Der Teufel kam aus Akasava

Deutschland | Spanien, 1971

  • Originaltitel: Der Teufel kam aus Akasava
  • Alternativtitel:

    El diablo que vino de Akasawa (ESP)

    Una Venere senza nome per l'ispettore Forrester (ITA)

    The Devil Came from Akasava

  • Deutsche Erstaufführung: 05. März 1971
  • Regisseur: Jesús Franco
  • Kamera: Manuel Merino
  • Musik: Manfred Hübler, Sigi Schwab
  • Drehbuch: Paul André, Ladislas Fodor, Jesús Franco
  • Inhalt:

    Im Dschungel von Akasava macht Professor Forrester (Ángel Menéndez) einen spektakulären Fund. Er kann einen seltsamen Stein sicherstellen, dessen Strahlkraft ein bislang unbekanntes Ausmaß besitzt. Nach kürzester Zeit wird in diesem Zusammenhang der Assistent des Professors von einen Unbekannten durch die Strahlen des Steins ermordet, und Forrester ist ab diesem Zeitpunkt verschwunden. In seinem Londoner Büro wird unmittelbar danach ein Geheimagent erstochen aufgefunden. Lord Kingsley (Walter Rilla), ein alter Freund des Professors, bittet Sir Philipp (Siegfried Schürenberg), den Chef von Scotland-Yard, um Hilfe bei der Klärung des rätselhaften Falles. Außerdem wird umgehend die Geheimagentin Jane Morgan (Susann Korda) nach Akasava abgestellt, um Licht in die mysteriöse Angelegenheit zu bringen. Wer hat den Stein gestohlen, der angeblich Erz in Gold verwandeln kann..?

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Nach "Der Fluch der gelben Schlange" aus dem Jahr 1963, schickte Artur Braunes cCc Filmkunst mit "Der Teufel kam aus Akasava" seinen zweiten, echten Edgar Wallace ins Rennen, der wirtschaftlich gesehen das Schlusslicht der Serie mit etwa nur 300 000 Kino-Besuchern darstellt. In Fan-Kreisen findet sich Jess Francos Beitrag überwiegend auf dem gleichen Rang wieder, was sicherlich auf die teils schlampige Inszenierung, und die große Diskrepanz zu Vertretern der Rialto-Film zurückzuführen ist. In der Regel räumt die Wallace-Fraktion dem Film keine großen Chancen ein, weil die typischen Elemente der sogenannten und tatsächlichen Klassiker vollkommen fehlen. Es bietet sich daher an, gerade diesen Beitrag erst gar nicht so erwartungsvoll anzugehen, und er könnte paar kleinere Offenbarungen liefern. Eines muss man diesem exotisch wirkenden Beitrag tatsächlich lassen: Er besitzt einen enormen Unterhaltungswert und konspiriert nach Herzenslust gegen die Konkurrenz von gestern, wenn auch ergebnislos.

     

    Leider wird die ambitionierte Geschichte immer wieder durch inszenatorische Patzer und unklare Handlungen verwässert, was einerseits das Franco-Herz höher schlagen lässt, das Wallace-Empfinden aber andererseits etwas brüskiert. Die Geschichte um den sagenumwobenen Stein, der »Stroh zu Gold« machen kann ist nicht uninteressant, jedoch erweist sich die Bearbeitung mit den verbundenen Seheindrücken als ziemlich krude. Was Jess Franco insgesamt gesehen einfach nicht besonders gut transportieren konnte ist das aufrecht Erhalten von Spannung auf konstantem Niveau. Viel zu oft musste man dabei zusehen, dass viel zu früh die Luft aus bestimmten Geschichten herausgelassen wurde und das leider auch hier. Für Wallace-Verhältnisse kann man allerdings auch einiges entdecken, das beispiellos geblieben ist. Natürlich muss hier im positivsten Sinne die vollkommen begeisternde Musik von Manfred Hübler und Siegfried Schwab genannt werden, und das wahrscheinlich atemberaubendste Darstellerinnen-Duo der Wallace-Geschichte: Susann Korda alias Soledad Miranda, sowie Ewa Stroemberg, die vielleicht nie wieder so exemplarisch schön zu sehen war. "Der Teufel kam aus Akasava" bedient sich innerhalb des Verlaufs einiger Klischees, jongliert aber auch offensiv genau mit solchen.

     

    Es ist doch eigentlich ziemlich reizvoll mit anzusehen, dass die weibliche Hauptrolle keine Kloster-Schülerin mehr zu sein braucht, nicht bieder aussehen, und unbedingt vor lauernden Bösewichten gerettet werden muss. »Selbst ist die Frau« hat man in der langjährigen Serie zwar vereinzelt wahrnehmen dürfen, doch dies war meistens an eine dramaturgische Klausel angesichts der irgendwann bevorstehenden Auflösung gekettet. Auch darf sich der Protagonist im Jahre 1971 von mehreren Damen gleichzeitig verrückt machen lassen, ohne dabei zwangsläufig auf der falschen Seite des Gesetzes zu stehen. Für diese Strategie hatte man durchaus die richtigen Leute mit an Bord. Die makellos schöne Susann Korda darf neben ihren Ermittlungen noch als Stripperin auftreten, und nur der Zuschauer darf entscheiden, in welchem Bereich sie sich talentierter zeigt. Fred Williams, mit dem man sich unter Umständen nur schwer anfreunden kann, da sein Schauspiel häufig zu monotone Züge transportiert, bekommt den Damen irgendwie besser als dem Zuschauer, aber er ist aus dem Szenario auch nicht wegzudenken. Ja, und Schwedens Export Nummer 1, Ewa Stroemberg, die in der Reihe bei zuvor drei Auftritten nur schmückendes, aber eigentlich irrelevantes Beiwerk war, bekommt sogar die Bühne, um ihre darstellerischen Kompetenzen unter Beweis zu stellen.

     

    Horst Tappert, ebenfalls in seinem vierten Einsatz, gibt eine seiner ansprechendsten Rollen bei Wallace zum Besten, und der Rest vom Schützenfest ist ein überzeugendes Konglomerat aus der Rialto- und der obligatorischen Franco-Schmiede. Insgesamt handelt es sich bis ins Detail um eine ausgewogene Besetzung. Der Aufbau des Films wirkt insgesamt klar, doch die Wahrscheinlichkeit geht bei zunehmenden Schilderungen irgendwie komplett verloren. Aber damit hatten schon ganz andere Filme zu kämpfen. Nach persönlichem Ermessen war es schon seit jeher so, dass eine Produktion unter dem Banner Edgar Wallace auch ein solcher bleibt, egal ob er von Nebelschwaden durchzogen ist, in London oder Rom spielt, von Vohrer, Reinl, Dallamano oder eben Franco inszeniert wurde, von Fuchsberger oder Williams angeführt wird, und was es sonst noch so geben könnte. "Der Teufel kam aus Akasava" ist und bleibt ein Unikat der unbändigen Sorte, wie immer man das auch definieren möchte. Er vertreibt die Zeit mindestens genauso angenehm und flott wie seinesgleichen. Die inszenatorischen Kapriolen, chaotischen Anflüge sowie diversen Aussetzer bei der qualitativen Umsetzung liefern sicherlich genügend Diskussionsstoff, den der Film allerdings mit einem gelassenen Augenzwinkern wegstecken kann. Edgar Wallace-Vandalismus der erfrischenden Sorte.

  • Autor: Prisma
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