Female Teacher Rope Hell

Japan, 1981

  • Originaltitel: Dan Oniroku: Onna kyôshi nawa jigoku
  • Alternativtitel:

    Female Teacher in Rope Hell

  • Regisseur: Shôgorô Nishimura
  • Drehbuch: Oniroku Dan
  • Inhalt:

    Auf dem Schulcampus wird die Schülerin Ranko (Miki Yamaji) von einem Obdachlosen überfallen, der sie vergewaltigen will. Ihre Lehrerin Sayuri (Junko Mabuki) kommt ihr zu Hilfe, doch nun wird sie das Opfer des Triebtäters, der sie in einen abgelegenen Gebäudeteil verschleppt. Ranko holt einen gerade in der Schule befindlichen Klavierstimmer (Ryoichi Kusanagi), der ihr helfen soll ihre Lehrerin zu befreien. Doch der schaut nur tatenlos zu, bis der Triebtäter sein Werk vollendet hat. Anschließend kümmern sich die zwei um die Lehrerin, die darum bittet, den Vorfall geheim zu halten, um ihre bevorstehende Hochzeit mit ihrem Lehrerkollegen Tsushima (Shinji Sekikawa) nicht zu gefährden.

     

    Kurze Zeit später bietet besagter Klavierstimmer Sayuri an, sie in seinem Wagen mitzunehmen. Sie willigt ein, ohne zu ahnen, dass dies der Beginn eines langen Leidens in den Händen eines sadistischen Folterers bedeutet.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Women are in the end Women – immoral and vulgar Animals“
    (Sayuris Verlobter)

     

    Nachdem Hauptdarstellerin Junko Mabuki unter dem Namen Jun Sakaki ihr vermutliches Filmdebut gab, wurde die als Sumiko Kono geborene Schauspielerin von Nikkatsu entdeckt. Nach dem Verlust ihrer „SM Queen“ Naomi Tani („Flower and Snake/Hana to hebi“, 1974), die sich überraschend und aus freien Stücken aus dem Filmgeschäft zurückzog, wollte man Junko Mabuki als deren Nachfolgerin aufbauen. Hierzu folgte auch der Segen des Autors Oniroku Dan, welcher zuvor bereits zahlreiche Vorlagen für Nikkatsu und Naomi Tani geschrieben hatte. Mabuki war zu Beginn ihrer Filmkarriere 25 Jahre alt, wirkte aber vergleichsweise reif für ihr Alter, was ihr einige Rollen als Autoritätsperson wie etwa hier der lehrerin verschaffte. Trotzdem war sie sehr attraktiv, und ich bin mir relativ sicher, dass oben genannte Namen nicht die einzigen sind, die sie für ihre Filmauftritte in Pinkus verwendete.

     

    Einige Pinku-Regisseure haben deutlich erkennbare Vorlieben. Während etwa Atsushi Fujiuras Filme immer irgendwie etwas mit Wasser, Taucherinnen, Sauna, also Frauen in Badeanzügen zu tun haben, ist Shogoro Nishimuras Ding eindeutig Bondage, weshalb er wohl auch zusammen mit Hidehiro Ito zu den häufigsten Regisseuren von Verfilmungen der Vorlagen des Bondage-Spezialisten Oniroku Dan gehörte. Hier in „Female Teacher in Rope Hell“ stößt man jedoch auf inhaltliche Schwächen. Der Entführer der Lehrerin Sayuri ist kein klassischer Sadist. Vielmehr wirkt diese von Ryoichi Kusanagi verkörperte Figur eher wie ein frustrierter Stalker, der seine diversen über Jahre angesammelten Masturbationsphantasien mit infantilem Gesichtsausdruck an einem weiblichen Objekt ausprobieren will. Was nicht bedeutet, dass er nicht gut vorbereitet ist, und dass es keinen Spaß macht ihm (und natürlich Objekt Sayuri) dabei zuzusehen.

     

    So ergeht es letztendlich auch der Schülerin Ranko, der es gelingt, ihre entführte Lehrerin im Haus des Schmutzfinks ausfindig zu machen, nach ihrer eigenen Gefangennahme aber den voyeuristischen Verlockungen des Anblicks der geschändeten und gedemütigten Lehrerin erliegt. Bei der Figur Rankos spielt Voyeurismus schon zu Beginn eine Rolle. Zunächst als sie ihre Lehrerin beim Küssen mit ihrem Verlobten beobachtet, anschließend als stumme Zeugin von deren Vergewaltigung. Dem Entführer wiederum reichen seine sexuellen Eskalationen zur Befriedung allein nicht aus, als ultimative Erniedrigung zeichnet er diese auf und schickt ein Video davon an Sayuris Verlobten. Dessen abgestoßene Reaktion dabei ist Gold wert, ohne einen Augenblick des Zögerns erklärt er seine Verlobte zur wollüstigen Mitschuldigen und wendet sich postwendend von ihr ab. Sayuri hört auf zu existieren, ist nur noch Objekt für den namenlosen Entführer und Voyeuristin Ranko.

     

    Und am Ende der knapp 70 Minuten können wir sogar etwas lernen: geteiltes Leid ist halbes Leid. Oder ich habe da mal wieder was falsch verstanden. Nein, im Ernst, das Ende ist ziemlich niederschmetternd.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

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    IMDb

    Kommentare (1)

    • Sammy Zippo

      Sammy Zippo

      18 November 2017 um 10:00 |
      How can I purchase the movie Female teacher in rope hell (1981) DVD format????? Thank you
      Sammy Z

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