Wir sind die Stärksten

Italien, 1975

  • Originaltitel: Noi non siamo angeli
  • Alternativtitel:

    Nosotros no somos ángeles (ESP)

    Trinita, nous voilà! (FRA)

    Não Somos Anjos (POR)

    We Are No Angels

  • Deutsche Erstaufführung: 24. Juni 1976
  • Regisseur: Gianfranco Parolini
  • Kamera: Guglielmo Mancori
  • Musik: Sante Maria Romitelli
  • Drehbuch: Abronio Corti, Gianfranco Parolini
  • Inhalt:

    Bei einem Boxkampf gegen den Hünen Black Bill (Woody Strode) gewinnt Butch (Paul L. Smith) 3000 Dollar, doch sein Freund und selbsternannter Manager Toby (Antonio Cantafora) kauft von dem Gewinn ein Automobil. Sein Plan ist es, in einer kleinen Westernstadt, in deren Nähe gerade eine Eisenbahnlinie gebaut wird, einen Transportdienst zu eröffnen. Da alles Geld dafür draufgegangen ist, bleibt Butch nichts anderes übrig als mitzumachen.

     

    Allerdings gibt es in dieser Stadt eine starke republikanische Bewegung, die unter dem Slogan „Fortschritt gleich Rückschritt“ sich wenig begeistert von der Ankunft der Fremden in einem teuflischen Automobil zeigt. Der Anführer dieser Gemeinde Mr. Shark (John Ireland) hetzt seine Schläger auf die zwei Neuankömmlinge.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Es gibt Momente im Leben, da muss man einfach die Arschbacken zusammen kneifen. Entweder aus Angst sich in die Hosen zu scheißen oder einfach nur aus Angst.“

     

    Jetzt haben wir den Salat. Meine persönliche Abschussliste der unerträglichsten (oder unbegreiflichsten?) Filme aller Zeiten hat einen Neuzugang. Gianfranco Parolinis „Wir sind die Stärksten“ muss sich nun die vorderen Plätze mit Machwerken wie „Dicke Luft in Sacramento“, „Fantasy Mission Force“ oder „Zwiebel-Jack räumt auf“ teilen.

     

    Nach eigener Aussage war es Parolinis Intention eine Allegorie auf die Dreifaltigkeit zu schaffen, und nein, das kann nicht dieser Film gewesen sein, ich verstehe es nicht mal ansatzweise, da ist er wohl irgendwo falsch abgebogen bei der Umsetzung. Man kann jedoch erkennen, was er versucht hat: einen Komödie zu schaffen, die in ihrer Gesamtheit eine geschlossene Jahrmarktatmosphäre mit allerlei Clownesken aufweist. Das hat sogar funktioniert, ist aber leider im Endergebnis unerträglich. Ich hätte zu gern das Gesicht der Produzenten Maurizio und Edmondo Amati gesehen als sie erstmals mit dem Endergebnis dieser Investition konfrontiert wurden.

     

    Zum Einen abverlangt Parolini mehr komödiantisches Talent von den Hauptdarstellern Paul L. Smith und insbesondere Antonio Cantafora als die Beiden vorzuweisen haben. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Nebenfiguren, die seltsam grotesk dargestellt werden. Zum Beispiel der verrückte Professor Berberg (Franco Pesce), bei dem das Duo Angel und Raphael (in der DF Toby und Butch) Unterschlupf findet. Der hat zwei Töchter, die jungfräuliche Linda (Fiona Florence) für Toby und die schräge Evelyn (Evelin Kaye) für Butch. Weiterhin gehören zum Haushalt zwei Kinder, die unserem Duo ständig Streiche spielen, ein paar davon sind recht derb. Gespielt werden der Junge von Renato Cestié („Teufelsschlucht der wilden Wölfe“/“Die Rotröcke“), das Mädchen von Fausta Avelli („Don’t torture a Duckling“).

     

    Die Präsentation der Figuren dieser zwei Kinder ist...grotesk. Da ist es wieder, dieses Wort. Die kleine Fausta Avelli spielt – milde ausgedrückt – hier ziemlich schlecht, was verwundert, denn als die zurückgebliebene Malvina in Fulcis „Don’t torture a Duckling“ kam sie doch ziemlich gut rüber. In späteren Jahren konnte man sie u. a. in George Pan Cosmatos „Cassandra Crossing“, Fulcis „Die sieben schwarzen Noten“ und Alberto Negrins „Phantom im Mädchenpensionat“ sehen.

     

    Noch immer sind wir beim Thema grotesk. Dazu gehört ebenfalls der unförmige Bürgermeister, der auf seinem Balkon auf die Ankunft seiner Toilette wartet, die er bei jeder morgendlichen Sitzung zerschießt. Damit verbunden ein Running Gag mit zwei Männern, die im Ort eine Toilette hin- und hertragen, diese aber immer wieder fallen lassen. Es gibt ein Posaunen-/Flöten-Duell zwischen Toby und Butch, warum auch immer. Die Anwesenheit von Größen wie John Ireland und Woody Strode kann man nur als verheizt bezeichnen.

     

    Bizarr ist auch die Filmmusik von Sante Maria Romitelli, was für eine Mischung. Progressiver Jazz, Ragtime, dann süßlich-kotzige Romantik und dazu noch ein Rip-Off des Titelthemas von „Der Clou.“ Nein, alles an diesem Film ist irgendwie unverdaulich grotesk, bizarr, schräg oder wie man es sonst noch nennen will. Die deutsche Fassung war diesmal um ganze 13 Minuten cut, und ich war für jede Fehlminute dankbar. So, und jetzt mache ich mich auf die Suche nach einer Uncut-Fassung, die muss ich einfach sehen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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    Kommentare (4)

    • Ralf Last

      Ralf Last

      12 November 2016 um 09:00 |
      Kannst du haben von mir
      Der ofdb Eintrag ist von mir
      Melde dich mal bei meiner E-Mail Adresse

      antworten

    • Ralf Last

      Ralf Last

      12 November 2016 um 09:01 |
      Sorry hier die richtige E-Mail

      antworten

    • Ralf Last

      Ralf Last

      12 November 2016 um 09:12 |
      Der ofdb Eintrag stammt von mir der längeren Fassung
      Melde dich mal bei meiner Adresse

      antworten

    • Gerald Kuklinski

      Gerald Kuklinski

      20 November 2016 um 21:09 |
      Hallo Ralf,

      danke für Dein nettes Angebot. Habe ihn aber schon gefunden. Gruß

      Gerald

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