Segni Misteriosi, Con Il Sangue Dipinto Sul Muro

  • Komponist: Sospetto
  • Label: Cineploit
  • Erscheinungsart: Vinyl
  • Erscheinungsjahr: 2012
    • Tracklist:

      01 Canto Del Cigno (Segni Misteriosi No. 1)

      02 Uccelare

      03 L'ultimo Respiro (Segni Misteriosi No. 2)

      04 La Fiducia E L'omicidio

      05 Capogiro (Segni Misteriosi No. 3)

      06 Agente D'Oriente

      07 Gli Occhi Della Dolcezza

      08 Un Coltello Alla Golla (Segni Misteriosi No. 4)

      09 Sotto Il Sole

      10 Nella Tua Testa (Segni Misteriosi No. 5)

      11 Troppo Ferro (Nel Sangue)

      12 Guanti Neri (Segni Misteriosi No. 6)

      13 Senza Calore

      14 Il Tempo Di Verita

      15 Dottore Phelps Contra Il Pipistrello

  • Das aus Deutschland stammende Musiker-Duo Christian Rzechak & Hobo Jeans unternahm unter ihrem Pseudonym Sospetto mit dem fiktiven Soundtrack "Segni Misteriosi, Con Il Sangue Dipinto Sul Muro" im Jahre 2012 eine fesche Klangreise durch die italienischen Filmmusiken der 70er Jahre. Dabei ertönt der liebgewonnene Sound aus alten Tagen endlich wieder frisch zubereitet aus dem Speaker - denn die beiden Klangästhetiker verstehen ihr Handwerk und so kann man definitiv Vergleiche zu bekannten Genre-Komponisten wie Fabio Frizzi, Stelvio Cipriani oder dem Act Goblin wagen, denn diese musikalischen Einflüsse sind deutlich über die knapp 30 Minuten Spielzeit zu hören.

     

    Den Anfang machen "Canto Del Signo" und "Uccelare" - welche beide mit Augenzwinkern nach einer "Voci Dal Nulla"-Variation von Fabio Frizzi klingen und damals Verwendung zu den einleitenden Credits von Lucio Fulci's Klassiker "Die Geisterstadt der Zombies" fand. Beide Tracks stimmen den Zuhörer mysteriös mit synthetischen Piano-Sounds und Chören auf die kommenden Minuten ein. Mit Streichern und verzerrten Vocalfetzen erklingt "L'ultimo Respiro" und vermag eine schaurige Atmosphäre zu erzeugen. Über die Nicolai/Cipriani-ähnlichen Klänge von "La Fiducia E L'omicidio" - vermischt mit synthetischer Spielerei, geht es mit "Capogiro" frizziesk-geheimnisvoll weiter, ehe mit "Agente D'Oriente" deutlich grooviger gefahren wird. Sogar orgel-ähnliche Instrumentalkomponenten werden mit eingestreut, bevor der Bass einsetzt und das orientalische Flair auf seine eigene Weise belebt. Mit dem zärtlich-verträumten "Gli Occhi Della Dolcezza" und dem gespensterhaften "Un Coltello Alla Golla" wird die A-Side abgeschlossen.

     

    Auf der B-Side geht es dafür beschwingt weiter und so ergänzen sich Flöte, sowie verspielte Klänge in Verbindung mit feminimen Vocals absolut prächtig in "Sotto Il Sole". Aber das nette Ambiente soll nicht lange anhalten und so geht es mit einer kurzen, aber wilden Piano-Achterbahnfahrt bei "Nella Tua Testa" über zurückhaltende Cipriani-affine Klänge in "Troppo Ferro (Nel Sangue)" hin zum elektronischen Spannungsaufbauer "Guanti Neri", welcher extrem der Synthetik fröhnt und damit spielend eine Tangerine Dream-artige Atmosphäre erzeugt. Sofort wird aber wieder mit "Senza Calore" in die jazzigen End-60er abgebogen, während "Il Tempo Di Verita" wieder mit düsteren Groove und leichten Elektronikschwaden lockt. Dieser aufgebaute Thrill entlädt sich dann furios im perkussiv-funkigen Abschluss-Track "Dottore Phelps Contra Il Pipistrello" und klingt so, als würde Maurizio Merli als schnauzbärtiger Gesetzeshüter einem geisteskranken Meuchler auf LSD hinterjagen - grandioses Finish!

     

    Wieder eine sehr leckere Veröffentlichung aus dem Hause Cineploit und so kann man zur retroiden Klangcollage dann noch seinen eigenen fiktiven Film dazu schieben. Sospetto gelang hiermit ein tolles Debüt, welches den Hörer einerseits mit einem bunten Mix aus bekannten Klangmotiven des Giallo / Horror / Polieziesco fesselt, ihn aber auch zum Kopfkino animiert, welches durch die musikalische Abwechslungsreichheit extrem zum wegtrippen in's italienische Nischenkino der 70er Jahre verführt!

  • Autor: Tobias Reitmann
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