Schock

Spanien, 1978

  • Originaltitel: Escalofrío
  • Alternativtitel:

    Don't Panic

    Satan's Blood

  • Regisseur: Carlos Puerto, Juan Piquer Simón
  • Kamera: Andrés Berenguer
  • Musik: Librado Pastor
  • Drehbuch: Carlos Puerto
  • Inhalt:

    Das junge Paar Andrès und Ana (José María Gullién und Mariana Karr) leben in Madrid und wollen einen entspannten Nachmittag mit Hund verbringen. An einer Ampel begegnen ihnen Bruno und Berta (Ángel Aranda und Sandra Alberti), die sie freudig begrüßen und zum Anhalten bewegen.

     

    Bruno behauptet, ein früherer Schulkamerad von Andrès zu sein, der sich aber nicht an ihn erinnert. Trotzdem lässt sich das junge Paar von den beiden Fremden zu einem Ausflug zu deren Haus überreden. Daraus werden ein paar Tage, die es in sich haben.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Eine Scéance, schwarze Messen, Gruppensex, ein Einbrecher plus versuchter Vergewaltigung, Blut, Zombie... sprich, ein Wochenende voller Spaß – für uns Zuschauer zumindest. Nach einer kurzen Einleitung zum Thema Satanismus durch den Psychologen und Journalisten Fernando Jiménez del Oso – nebst Rechtfertigung für die Inquisition – geht es recht schnell zur Sache.

     

    Nach einem weiteren Intro – diesmal ohne Gesabbel sondern mit handfesten Tatsachen, trifft unser junges Ehepaar mit schwangerer Anna (10 Wochen oder so, nix zu sehen) ein anderes Paar, und obwohl man den Beiden von Anfang an nicht so recht traut, fährt man eine halbe Stunde landeinwärts zu deren Anwesen, als gäbe es in Madrid kein Café, wo man sich hätte unterhalten können. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und kurzem Durchblättern eines Buches über Satanismus mit vielen Nacktfotos geht es flott mit einer Scéance weiter. Während dieser Geisterbeschwörung darf Andrès durch die spirituellen Mächte erfahren, dass seine Frau ihn nicht liebt sondern seinen Bruder. Natürlich lügen die Geister wie gedruckt – das sagt selbst seine Frau also muss es ja stimmen.

     

    Da wir in einem Horrorfilm sind, springt natürlich kein Auto mehr an und so müssen die Zwei über Nacht bleiben. In ebendieser Nacht wird Ana in der Küche fast von einem Einbrecher vergewaltigt. Auf der Suche nach dem Einbrecher (um ihn zu vermöbeln), finden Andrès und Ana dagegen das andere Paar nackt inmitten eines Drudenfußes knien. Man gesellt sich dazu, ölt sich gegenseitig ein und treibt es kunterbunt durcheinander, von Vorn, von Hinten, über Kreuz und...nein, Schluss jetzt.

     

    Carlos Puertos „Schock“ ist einer der Filme durch die ich einst durch das sicher vielen Kindern der Achtziger nur allzu bekannte Falsche-VHS-Kassette-in-falschem-Cover-Syndrom geraten bin. Diesmal befand sich die Kassette in der Hülle von „Blutige Magie“, welcher sich später in der Videothek in der Hülle von „Die Gruft des Grauens“ anfand. Wie die Geschichte weiter geht, habe ich aber nicht mehr erfahren, die „Gruft des Grauens“ kenne ich bis heute nicht.

     

    „Schock“ (im Original „Escalofrio“) ist eine kleine spanische Produktion von Juan Piquer Simóns Almena Films aus dem Jahre 1978. Die OFDb listet 1977, in diesem Jahr wurde aber in Spanien Richard Loncraines „The Haunting of Julia“ (Full Circle) mit Mia Farrow unter dem Titel „Escalofrio“ in Spanien veröffentlicht, so dass es sich womöglich um eine Verwechslung handelt. Trotz seines sparsamen Budgets weiß „Schock“ ziemlich gut zu unterhalten, solange man sich über innere Logik nicht allzu viel Gedanken macht. Habe ich aber nicht, der Gruppensex hat mich ausreichend abgelenkt. Und der arme Hund.

     

    In einer wirklich winzigen Nebenrolle sieht man Luis Barboo, und als Filmkomponist ist Librado Pastor gelistet, der auch vier Jahre später für die Musik der spanischen Fassung von Juan Piquer Simóns „Pieces – Stunden des Wahnsinns“ verantwortlich war. Obwohl „Schock“ Pastors erste Arbeit als Komponist gewesen zu sein scheint, kommt mir das Titelstück seltsam bekannt vor, ich komme aber nicht drauf. Ich glaube, das ist aus irgendeinem Paul Naschy-Film. Da aber ähnlich wie bei „Pieces – Stunden des Wahnsinns“ von „Escalofrio“ unterschiedliche Fassungen existieren, mag es sich bei der Musik in der deutschen Fassung womöglich nicht um den OST von Librado Pastor handeln sondern um Archivtracks. Wie auch immer, „Schock“ ist ein netter kleiner Okkult-Sleaze-Film mit einer guten deutschen Synchro und hätte eine hiesige DVD-Auswertung mehr als verdient.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

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