Ilsa - Haremswächterin des Scheichs

Kanada, 1976

  • Originaltitel: Ilsa, Harem Keeper of the Oil Sheiks
  • Alternativtitel:

    Ilsa, gardienne du harem (FRA)

    Ilsa, la belva del deserto (ITA)

    Harem Keeper of the Oil Sheiks

    Ilsa - Haremswächterin des Ölscheichs

  • Deutsche Erstaufführung: 21. Januar 1977
  • Regisseur: Don Edmonds
  • Kamera: Dean Cundey, Glenn Roland
  • Drehbuch: Langston Stafford
  • Inhalt:

    Ilsa (Dyanne Thorne), die militante und gnadenlose rechte Hand des Scheichs El Sharif (Jerry Delony), ist zuständig für die Annehmlichkeiten ihres Herrn und die Züchtigung seiner Untertanen. Als Haremswächterin hat sie ständig für Nachschub in Form schöner Frauen zu sorgen, die sie international entführen lässt, um sie schließlich durch ihre gefürchteten Foltermethoden gefügig zu machen. Da El Sharif über unermessliche Ölreserven verfügt, ist ihm aufgrund seiner Machtstellung nur schwer das Handwerk zu legen. Als der amerikanische Diplomat Dr. Kaiser (Richard Kennedy) und Adam Scott (Max Thayer), Commander beim Geheimdienst, zu ihm reisen, um Verhandlungen über Ölvorkommen zu führen, sind sie sich sicher, dass sie den Sex-Scheich unter Druck setzen können, da sie von einer ihrer eingeschleusten Spioninnen mit Informationen versorgt werden. Doch Ilsa hat das Komplott bereits durchschaut und nimmt sich der Verräterin mit ihren Spezialmethoden an...

  • Autor: Prisma
  • Review:

    In diesem zweiten Teil der offiziellen "Ilsa"-Reihe sieht man quasi eine Art Reinkarnation der Hauptfigur und sie schlüpfte kurzerhand in die Rolle der gefährlichen Haremswächterin, die den Zuschauer erneut in Uniform, oder wahlweise barbusig in Erstaunen versetzt. Trotz der vollkommen unterschiedlichen Figuren, die Dyanne Thorne in den drei Teilen zu verkörpern hatte, bleibt die Marschrichtung die selbe, denn es geht sadistisch, blutrünstig unerbittlich und sehr zynisch zu. Als vollkommen eigenständiger Teil ist die "Haremswächterin des Ölscheichs" stilistisch gesehen näher am ersten Teil orientiert und man bekommt die gewohnt bestialische Performance der wirklich bestechenden Hauptfigur geboten, die zwar immer irgend einer übergeordneten Stelle beugen muss, aber dem Empfinden nach schalten und walten kann, wie es ihr Herz begehrt. Ihre Aufgabe im Scheichtum besteht darin, die in aller Herrenländer zusammen entführten Schönheiten als unterwürfige Sex-Sklavinnen in Sachen Finger- und Zungenfertigkeit auszubilden.

     

    Wenn sie wie meistens zu Beginn nicht sofort spuren, wird mit der hauseigenen Überzeugungskraft nachgeholfen. Zwischenzeitlich ist der Verlauf selbstverständlich immer wieder ausgiebig daran interessiert, gleich mehrere Ventile für Ilsas Sadismus und deren Perversion zu öffnen und Auspeitschen sowie Foltern scheinen in dieser Beziehung nur die angenehmeren Varianten darzustellen. Auffällig ist erneut, dass sich die Dame ganz offensichtlich nicht selbst gerne die Hände schmutzig macht und sie daher ihre Anweisungen vor allem delegiert, am liebsten an ihre zwei angriffslustigen Gehilfinnen "Samt" und "Seide", zwei Bezeichnungen, die höchstens auf die konstitutionellen Vorzüge dieser Damen anspielen, jedoch nicht ihren brutalen Kriegsritualen gleichenden Machenschaften gerecht werden. Es wird also blutig, es wird teilweise sogar unappetitlich, sodass es bei Freunden jener Performances zu zufriedenen Gesichtern kommen dürfte.



    Dyanne Thorne ist selbstverständlich auch hier der Stoff, aus dem die degenerierten Träume sind und erneut darf man der üppigen Amerikanerin eine intensive Darbietung bescheinigen, die obendrein noch äußerst überzeugend wirkt. Sie führt ein Regiment, offensichtlich ganz nach den Vorstellungen ihres Herrn, kann aber die bedeutenden Schritte weitergehen, wenn die Vorstellungskraft der Anderen an ihre Grenzen stoßen. In Teil 1 und 3 wurden ihre ausschweifenden Sexualpraktiken thematisiert und ausgiebig veranschaulicht, doch in diesem Umfeld scheint zunächst kein Spielraum dafür eingeräumt worden zu sein, weil sich in dieser Beziehung ausschließlich El Sharif profilieren darf. Das Drehbuch lässt sich allerdings dann auch nicht weiter lumpen und verschafft ihr die Befriedigung, die sie verdient hat. Die Liaison mit Commander Scott gibt ihr ungeahnt menschliche Züge, was allerdings ein Großteil der Zuschauer aber möglicherweise erst gar nicht sehen möchte. llsa ist dazu geschaffen, sich alles was sie braucht zu nehmen, und sollte schließlich nicht dazu verurteilt sein, nur von einem selbsternannten Sexprotz genommen zu werden.

     

    Max Thayer spielt bemerkenswert auf, wobei in diesem Satz leider das nicht unerhebliche Wort schlecht fehlt. Überhaupt sind die darstellerischen Leistungen der umherspringenden dritten Garnitur eher durchwachsen und sollten daher mit dem nötigen Galgenhumor angenommen werden, aber eigentlich handelt es sich dabei wirklich nur um Nebensächlichkeiten. Don Edmonds konzentriert sich in "Haremswächterin des Ölscheichs" auf zahlreiche praktische Veranschaulichungen, die in ihrer Mechanik zum Teil recht abenteuerliche Züge annehmen. Qual und Folter warten mit netten Ideen auf, die zumindest für die Testpersonen sehr strapaziöse Formen annehmen. Die Dialogarbeit weiß außerdem sehr zu gefallen, da insbesondere Dyanne Thorne die Gespräche individuell färben kann und der vorgefertigte Verlauf mündet in ein rasantes Finale, das mit zahlreichen Leichen gepflastert sein wird. Insgesamt weiß auch dieser zweite Anlauf der "Ilsa"-Trilogie nicht zuletzt aufgrund der Holzhammer-Effekte zu gefallen, dem Dyanne Thorne einmal wieder die Krone aufsetzt.

  • Autor: Prisma
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