synthetikgeklimper verzücken. Die nächste "Toward Dawn"-Variation verschreibt sich wieder düsteren Funk-Exkursionen und auch die Struktur von "Suoni Dissonanti" konnte man auf der vorherigen Seite schon vernehmen. Der Chor von "Apoteosi Del Mistero" wurde nun mit Drumming und Synthie-Melodie optimiert - neben dem Titeltrack der zweitschönste Groovekiller auf dem Soundtrack, erinnert dieser Track vom Aufbau doch sehr an Frizzi's Main-Theme für "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies". Mit "Embers Eyes" und "Tenebre Viventi" gibt es zwei ähnlich klingende Instrumentalstücke, bevor mit "Dissonant Sounds" und einer weiteren "Toward Dawn"-Variation eine gestörte Funk-Ästethetik von Frizzi losgetreten wird. "Paura Nella Citta Dei Morti" ist dann nochmal eine Variation von den zuvor gehörten Stücken "Irrealtà Di Suoni" und "Suoni Dissonanti", aber der Schlusspfiff erfolgt nach diesem Track noch nicht, denn wie schon erwähnt, wurde noch ein kleiner Live-Medley von Herrn Frizzi mit beigesteuert und so vereint die "Viventi Live Suite" alle wichtigen Songs und Elemente der vergangenen 40 Minuten.

     

    Da hat Death Waltz wieder ganze Arbeit geleistet, denn zum knallroten Vinyl gesellt sich noch ein schickes Poster mit dem gezeichneten Front-Motiv des Grafikers Graham Humphreys, während es noch ein paar Liner-Notes von Frizzi himself über die Entstehung von "Paura" gibt - also insgesamt ein sehr lohnendes Gesamtpaket, welches optisch und erst recht akustisch richtig was her macht!

  • Autor: Tobias Reitmann
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