Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key

Italien, 1972

  • Originaltitel: Il tuo vizio è una stanza chiusa e solo io ne ho la chiave
  • Alternativtitel:

    No Quarto Escuro de Satã (BRA)

    Vicios prohibidos (ESP)

    Ton vice est une chambre close dont moi seul ai la clé (FRA)

    Vícios Proibidos (POR)

    Excite Me

    Eye of the Black Cat

    Gently Before She Dies

  • Regisseur: Sergio Martino
  • Kamera: Giancarlo Ferrando
  • Musik: Bruno Nicolai
  • Drehbuch: Adriano Bolzoni, Ernesto Gastaldi, Luciano Martino, Sauro Scavolini
  • Inhalt:

    Der schreib- und gelegentlich potenzblockierte Autor Oliviero Rouvigny (Luigi Pistilli) lässt seinen künstlerischen und sexuellen Frust vorzugsweise an seiner Ehefrau Irina (Anita Strindberg) aus, die er gerne auch öffentlich demütigt. Dabei hatte Irina es von Anfang an nicht leicht mit Oliviero, musste sie ihm doch die geliebte Mutter ersetzen. Olivieros Lieblingsfetisch in Bezug auf seine verstorbene Mutter ist wiederum eines ihrer Kleider im Maria Stuart-Stil und dann ist da noch der Kater „Satan“, den Irina hasst, da er es auf ihre Tauben abgesehen hat.

     

    Als Oliviero sich mit seiner Liaison Fausta (Daniela Giordano) am Abend treffen will, wird diese von einem geheimnisvollen Killer getötet. Als die Polizei bei den Rouvigny’s auftaucht, beruft sich Oliviero auf seine Frau als Alibi. Die ist jedoch nun überzeugt, ihr Mann sei ein Mörder, da er ohnehin schon seit langem an Gedächtnisverlusten infolge seines übermäßigen Alkoholkonsums leidet.

     

    Nachdem die Hausangestellte Brenda das Kleid von Olivieros Mutter anzieht, wird sie ebenfalls ermordet. Oliviero beteuert gegenüber seiner Frau seine Unschuld und bittet sie, ihm beim Verstecken der Leiche zu helfen. Die Beiden mauern sie im Keller ein.

     

    Zudem hat Olivieros selbstbewusste Nichte Floriana (Edwige Fenech) für den folgenden Tag ihren Besuch angekündigt. Floriana beginnt erst eine Affäre mit Irina, dann mit de Lebensmittellieferanten, und anschließend – nicht zum ersten Mal – mit ihrem Onkel Oliviero. Irina fasst dennoch Vertrauen zu Floriana und vertraut ihr ihre Ängste an, dass ihr Mann ein Mörder sein könnte.

     

    Dann geschieht das Unerwartete: bei einem weiteren Mord wird der Mörder gefasst und Oliviero scheint unschuldig. Doch Irina ist keineswegs überzeugt, zumal die Polizei nichts von der toten Hausangestellten im Keller weiß.

     

    Die Situation eskaliert weiter als Kater Satan sich eine von Irinas Tauben schnappt. Die sieht, Rot und sticht dem Tier ein Auge aus. Und überhaupt – wer ist der geheimnisvolle weißhaarige Fremde (Ivan Rassimov), der nachts um das Haus schleicht?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Von den fünf Gialli, die Sergio Martino zwischen 1971 und 1973 drehte, ist es diesem Film in der Vergangenheit recht stiefmütterlich ergangen. Als Einzigem erfuhr ihm auch bisher kein deutsches Release. Dabei ist „Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key” ein sehr interessanter Film, klassische Giallo-Elemente erfahren eine Vermischung mit Motiven aus Edgar Allan Poes “The Black Cat”, zudem wurde ein nicht geringer Anteil auf den Drama-Anteil der Hauptprotagonisten gelegt.

     

    Während in Sachen Locations eher auf Sparflamme gekocht wird – die Handlung spielt sich überwiegend im Haus der Rouvignys ab - ist die Besetzung dagegen Top: als Hauptprotagonisten ein starker Luigi Pistilli und eine leidende Anita Strindberg, mit einer etwas misslungenen Perücke. Im späteren Verlauf tauchen eine wie immer sehr hübsch anzusehende Edwige Fenech und ein ebenfalls mit einer scheußlichen Weißhaar-Perücke ausgestatteter Ivan Rassimov auf.

     

    Gerade bei Pistillis Rolle des Schriftstellers Oliviero Rouvigny gehen die Drehbuchautoren Adriano Bolzoni, Sauro Scavolini und Ernesto Gastaldi gleich in die Vollen: eine schräge Vergangenheit mit seiner Mutter inklusive höchst wahrscheinlicher sexueller Beziehung, schlief außerdem schon vor etlichen Jahren mit seiner inzwischen volljährig gewordenen Nichte, trunksüchtig, Gedächtnisverluste, Schreibblockade. Bösartig-sadistisch quält er seine Ehefrau und bewegt sich selbst irgendwo zwischen sehr schlecht im Bett bis fast-impotent seit dem Tod seiner Mutter - was die Frage aufwirft, was er eigentlich mit seiner Hausangestellten und seiner Ex-Studentin (Daniela Giordano) treibt. Und überhaupt sind hier die Hauptcharaktere insgesamt sehr sorgfältig ausgearbeitet und für manche Überraschung gut, was eben diesen doch recht glaubwürdigen Drama-Touch verleiht.

     

    Die Morde erfüllen schon die Erwartungen, die man an den klassischen Giallo stellen darf, viele sind es aber nicht, gerade so viel, wie für die Story notwendig. Und dann schweift man - wie bereits erwähnt - in Poe-Gefilde ab, das aber erstaunlich originalgetreu. Leider hat man als Italo-Fan diesen Teil der Story später natürlich ebenfalls in Fulcis oder Argentos „The Black Cat“ gesehen, so dass die letztendliche Schlussszene vorhersehbar ist. Und noch etwas haben wir später so ähnlich gesehen: eine Schlüsselszene, in der Irina entdeckt, was ihr Mann nach Jahren der Schreibblockade nun plötzlich so schreibt, erinnert ein klein wenig an „Shining.“

     

    Komponist Bruno Nicolai liefert hier zudem eine seiner besten Arbeiten ab, nur ein Grund mehr, die schöne Arrow Video-Veröffentlichung nicht zu verpassen: eine dicke Box mit 2 DVDs und 2 BDs, im Doppelpack mit Lucio Fulcis „The Black Cat“, 80 Seiten-Booklet und umfangreichem Bonusmaterial.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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