The Murder Collection

  • Komponist: Claudio Simonetti's Goblin
  • Label: Deep Red
  • Erscheinungsart: Vinyl
  • Erscheinungsjahr: 2014
    • Tracklist:

      A1 Profondo Rosso
      A2 Suspiria
      A3 Phenomena
      A4 L'Alba Dei Morti Viventi

      B1 Roller
      B2 Tenebre
      B3 Non Ho Sonno
      B4 E Suono Rock
      B5 Zombi

  • Nachdem sich mit Massimo Morante, Maurizio Guarini und Claudio Simonetti ein großer Teil der Stammbesetzung von Goblin im Jahre 2010 wieder zusammenschlossen und unter dem neuen Bandnamen New Goblin wieder auf Tournee gingen, verliess Simonetti den Act drei Jahre später wieder, um seine eigene Vision von Goblin zu verwirklichen. Zusammen mit Bruno Previtali und Titta Tani, welche ebenfalls erst bei New Goblin vertreten waren, sowie Federico Amorosi von Simonetti's Side-Project Daemonia, machen sie seit 2013 unter dem neuen Namen Claudio Simonetti's Goblin weiter.

     

    Den Anfang der Veröffentlichungen machte "The Murder Collection" und beinhaltet die wohl größten Erfolge der Ur-Formation. Dabei wurde von Simonetti & Co. viel Wert auf originalgetreues Re-Recording gelegt und so klingen die Songs noch frischer als zuvor, außerdem sind auf dieser musikalischen Visitenkarte sieben Titel enthalten, zu welchen Dario Argento in irgendeiner Weise am jeweiligen Film mit dran beteiligt war.


    Los geht's mit "Profondo Rosso" und schon wenn sich der Basslauf in die berühmte Melodie reinschiebt, herrscht absoluter Gänsehautfaktor. Es wurde auf jeglichen zusätzlich eingestreuten Synthetiksound verzichtet, man erinnere sich nur an einen früheren Remix, wo elektronische Fanfaren den Höhepunkt des Tracks  markierten und völlig enttäuschend am Thema vorbeischossen - nicht hier, denn fast originalgetreu wird das Title-Theme von "Deep Red" wiedergegeben.

     

    Hochkarätig geht es gleich weiter mit "Suspiria" - auch wieder sehr am Original gehalten, schraubt sich erst die Synthie-Melodie ins Gehör, bevor später prog-rockig zur Abfahrt geladen wird und die Witch-Vocals in die Synapsen stürmen.

     

    Mit "Phenomena" gibt es ebenfalls eine detailgetreue Neuvertonung, welche ich fast gelungener finde als Simonetti's Originalversion, die auch schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat.

     

    Danach folgt mit "L'Alba Dei Morti Viventi" der Titelsong zu George A. Romero's "Zombie", welcher nur im Track-Arrangement an den Ursprungstrack erinnern kann, denn die Instrumentalisierung durch den Synthesizer erreicht leider nicht die Intensität des Originals, auch wenn der Chor stimmig klingt und die Gitarre immer schwerer im Klanggerüst anmutet. Trotzdem ein gelungenes Update, denn im Mittelteil spielt die E-Guitar verrückt und bricht aus ihrem herkömmlichen Korsett aus, was der Neuvertonung sehr zu Gute kommt.

     

    "Roller" aus der gleichnamigen Non-Film-LP wird zwar Spielzeit-technisch nur um die Hälfte verkürzt wiedergegeben, aber die Sounds hallen noch so frisch wie damals durch die Boxen - man könnte also von einem feschen Edit sprechen, welcher die mysteröse Struktur des Originals ebenfalls fantastisch einfängt.

     

    Das Cover von "Tenebre" ähnelt dem Original zwar schon in gewisser Hinsicht, konnte aber auch hier nicht mit den selben Synthie-Klängen geschmückt werden, dafür verdichten das Zusammenspiel von Orgel, Gitarre, Bass und Perkussion das Geflecht einwandfrei und wenn Simonetti später das elektronische Klimpermaschinchen bedient, ist man schon längst in Gedanken mit Peter Neal auf dem Fahrrad, um mit ihm in Richtung New Yorker JFK-Airport zu brausen.

     

    Klangen die Gitarren in Goblin's "Non Ho Sonno" schon schwer genug, wurde hier noch etwas an Gewicht drauf gelegt, ansonsten unterscheidet sich diese Version nur in winzigen Nuancen vom Original, denn fast bis ins kleinste Detail wurde dieses hier neu-eingespielt, lediglich ein synthetisches Pad kommt gegen Ende noch mit rein und zaubert noch etwas unheimliche Atmosphäre mit hinzu.

     

    "E Suono Rock" war ursprünglich der Abschlustrack auf der zweiten Non-Soundtrack-LP von Goblin enthalten, welche 1978 "Il Fantastico Viaggio Del 'Bagarozzo' Mark" getauft wurde und äußerst progressiv-rockigen Funk verbreitet. Dieses Feeling wurde im Remake ebenfalls beibehalten und so klingt diese Neu-Interpretation, als wäre sie frisch aus den 70ern ins heutige Jahrzent importiert worden, ohne Klangverluste wohlgemerkt.

     

    Den Abschluss der LP macht "Zombi" und bei diesem Track gibt Simonetti's Bande nochmal richtig Gas - egal ob Synthie, Drumming, Gitarre oder Bass, hier wird rangeklotzt und im Mittelteil gibt es noch einen spontanen Klimmperjam, während der Basslauf extrem dominierend aufbaut und zum Höhepunkt reitet. Grandioses Finish, kann ich da nur sagen!

     

    Insgesamt ein sehr lohnendes Gesamtpaket, welches sowohl für Goblin, als auch für Simonetti-Fans einfach unverzichtbar ist, selbst wenn man die Originalversionen schon in und auswendig kennt, wird man immer wieder auf's Neue von Claudio's Facettenreichtum mitgerissen und begeistert.

     

    Auf der limitierten Erstauflage ist sogar noch eine Bonus-CD enthalten, auf welcher es neben den besprochenen Tracks noch eine Klangzugabe in Form einer Cover-Version von "Opera" gibt. Regulär gibt es "The Murder Collection" sonst nur auf Vinyl - leider ohne Bonustrack!

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Links

    Discogs

     

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