Metralleta 'Stein'

  • Komponist: Daniele Patucchi - Stelvio Cipriani - Carlo Rustichelli - Duilio Radici - Mario Molino
  • Label: Cinedelic Records
  • Erscheinungsart: Vinyl
  • Erscheinungsjahr: 2015
    • Tracklist:

      A1 Duilio Radici & Mario Molino - Chicago 80

      A2 Daniele Patucchi - La Dimostrazione

      A3 Daniele Patucchi - Verso L'Ignoto

      A4 Duilio Radici & Mario Molino - Santos Club

      A5 Duilio Radici &Mario Molino - Mato Grosso

      A6 Stelvio Cipriani - Antla

      A7 Stelvio Cipriani - Antla

       

      B1 Daniele Patucchi - Telemark

      B2 Stelvio Cipriani - Il Giardino Degli Angeli

      B3 Stelvio Cipriani - Il Giardino Degli Angeli

      B4 Stelvio Cipriani - Antla

      B5 Stelvio Cipriani - Tema Di Anna

      B6 Stelvio Cipriani - Ricordi Nel Bosco

      B7 Stelvio Cipriani - Night Mood

      B8 Carlo Rustichelli - Il Mio Sguardo E' Uno Specchio

  • "Viele Köche verderben den Brei!" heißt es ja immer, was bei der Klanggestaltung von José Antonio de la Loma's Film "Metralleta 'Stein'" zum Glück nicht zutrifft, denn die unterschiedlichen Komponisten bilden zusammen vereint ein stimmiges Gesamtbild, welches den Hörer bravourös in seinen Bann zieht. Das hat sich wohl auch das italienische Independent-Label Cinedelic Records gedacht und dem Soundtrack 40 Jahre (nach der vergriffenen Erstausgabe) später, eine Neuauflage auf Vinyl (inkl. Bonus-CD mit identischer Tracklist) spendiert.

     

    Mit verspieltem Jazz-Funk geht es bei Duilio Radici's und Mario Molino's erster (von drei) Kollaboration "Chicago 80" los und diese stimmt den Zuhörer sofort in bester Vorwährtsmanier auf die kommenden knapp 40 Minuten ein - schon da wippt der Kopf zum Takt mit. Danach folgen zwei Beiträge aus dem musikalischen Klangspektrum von Daniele Patucchi, welche die Spannungsschraube etwas andrehen und einen eher düsteren Groove beherbergen, ehe Duilio Radici und Mario Molino erneut im Doppelpack zuschlagen. Die trübe Klangstruktur von Patucchi lassen sie hinter sich und driften eher in beschwingtere Gefilde, wobei ihnen Blasinstrumente sehr am Herzen lagen und diese eine leichtfüßige Atmosphäre verbreiten. Stelvio Cipriani serviert den melancholischen Gang und bezaubert mit Piano, sowie seinem eingängigen Groove, welcher sich mit Traurigkeit und leichten Frohsinn duelliert - somit wird die A-Side mit kräftigen Klängen aus dem Flügel abgeschlossen.

     

    Auf der B-Side schwingt Daniele Patucchi mit "Telemark" sofort die Funk-Keule und versprüht wunderschöne Früh-Siebziger-Sexyness, bevor dann der lange Cipriani-Part anrollt. Sofort wird wieder in sanftere Gefilde umgelenkt und Cipriani macht da weiter, wo er auf der vorherigen Spielseite aufgehört hat. Dem Zuhörer wird also die volle Kummerpackung aus dem Repertoire des gebührtigen Römers kredenzt, aber Cipriani kann auch anders und setzt gekonnt das Spannungssignal in "Ricordi Nel Bosco" und dem darauffolgenden "Night Mood". Altmeister Carlo Rustichelli musiziert daraufhin das Schlusswort und bezirzt den Zuhörer mit einem sanften Piano-Stück, zudem sich später noch zart-einsetzende Streichern dazugesellen und auf zauberhafte Art und Weise in den Gehörgang gleiten.

     

    Alles in allem ein tolle Packung, welche in der Tat mehrere Musikstile abdeckt, auch wenn hier vermehrt mit bedrückenden Tönen aufgespielt wird - die Kompositionen der jeweiligen Künstler sind dennoch allesamt grandios, da gibt es keinen Titel der negativ aus der Reihe fällt und mit der beiliegenden CD kann man (wenn man möchte) auch etwas den Tonabnehmer des Schallplattenspielers schonen!

  • Autor: Tobias Reitmann
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