Das Haus der tausend Freuden

Deutschland | Spanien, 1967

  • Originaltitel: La casa de las mil muñecas
  • Alternativtitel:

    House of a Thousand Dolls (GBR)

    Le false vergini (ITA)

    House of 1000 Dolls (USA)

    House of a Thousand Pleasures

  • Deutsche Erstaufführung: 07. Dezember 1967
  • Regisseur: Jeremy Summers
  • Kamera: Manuel Merino
  • Musik: Charles Camilleri
  • Drehbuch: Harry Alan Towers
  • Inhalt:

    FBI-Agent Stephen Armstrong (George Nader) ermittelt in einer brisanten Angelegenheit. Eine Reihe attraktiver Mädchen aus aller Herrenländer wurde entführt, und wie sich später herausstellt, müssen die spurlos verschwundenen jungen Damen in einem Edel-Bordell in Tanger anschaffen. Dahinter steckt offensichtlich der Illusionist Manderville (Vincent Price), der gemeinsam mit deiner Assistentin Rebecca (Martha Hyer) agiert. Um nicht weiter aufzufallen, ermittelt Armstrong mit seiner dänischen Kollegin Maria (Ann Smyrner). Als Ehepaar getarnt, geraten die beiden in immer gefährlicher wedende Situationen, da sich eindeutige Zusammenhänge ergeben. Werden sie die Mädchen aus den gierigen Klauen der Organisation befreien können..?

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Ein atmosphärischer und stimmig wirkender Einstieg findet seinen Höhepunkt in einem Schrei von einer entführten Dame aus Wien, die soeben in einem Sarg in das Haus der angeblichen tausend Freuden verschleppt wurde. Ihr Gesicht ist dem interessierten Zuschauer durchaus bekannt, denn es handelt sich um Harry Alkan Towers' damalige Ehefrau Maria Rohm, die in vielen seiner Produktionen als Stammbesetzung gewinnbringend eingesetzt wurde. Recht imposante Schauplätze und eine ordentliche Ausstattung lassen zunächst inszenatorisch einen Eindruck über dem Durchschnitt entstehen, doch man wartet förmlich auf den am Thema orientierten, und zeitgenössischen Einschlag mit erotischer Würze, was einen Film bei sorgsamer Bearbeitung aber keinesfalls abwerten muss. Dennoch kommt es auf die Dosierung und darauf an, ob man lediglich ein reißerisch veranlagtes Vehikel ohne eigene Impulse zum Fraß vorgeworfen bekommt, denn das Populär-Thema Mädchenhandel und Prostitution war in jenen Jahren bereits kurz vor dem Exitus.

     

    Immerhin wurde es exzessiv, beziehungsweise dutzendfach³ ausgeschlachtet. Schöne Frauen aus allen Himmelsrichtungen werden im benannten Bordell auf einem Präsentierteller serviert, und der ausschließlich auf Empfehlung eingelassene Kunde darf nach persönlichen Präferenzen aussuchen. Dass niemand von ihnen freiwillig dort ist, scheint förmlich noch weniger als Nebensache zu sein. Schnell deutet sich also an, dass man im Haus der erzwungenen Freuden sehr ungehalten auf mögliche Widersacher reagiert, und in diesem Zusammenhang darf es dann auch zu ersten Veranschaulichungen kommen, die die Rücksichtslosigkeit und Skrupellosigkeit der Zuhälterbande demonstrieren. Trotz aller Bemühungen erweist sich der Verlauf immer wieder als etwas zähflüssig und die durchaus vorhandenen Höhepunkte bleiben hauptsächlich das, was sie leider sind, nämlich nicht besonders nennenswert.

     

    Mithilfe eines international bekannten Star-Aufgebots ergeben sich einige Qualitätssteigerungen in einem vorhersehbaren Verlauf, doch selbst hier zeigt sich, dass dieser Eindruck eher mit Vorschusslorbeeren gleichzusetzen ist. George Nader, insbesondere in Deutschland sehr bekannt geworden durch die Verkörperung des Titelhelden in der gleichnamigen "Jerry Cotton"-Reihe, kann hier kaum die Akzente setzen, die man andernorts von ihm gewöhnt ist. Verhalten im Spiel, und unter herkömmlicher Anlegung seiner Rolle, vermisst man die charakteristische Agilität, immerhin wurde aus Steve Armstrong für die deutsche Version ein Agent geformt. Unterm Strich bleibt sein Einsatz nicht richtig profitabel für den Verlauf, und alle Augen sind somit auf Vincent Price und Martha Hyer gerichtet. Zwar entsteht der Verdacht, dass sich beide nicht gerade darstellerischen Exzessen hingeben, jedoch geht von beiden Interpreten eine gewisse Erhabenheit aus, sodass sie zusätzlich kultiviert im Auftreten und unnahbar im Erscheinen wirken.

     

    Mit Wolfgang Kieling, einem - dem Empfinden nach - 08/15-Vertreter des Gesetzes, und Herbert Fux, in erneut eindeutigen Sphären, wird das Geschehen eher dürftig abgerundet. Ann Smyrner findet ihren wohl obligatorischsten Einsatz als Blickfang und hübsche Staffage ohne eigene Facetten; eine Schablone, die sie in all den Jahren bereits mehrfach abgespult hatte. Schließlich reiht sich noch Maria Rohm in die Riege weiblicher Einheitsbilder ein, jedoch ist es wie immer eine Freude, gerade ihr dabei zuzusehen; egal was sie treibt. Insgesamt gesehen ist Jeremy Summers' Beitrag als typisches Kind seiner Zeit zu bewerten, bei ein guter Unterhaltungswert und das bemüht wirkende Spektakel versöhnlich stimmt. Leider fällt die Vorhersehbarkeit bei "Das Haus der 1000 Freuden" schwer ins Gewicht, auch ein paar gut gemeinte Twists mit einem annehmbaren Finale heben den Streifen nicht über die Durchschnittsmarke hinaus.

  • Autor: Prisma
  • Filmplakate

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.