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Die weiße Mafia

Italien, 1973

  • Originaltitel: Bisturi, la mafia bianca
  • Alternativtitel:

    Bisturi, A Máfia Branca (BRA)

    Asesinato en el quirófano (ESP)

    Biala mafia (POL)

    Secrets of a Nurse (USA)

    Hospitals: The White Mafia (Int.)

  • Deutsche Erstaufführung: 24. November 1978
  • Regisseur: Luigi Zampa
  • Kamera: Giuseppe Ruzzolini
  • Musik: Riz Ortolani
  • Drehbuch: Massimo De Rita, Arduino Maiuri
  • Review:

    "Die weiße Mafia" (Bisturi, la mafia bianca, 1973) ist ein ganz hervorragendes Drama um die „Götter in weiß“, welches thematisch gesehen aktueller kaum sein könnte. Regie führt Luigi Zampa, der Ende der 40er und in den 50er Jahren die Blütezeit seines Schaffens hatte. Gegen Ende seiner Karriere bescherte er uns neben "La mafia bianca" noch zwei weitere bemerkenswerte Filme: "Werkzeug der Mächtigen" (Gente di rispetto, 1975) mit Franco Nero, Jennifer O'Neill und James Mason sowie "Im Dienste eines Monsters" (Il mostro, 1977) mit Sydne Rome und Renzo Palmer.

     

    Mit Gabriele Ferzetti, Enrico Maria Salerno und Senta Berger ist Zampas Film hochkarätig besetzt und lässt allen Darstellern genug Platz ihr schauspielerisches Können einmal mehr unter Beweis zu stellen. Die Kamera führt Giuseppe Ruzzolini, der zu dieser Zeit zum Ensemble von Sergio Leone gehörte und sich für "Todesmelodie" und "Mein Name ist Nobody" verantwortlich zeigt. Der wunderschöne Soundtrack stammt von Riz Ortolani welcher auf CD von GDM erhältlich ist.

     

    Covertext der VHS:

    “Professor Valotti (Gabriele Ferzetti) ist eine Kapazität auf dem Gebiet der Chirurgie. In seiner Nobelklinik werden nur betuchte Patienten behandelt. Er führt eine genaue Kartei über jeden Patienten, in der die Vermögensverhältnisse und auch die privaten Gegebenheiten festgehalten sind. Doch das noble Bild trügt: Schlampereien werden vertuscht, Schwerkranke zu früh entlassen, hoffnungslose Fälle mit Tabletten vollgepumpt und ärztliche Kunstfehler fadenscheinig begründet. Als Valotti einen anonymen Brief erhält, in dem ihm ein ärztlicher Fehler, der den Tod eines Patienten zur Folge hatte, nachgewiesen wird, beschließt er sich vor den Augen der Welt mit einem Kartenhaus aus Lügen zu rechtfertigen… Ein aufrüttelnder und spannender Film aus dem Arzt-Milieu!“

     

    Professor Valotti, der uns zu Beginn als absoluter Edelmann präsentiert wird, so operiert er die Armen kostenlos und kassiert dafür bei den Reichen einfach mehr ab, hat man mit Enrico Maria Salerno den perfekten „Gegenspieler“ verpasst, einen Idealist der nicht nur dem Alkohol sondern auch Senta Berger verfallen ist, welche allerdings als Ordensschwester durch ihre Ehe mit Gott verhindert ist. Dem Film mangelt es nicht an Systemkritik, sei es die Gesundheits- oder Universitätsreform, auch das Thema Abtreibung spielt eine Rolle. Was mich am meisten fasziniert ist allerdings die Aktualität, wenn Valotti dicke Schecks von der Pharmaindustrie kassiert und im Ausland bereits zurückgezogene Medikamente bewusst weiter verwendet kommt einem das schon sehr bekannt vor. Aber auch er hat die Rechnung nicht ohne den Wirt gemacht, man könnte es durchaus Karma nennen.

     

    Fazit: Da sich die politischen Filme Italiens dieser Zeit sehr oft auf die Justiz und die Politik beschränken, ist "Die weiße Mafia" eine gerne gesehene Abwechslung und kann uneingeschränkt empfohlen werden.

  • Autor: Andreas Rick
  • Links

    OFDb

    IMDb

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