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Weiße Westen für Ganoven

Italien | Spanien, 1968

  • Originaltitel: Uno scacco tutto matto
  • Alternativtitel:

    Un atraco de ida y vuelta (ESP)

    It's Your Move (USA)

  • Regisseur: Roberto Fizz
  • Kamera: Antonio Macasoli
  • Musik: Miguel Asins Arbó
  • Drehbuch: Roberto Fizz
  • Inhalt:

    Sir George McDowell (Edward G. Robinson) gibt nach außen hin den eleganten Geschäftsmann, während innerlich in ihm ein brillantes Verbrecher-Genie schlummert und so soll auch der neueste Coup, dank seiner Idee, ein voller Erfolg werden. Der Plan dabei ist, die vier Angestellten eines Geldinstituts zu entführen und durch Doppelgänger auszutauschen, welche daraufhin im passenden Moment nur den Bankdirektor überwältigen und den prall gefüllten Tresor entleeren müssen. Alles scheint wirklich perfekt nach Plan zu laufen - bis den eingesperrten Bankleuten die Flucht gelingt und daraufhin die Polizei bei McDowell vor der Tür steht...

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Review:

    Was sich wohl wie ein stinknormaler Kriminalfilm liest, ist in Wirklichkeit ein unspektakuläres, aber dennoch launiges Caper-Movie geworden, wie es Ende der 60er Jahre wohl in Italien üblich war: Eine Bande rund um ein "Supergehirn" plant den großen Coup, der Plan klingt fehlerlos, die Ausführung verläuft anfänglich auch ohne Pannen, aber dann der Schock - ein kleines Detail wurde nicht beachtet und nun heißt es schnell Plan B aus der Tasche ziehen, oder improvisieren, falls denn keiner vorhanden sein sollte. Dieses Leitmotiv kennt man also schon? Gut, denn hier läuft es im Grunde genommen nicht anders.

     

    Schauspielerisch ist alles im grünen Bereich und mit Edward G. Robinson konnte sogar eine gestandene Hollywood-Größe für die Hauptrolle gewonnen werden, denn der gebürtige Rumäne hat bis zu seinem Tod in über 100 Produktionen mitgemischt, darunter auch zeitlose Klassiker wie "Frau ohne Gewissen" oder "Cincinnati Kid". Neben ihm gibt es auch Italiens knuffigste Hakennase Adolfo Celi zu sehen, welcher hier einen Doppel-Part mit Bravour meistert und sicher einige Schmunzler auf seiner Seite zu verbuchen hat. Dazu noch George Rigaud, welcher mit Robinson auch schon im besseren Genre-Vertreter "Top Job - Diamantenraub in Rio" zu sehen war - vielleicht die Initialzündung des sogenannten Caper-Movie. Hier verkörpert er die Rolle von McDowell's Butler, welcher über alle Pläne im Bilde ist und seinem Herren mit Rat und Tat zur Seite steht. Neben den restlichen Darstellern sticht auf jeden Fall noch die Italienerin Maria Grazia Buccella als optisches Highlight heraus, denn die gute Frau weiß, wie sie ihre Reize einsetzen muss, um die Männerwelt um den Finger zu wickeln.

     

    Dies scheint übrigens wohl der einzige Film von Robert Fiz gewesen zu sein, während er allerdings als assistierender Regisseur oder Schauspieler nebenbei noch tätig war. Ansonsten bleibt nicht viel mehr zu sagen, außer das der Streifen sich nicht zu schade ist, in gewisser Hinsicht zu unterhalten. Auch die Synchronisation, welche ursprünglich aus der DDR stammen dürfte, macht ihre Sache ganz anständig - ohne irgendwelche billigen Klamaukereien zum Besten zu geben. Leider lief der Film nach meinen Informationen nur im TV und da ist er in unregelmäßigen Abständen auch heute noch zu sehen

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Links

    OFDb

    IMDb

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