Das Geheimnis der Todesinsel

Deutschland | Spanien, 1967

  • Originaltitel: La isla de la muerte
  • Alternativtitel:

    Le baron vampire (FRA)

    Island of the Doomed (USA)

    Maneater of Hydra

    Death Island

    Island of the Dead

    The Bloodsuckers

  • Deutsche Erstaufführung: 21. Juli 1967
  • Regisseur: Mel Welles
  • Kamera: Cecilio Paniagua, Juan Mariné
  • Musik: Antón García Abril, José Muñoz Molleda
  • Drehbuch: Mel Welles, Ernst R. von Theumer, Stephen Schmidt
  • Inhalt:

    Da Baron von Weser (Cameron Mitchell) ein paar Finanzprobleme hat, engagierte er den jungen Alfredo (Ricardo Valle), Touristen für einen Besuch auf seiner Insel anzuwerben. Dabei kommt ein illustres Grüppchen zusammen: der Architekt David Moss (George Martin), der ein Auge auf die junge Beth (Elisa Montès) geworfen hat; das Ehepaar Robinson – er, James, ein älterer Mann mit Vermögen (Rolf von Nauckhoff) und dessen Frau Cora (Kai Fischer), die gerne trinkt und ihrem Gatten Hörner aufsetzt und ihn in Gesellschaft verbal demütigt; die ältliche und etwas überspannte Myrtle; der Botaniker Prof. Julius Demerist.

     

    Schon während der Fahrt zu von Wesers Schlösschen bemerkt Demerist die ausgefallene Botanik der Insel, zudem erzählt Alfredo, die Insel sei mit Ausnahme des Barons und dessen Diener unbewohnt, da die Einwohner wegen einer Vampirlegende ihre Heimat verlassen hätten.

     

    Dann rummst es, und Alfredo nietet mit dem Wagen den Diener des Barons (Mike Brendel) um. Beim Betrachten der Leiche fallen ihnen seltsame Wunden im Gesicht des Toten auf. Zum Glück hat der noch einen Bruder, Baldi (auch Mike Brendel), der die Gäste bedienen kann. Baron von Weser erweist sich zunächst als sehr charmanter und diplomatisch geschickter Gastgeber und berichtet seinen Gästen von seinen Experimenten mit Pflanzen, die er „X-Strahlen“ ausgesetzt hat, um deren Eigenschaften und Geschmack zu verändern.

     

    Aber vor allem David ist das alles nicht geheuer, und er rät Beth, sich in der Nacht einzuschließen. Tatsächlich geschehen in dieser Nacht zwei Morde, die Opfer blutleer, mit seltsamen Malen am Körper. Geht ein Vampir auf der Insel um?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Ein bescheidener Film, aber absolut nicht verachtenswert.“
    (Carlos Aguilar)

     

    Warum wird eigentlich so viel über diesen Film abgelästert? Ich mochte ihn schon damals bei der Videopremiere sehr, und ein zweites Ansehen in Form der CMV-DVD hat das nur gefestigt. Der Ehrlichkeit halber als Erstes, was an dem Film nicht funktioniert:

     

    Das Whodunnit-Szenario. Es ist zu offensichtlich, was und wer hinter allem steckt. Ansonsten bietet „Das Geheimnis der Todesinsel“ ein Drehbuch mit soliden Schablonen-Charakteren und -Dialogen, die aber recht typisch für das Horror/Sci-Fi-Genre dieser Zeit sind. Anfangs blenden Kai Fischers Haare ein wenig, aber gerade sie weiß eine glaubhafte Charakterisierung ihrer Protagonistin zu bieten. Der zweite darstellerische Hingucker ist Cameron Mitchells Performance, da gibt es nichts dran auszusetzen. Ob es im Finale wirklich nötig war, in ein paar Szenen ein deutlich erkennbares Double anstelle Mitchells einzusetzen ist zweifelhaft, denn dieses Double ist nur in wenigen Einstellungen dabei und tut im Grunde nichts anderes als Mitchell selbst in den Close-Ups.

     

    Zum Thema bekannte Gesichter, wissen wir alle selbstverständlich wer Cameron Mitchell und George Martin sind. Die 1934 in Prag geborene Kai Fischer kennt man neben Wallace-Adaptionen zum Beispiel aus Mario Caianos „Die letzten Zwei vom Rio Bravo“ (1964), Hans Mehringers „Der Würger vom Tower“ (1966) oder Erwin C. Dietrichs „Die Nichten der Frau Oberst“ (1968). Ricardo Valle war einst Morpho in Jesús Francos „Schreie durch die Nacht“, auch in Francos „Death whistles the Blues“ war er dabei. Dass Valle hier in „Das Geheimnis der Todesinsel“ das erste Opfer der Touristengruppe wird, scheint bezeichnend für seine Karriere – trotz seines guten Aussehens waren ihm selten größere Rollen vergönnt. Elisa Montès hat man in einigen Italo-Western gesehen, zum Beispiel in Alberto Cardones „Django – Die Geier stehen Schlange“ (1966) oder Ferdinando Baldis „Django – Der Rächer“ (1966) aber ebenso in Burt Kennedys „Die Rückkehr der glorreichen Sieben“, der ja ebenfalls im gleichen Jahr in Spanien gedreht wurde. Wie so viele spanische Darsteller kam auch Elisa Montès nicht an Jesús Franco vorbei - für Franco spielte sie in „Der heiße Tod“ (1969), „Die sieben Männer der Sumuru“ (1969) und „Der Todesrächer von Soho“ (1972). Mike Brendel – der den (oder die) Diener des Barons spielt, gehört ähnlich wie Ricardo Valle weitgehend zu den ewigen Nebendarstellern, eine Schönheit ist Brendel auch nicht gerade. Dazu gab es eine paar amüsante Szenen mit Brendel in „Death whistles the Blues“.

     

    Die Musik von Antón García Abril und José Munoz Molleda ist ein Traum. Das Titelstück, das man erstmals zu dem animierten Vorspann hört, ist großartig und hätte zu allem möglichen gepasst, Dschungelfilm, Drama, und auch ohne Film klasse. Trotz der Vorhersehbarkeit der Story kommt ausreichend Spannung auf, und die Special-Effects am Ende sind gelungen. Klasse Farben, Blut, und immerhin ist dies ein deutsch-spanisches B-Movie von 1967, dafür sind die Effekte alles andere als schlecht. Das Gesamtergebnis ist in jedem Fall selbst heutzutage noch deutlich weniger öde als Roger Cormans „Kleiner Laden voller Schrecken“ (1960), in dem Regisseur Mel Welles sowohl als Darsteller als auch als Co-Regisseur fungierte.

     

    Zur CMV-Veröffentlichung sei noch gesagt, dass es gerade während einer etwas heftigeren Szene am Ende zu einem leicht verdächtigen Rollenriss kommt – der war aber wohl schon immer vorhanden, selbst als die Filmkopie noch neu war...

  • Autor: Gerald Kuklinski
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