Ilsa - Die Hündinnen vom Liebeslager 7

Kanada, 1975

  • Originaltitel: Ilsa: She Wolf of the SS
  • Alternativtitel:

    Ilsa, la perra de la SS (ARG)

    Ilsa, a Guardiã Perversa da SS (BRA)

    La loba de las SS (ESP)

    Ilsa, La Louve des SS (FRA)

    Ilsa la belva delle SS (ITA)

  • Regisseur: Don Edmonds
  • Kamera: Glenn Roland
  • Drehbuch: Jonah Royston, John C.W. Saxton
  • Inhalt:

    Kommandantin Ilsa (Dyanne Thorne) regiert ihr Lager nicht nur mit eiserner, sondern in der Regel mit tödlicher Hand. Dabei sind Erniedrigung, Folter, Brutalität und Tod an der Tagesordnung, denn sie selbst sieht sich im Dienste von höheren Motiven, die einen Gewinn für das Dritte Reich darstellen sollen. Obwohl der Einzug der Alliierten kurz bevor steht, hält sie an ihrem Schreckensregiment und den damit verbundenen bestialischen Experimenten am lebenden Objekt fest. Neben der Arbeit soll aber auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen und die sadistische Dame ist stets auf der Suche nach Männern, der ihre grenzenlose sexuelle Lust befriedigen können. In dem Gefangenen Wolfe (Gregory Knoph) hat sie die Erfüllung ihrer Begierden gefunden, doch dieser nutzt die Gunst der Stunde, um mit anderen Insassen eine Revolte anzuzetteln. Werden die Gefangenen aus dieser Hölle zu entkommen..?

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Ganz im Sinne einer unmissverständlichen Zielvorgabe, ertönen gleich zu Beginn dieses ersten "Ilsa"-Feuerwerks Parolen in Form von Originalaufnahmen der zweifelhaften Prominenz des Dritten Reiches, sodass man nicht schlecht staunt, als der Schwenk gleich danach in das offensichtlich permanent in Betrieb stehende Lotterbett der Protagonistin geht, die sich von ihren Untergebenen wahlweise gerne »Fräulein Doktor« oder »Kommandant« nennen lässt. Dyanne Thornes imposante Erscheinung stellt effektiv das Gütesiegel für diese Trilogie der sadistischen Abenteuer dar und ohne auch nur eine unnötige Sekunde zu verlieren, stellt sie sich in eindeutiger Manier selbst vor. In Don Edmonds Beitrag scheinen die Uhren etwas anders zu gehen, schließlich konnte man im Dunstkreis hochgradig perverser Aufseher hauptsächlich Männer dabei beobachten, wie sie sich an ihren Objekten austoben durften, aber die Idee der Umkehr durch eine Frau, vor der die Männer zittern müssen, kommt sehr gut an, zumal man mit Dyanne Thorne wirklich einen nicht zu überbietenden Coup landen konnte.

     

    Als Zuschauer muss man sich einfach im Klaren darüber sein, was man sehen will, oder eben nicht. Die Marschrichtung von "Ilsa - Die Hündinnen vom Liebeslager 7" ist dramaturgisch gesehen denkbar einfach, denn man kommt einen Rundumschlag aus dem Olymp des Sadismus, der Unmenschlichkeit und Brutalität offeriert, dass sich die Balken biegen. Dabei werden geschichtliche Zusammenhänge vage aufgegriffen und in eine teils unappetitliche Form gepresst und es gibt allerlei Finessen der schmutzigen Exposition. Diese, naja, EXPO '75 erscheint dabei weniger lehrreich zu sein, als dass sie vollkommen reißerisch unterhalten möchte, was auch quasi in jeder einzelnen Szene zielstrebig gelingt. Die Titelfigur handelt mit der Prokura von ganz oben und sieht sich ideologischerweise vollkommen im Dienste des Dritten Reiches. Experimente am lebenden Objekt gehören zur Tagesordnung, Folter, Erniedrigung und Züchtigung zu ihrem persönlichen, schlechten Ton.

     

    Das passende Gesicht, beziehungsweise die prallen Konturen, liefert die US-Amerikanerin Dyanne Thorne in ihrer Paraderolle. Auf ihrer Sex-Folter werden viele unschuldige Köpfe rollen, schließlich ist die sexhungrige Dame nicht so ohne Weiteres zu befriedigen. Da es ihr in im Lotterbett einfach nicht recht gemacht werden kann, greift sie zu einschneidenden Maßnahmen und nimmt die Kastration ihrer Deckhengste mit Wonne selbst vor. Thorne scheut sich nicht, Grenzen zu überschreiten, was hier auch absolut notwendig erscheint, schließlich will man im Sumpf der strapaziösen Unterhaltung auf seine Kosten kommen. Dafür wird die perverse Dame schon sorgen und es kommt zu einem Fließband der Geschmacklosigkeiten. Leider ist die deutsche Synchronisation nicht besonders gelungen, sodass die plumpen, aber passenden Gossen-Dialoge nicht vollkommen zur Geltung kommen. Das Szenario ist in seiner spartanischen Ausstattung mit allerlei Requisiten ausstaffiert worden, um einen Kontext zu wahren, außerdem hat man es mit einer Horde Laiendarsteller zu tun, die sich dem teils unbehaglichen Klima sehr gut beugen.

     

    Die Effekte in diesem ersten Teil der Trilogie sind recht gut gelungen und versuchen die These von "Ilsa" zu kolportieren, dass Frauen im Zustand der Höllenqualen mehr aushalten können als Männer. Zu diesem Zweck gibt es dutzende verstümmelte Körper und Gliedmaßen zu sehen, Todesschreie aber auch Lustschreie durchziehen das Lager in kurz aufeinander folgenden Intervallen und es lässt sich einfach nicht anders einschätzen, dass Regisseur Don Edmonds seine Mission mehr als verlässlich erfüllen konnte. Wenn schließlich alles vorbei ist sollte eigentlich nichts anderes zurückbleiben als die Frage, ob dieser Flick samt unbändiger Titelheldin unterhalten konnte? Da Dyanne Thorne es höchstpersönlich zu einer rhetorischen Frage werden lässt, bleibt unterm Strich nur zu betonen, dass "Ilsa - She Wolf of the SS" seinen Frondienst am geneigten Kunden durchaus tun konnte, der Film sogar dazu einlädt, ihn sich immer einmal wieder anzuschauen, falls einem der Sinn nach einem tatsächlich abstoßenden Spektakel steht. Vielleicht einer der Besten des Genres.

  • Autor: Prisma
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