Black Candles

Spanien, 1982

  • Originaltitel: Los ritos sexuales del diablo
  • Alternativtitel:

    Hot Fantasies

    Naked Dreams

    Sex Rites of the Devil

  • Regisseur: José Ramón Larraz
  • Kamera: Juan Mariné
  • Drehbuch: José Ramón Larraz
  • Inhalt:

    Nach dem unerwarteten Tod von Peter Andrew in England reist seine Schwester Carol (Vanessa Hidalgo) mit ihrem Ehemann Pablo (Jeffrey Healey) zu dessen Haus und seiner Witwe Fiona (Helga Liné). Schon bald zweifelt sie an einer natürlichen Todesursache, und sie fragt sich, in welcher Beziehung ihre Schwägerin zu dem unheimlichen Reverend Hübner steht.

     

    Fiona macht dagegen kaum ein Geheimnis daraus, dass sie der Kräuterkunde und dem Okkulten sehr zugetan ist. Tatsächlich gehört sie zu einem Zirkel von Satanisten, und die versuchen schon bald Pablo auf ihre Seite zu ziehen und Carol loszuwerden.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Black Candles“ ist ein schönes Stück Sleaze-Horror, der erst zwei Jahre nach seiner Fertigstellung uraufgeführt wurde. Zunächst meint man, einen typisch englischen Horror-Film zu sehen, und Larraz‘ filmische Anfänge in Großbritannien werden dabei sehr deutlich – wäre da nicht der sehr hohe Anteil an Softcore-Szenen, die Larraz wohl auch veranlassten, den Film unter dem Pseudonym Joseph Braunstein veröffentlichen zu lassen.

     

    Eigentlich schade, denn „Los ritos sexuales del diablo“ ist sehr schön inszeniert und ebenso sorgfältig gefilmt, die Handschrift eines talentierten Regie-Profis ist unübersehbar. Es kommt eine unheimliche Atmosphäre auf, die bis zum Ende durchgehalten werden kann, und es fehlt nicht an sexuellen Provokationen. Da wäre zum Beispiel Farmer John (Alfred Lucchetti), der für seine Frau Georgina (Carmen Carrión) genau zwei Spitznamen hat, nämlich „Whore“ und „Bitch.“ Wir erfahren später auch warum, denn nach dem Geschlechtsverkehr mit ihrem Schnellzünder von Ehemann ruft sie Verstärkung in Form des Stallburschen, während ihr Mann ermattet danebenliegt und wüst fluchend den Beiden zuschaut. Zudem scheint Carol eine sexuelle Beziehung zu ihrem Bruder unterhalten zu haben, das ist aber nicht so leicht festzustellen, ob dies tatsächlich der Fall war oder nur den diversen Traum- und Phantasieszenen des Films geschuldet ist.

     

    Legendär natürlich das satanische Ritual mit Reverend Hübners Nichte Annaliese (Paola Matos), welche aus einer Nummer mit einem (leicht irritiert dreinschauenden) Ziegenbock besteht, welcher sich wohl fragt, warum diese verrückte Blondine noch an seinem Ohr kaut, obwohl er doch längst zum Schuss gekommen ist. Fairerweise sollte man erwähnen, dass diese Tiersex-Szene selbstverständlich gestellt ist, Paola Matos aber eine ziemlich gute Performance abgibt, sowohl ihren eigenen als auch den Orgasmus des Ziegenbocks vorzutäuschen. Und so eine Szene so ästhetisch zu filmen, muss man auch erst mal bewerkstelligen.

     

    Überhaupt sind die zahlreichen Softcore-Szenen sehr gut gefilmt, und falls man mal nachrecherchieren möchte, wie alt Helga Liné in diesem Film war, Respekt, und nochmals Respekt. Um dieselbe Zeit herum war sie ebenso in Larraz‘ „Der französische Salon der Lady O.“ (Madame Olgas Pupils) zu sehen. Ebenfalls ein Hingucker ist Vanessa Hidalgo, wenn man auf diesen konservativen Look steht. Leider erinnert ihre Frisur ein wenig zu sehr an eine junge Ursula von der Leyen. Der Film hat auch eine einzelne Gewaltspitze, die es wirklich in sich hat.

     

    Ich muss gestehen, dass ich nicht so der große Fan von José Ramón Larraz bin. Meist sind mir seine Filme – obwohl er selbst natürlich Spanier ist - einfach zu britisch-trocken erzählt, und mit „Los Ritos Sexuales del Diablo“ endet für mich im Grunde auch die Ansehbarkeit seiner Regiearbeiten. An seine letzten drei Horrorfilme „Ruhe in Frieden“ (1987), „Axolution – Tödliche Begegnung“ (1988) und „Deadly Manor“ (1990) habe ich keine sehr guten Erinnerungen.

     

    Vermarktungstechnisch dürfte „Los ritos sexuales del diablo“ vor allem ein Problem gehabt haben: er kam zu spät. 1980/1982 war nicht mehr so recht die Zeit für okkulten Sleaze-Horror. Aber nichtsdestotrotz ist es Larraz gelungen, die extrem dünne Story mit ein paar denkwürdigen Schauwerten und professioneller Inszenierung zu einem lohnenswerten nostalgischem Filmerlebnis zu machen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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