Die Saat der Angst

Spanien, 1973

  • Originaltitel: Una vela para el diablo
  • Alternativtitel:

    A Candle for the Devil (GBR)

    It Happened at Nightmare Inn (USA)

    Nightmare Hotel (USA)

    Nightmare Inn (USA)

    Saat der Angst

  • Regisseur: Eugenio Martín
  • Kamera: José F. Aguayo
  • Musik: Antonio Pérez Olea
  • Drehbuch: Antonio Fos, Eugenio Martín
  • Inhalt:

    In der Pension „Las dos hermanas“ in einer spanischen Kleinstadt führen die beiden Schwestern Marta und Veronica (Aurora Bautista u. Esperanza Roy) ein strenges Sittenregiment. Beide sind mittleren Alters, sehr religiös und traditionsbewusst, so wurden sie erzogen. Zudem ist Marta einst der Verlobte kurz vor der Hochzeit mit einer Touristin davon gelaufen.

     

    Die aus den Großstädten Europas eintreffenden jungen Touristinnen in ihren Hotpants und Miniröcken sind für die beiden Schwestern ein Kulturschock. Als die junge May (Loreta Tovar) auf dem Dach der Pension in der Sonne liegt, bejubelt von Jugendlichen des Dorfes vom Haus gegenüber, sind Marta und Veronica entsetzt und wollen sie aus dem Haus werfen. Dabei kommt es auf der Treppe zu einem Unfall und May verunglückt tödlich. Marta aber glaubt nicht an einen Unfall sondern an ein Gottesurteil.

     

    May bleibt nicht das letzte Opfer der Schwestern und als Mays Schwester Laura (Judy Geeson) misstrauisch wird, will ihr aber niemand glauben, dass in der Pension etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Die Saat der Angst“ ist ein mehr als nur gelungener Psychothriller aus Spanien von Regisseur Eugenio Martin (Horror-Express). Während der spanische Originaltitel eher auf okkulten Horror hindeutet, handelt es sich eher um eine Mischung aus „Psycho“ und „Cannibal Man“, auch wenn Letzteres hier nur aus Versehen geschieht.

     

    Getragen wird der Film von zwei hervorragenden spanischen Schauspiel-Schwergewichten, Aurora Bautista und Esperanza Roy. Da kann die kleine, eher blasse Judy Geeson aus England kaum mithalten. Den beiden die Pension führenden Schwestern im Film ist eines gemeinsam, nämlich ihre religiöse Erziehung und ihr Traditionsbewusstsein. Wie bei vielen fundamentalistisch denkenden Menschen treibt dies seltsame Blüten, denn die Begierden und Sehnsüchte sind nun mal da, gehören aber hinter verschlossene Türen.

     

    Die aufreizenden Touristinnen sind eine wandelnde Provokation für die Grundsätze der beiden Schwestern, doch gibt es Unterschiede zwischen den Beiden. Marta – gespielt von Aurora Bautista – ist wegen einer Touristin von ihrem Verlobten bei oder kurz vor der Hochzeit sitzen gelassen worden und hat seitdem die größere Schraube locker. Veronica – gespielt von Esperanza Roy – hat eine heimliche Affäre mit einem jungen Angestellten der Pension, und auch das hat seine Tücken. Der junge Mann scheint ernsthaft in die ältere Frau verliebt, doch die glaubt, sie müsse ihm für seine Gefälligkeiten Geld geben, das sie aus der gemeinsamen Kasse der Pension stiehlt. Offenbar will sie so für ihre „Schuld“ der fleischlichen Sünde bezahlen. Und sie fürchtet ihre Schwester Marta.

     

    Die wiederum gönnt sich wirklich gar nichts in sexueller Hinsicht. Vielmehr schreitet sie nach der heimlichen Beobachtung einiger nackter Männer (und kleinen Jungen) beim Bad im Fluss durch dorniges Gestrüpp und scheint dabei in wahre Ekstase zu gelangen. Tatsächlich wirkt sie nach diesem Erlebnis aufgelöster und befriedigter als Veronica nach dem Sex mit ihrem Liebhaber, vermutlich weil sie ihre vorübergehend aufkeimende Lust durch Schmerz geahndet hat.

     

    Veronica ist diejenige, die versucht, ihre Schwester zu bremsen. Marta dagegen verliert sich zunehmend in ihrem Wahn, Gottes Werk zu tun, indem sie Sünderinnen mit dem Tod bestraft. Selbst als den Beiden - aufgrund des Getratsches einer Ladenbesitzerin – bei der „Bestrafung“ einer jungen Mutter ein göttlicher Fehler unterläuft, kann dies Martas Wahn nicht durchbrechen.

     

    Mehr wird nicht verraten, denn der Film lebt von seiner Story, und wenn man die schon kennt, bleibt einem nur das Schauspiel der beiden Hauptprotagonistinnen zu würdigen, denn viel mit Sex oder Gewalt ist hier nicht. Apropos junge Mutter – wo ist das verdammte Baby abgeblieben? Ich glaube, ich muss aufmerksamer werden.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    DVD und Blu-ray gibt es recht preiswert von Subkultur-Entertainment, und es lohnt sich, in diesen kleinen Schocker reinzuschauen. Da die Blu-ray und die DVD aber so ziemlich für den gleichen Preis zu haben sind, lege ich Erstere ans Herz.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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